Mit einem Podcast verdienen Sie über Werbung, Sponsoren und bezahlte Abos. Spotify beteiligt Sie ab bestimmten Hörerzahlen an Werbeeinnahmen, Apple und Spotify bieten bezahlte Mitgliedschaften an, Sponsoren buchen Sie selbst. Bis daraus nennenswerte Einnahmen werden, brauchen Sie in der Regel viele Folgen und eine treue Hörerschaft.
- Spotify Partner Program ab 1.000 Hörern, 2.000 Stunden Hördauer in 30 Tagen und 3 Folgen, Anteil 50 Prozent der Werbeerlöse.
- Abos: Apple zahlt 70 Prozent, nach einem Jahr 85 Prozent, Spotify-Mitgliedschaften 90 Prozent ab 100 Hörern.
- Sponsoring verhandeln Sie selbst, Buzzsprout Ads nennt für Werbekunden 20 bis 10 US-Dollar pro 1.000 Impressionen.
- Werbung ansagen: DE akustischer Hinweis vorab, AT Kennzeichnung nach § 26 Mediengesetz, CH eindeutig erkennbar laut Lauterkeitskommission.
- Passt, wenn Sie über viele Monate verlässlich Folgen veröffentlichen. Fremde Musik braucht in aller Regel eine Lizenz.
So können Sie einen Podcast monetarisieren
Wer einen Podcast monetarisieren will, hat vier Wege: Werbung über eine Plattform, selbst verkauftes Sponsoring, bezahlte Abos und freiwillige Unterstützung der Hörer. Die meisten Podcasts kombinieren mehrere davon. Die Plattformen selbst zahlen erst ab bestimmten Hörerzahlen, Sponsoren und eigene Abos sind dagegen von Anfang an möglich, setzen aber eine treue Hörerschaft voraus.
Die Wege im Überblick:
- Plattform-Werbung: Spotify, YouTube und manche Hosting-Anbieter schalten Anzeigen in Ihre Folgen und beteiligen Sie an den Erlösen.
- Sponsoring: Eine Firma bezahlt Sie direkt dafür, dass Sie ihr Produkt in einer Folge vorstellen, oft als von Ihnen gesprochener Werbeblock.
- Bezahlte Abos: Hörer zahlen monatlich für werbefreie Folgen, Bonusfolgen oder früheren Zugang, etwa über Apple Podcasts oder Spotify.
- Unterstützer und Mitgliedschaften: Über Plattformen wie Steady oder Patreon zahlen Fans regelmäßig einen Beitrag. Steuerlich sind das Einnahmen, keine Geschenke, mehr dazu im Ratgeber Spenden und Trinkgeld als Creator versteuern.
Dazu kommen Affiliate-Links in den Shownotes und eigene Produkte. Wer mit einem Podcast Geld verdienen will, kommt in der Regel eher über mehrere kleine Quellen ans Ziel als über eine große.
Das Spotify Partner Program für Podcasts
Das Spotify Partner Program, oft auch Spotify Partnerprogramm genannt, ist der direkte Weg, an Werbung auf Spotify mitzuverdienen. Laut Spotify-Hilfe (abgerufen im Oktober 2026) muss Ihr Podcast alle diese Bedingungen erfüllen:
- Hosting über Spotify for Creators
- eine Anschrift in einem berechtigten Land
- mindestens 3 veröffentlichte Folgen
- mindestens 2.000 Stunden Hördauer auf Spotify in den letzten 30 Tagen
- mindestens 1.000 Hörer auf Spotify in den letzten 30 Tagen
Österreich, Deutschland und die Schweiz gehören zu den berechtigten Ländern, ebenso Liechtenstein und 17 weitere europäische Staaten. Um im Programm zu bleiben, müssen Sie in jedem Zeitraum von sechs Monaten eine Folge veröffentlichen und mindestens 10 US-Dollar verdienen.
Bezahlt wird auf zwei Arten. Für Anzeigen, die Spotify vermarktet und in Ihren Folgen ausspielt, erhalten Sie 50 Prozent der erzielten Erlöse, auch wenn die Folge außerhalb von Spotify gehört wird. Dafür muss jede Folge mindestens eine Werbeunterbrechung enthalten. Bei Videofolgen kommt ein Anteil dazu, der sich danach richtet, wie oft Premium-Mitglieder Ihre Show streamen. Diese Formel legt Spotify selbst fest und kann sie ändern. Ausgezahlt wird monatlich über Spotify Payouts, nach Gebühren und Steuern. Ab 1.000 US-Dollar Einnahmen in einem Monat ist eine Zwei-Faktor-Anmeldung Pflicht.
Weitere Möglichkeiten auf Spotify
Spotify bietet neben dem Partner Program weitere Wege an:
- Mitgliedschaften: Seit 20. Oktober 2026 heißen die früheren Podcast-Abos auf Spotify Mitgliedschaften. Sie bieten Folgen und Vorteile nur für zahlende Mitglieder an. Voraussetzung sind 3 Folgen, 100 Hörer und 100 Stunden Hördauer in 30 Tagen. Spotify behält laut Gebührenübersicht 10 Prozent, darin sind Zahlungs-, Umrechnungs- und Auszahlungsgebühren enthalten. Ausgezahlt wird über Stripe, ab mindestens 10 US-Dollar. Für ältere Podcast-Abos, die zu Mitgliedschaften umgestellt wurden, gelten laut Spotify bis zur Kündigung durch den Abonnenten weiter die bisherigen Gebühren (5,5 Prozent Zahlungsgebühr plus Umrechnungsgebühren).
- Sponsoring-Verwaltung: Für Mitglieder des Partner Program lassen sich selbst gesprochene Sponsorenblöcke in Videofolgen verwalten, ohne sie fest in die Folge zu schneiden.
- Open Access: Abos über Partner wie Patreon lassen sich mit Spotify verbinden, sodass zahlende Mitglieder Ihre Bezahlfolgen dort hören.
Apple Podcasts, YouTube und Unterstützer-Plattformen
Apple Podcasts bietet eigene Abonnements an. Laut Apple erhalten Sie 70 Prozent des Abopreises in jedem Abrechnungszeitraum, abzüglich anfallender Steuern. Nach einem Jahr bezahlter Mitgliedschaft eines Abonnenten steigt Ihr Anteil auf 85 Prozent. Einnahmen aus Werbung in Ihrem Podcast bleiben vollständig bei Ihnen. Für Abos treten Sie dem Apple Podcasters Program bei und zahlen eine Jahresgebühr. Wer in der EU verkauft, hinterlegt zusätzlich Angaben nach dem Digital Services Act.
Immer mehr Podcasts erscheinen auch als Video auf YouTube. Dort verdienen Sie über das YouTube-Partnerprogramm an Werbung mit, sobald Ihr Kanal die Schwellen bei Abonnenten und Wiedergabezeit erreicht. Die Voraussetzungen und Anteile erklärt der Ratgeber Mit YouTube Geld verdienen.
Unabhängig von Plattformen funktionieren Mitgliedschaften über Steady oder Patreon. Steady behält 10 Prozent plus Zahlungsgebühren, Patreon bei neuen Creator-Seiten ebenfalls 10 Prozent. Beide kümmern sich um die Umsatzsteuer gegenüber Ihren Unterstützern. Gebühren und Steuerfragen vergleicht der Ratgeber zu Newsletter und Mitgliedschaften.
Mit Podcast-Sponsoring Geld verdienen
Podcast-Sponsoring ist für viele kleinere Shows die wichtigste Einnahme, weil Sie den Preis selbst verhandeln. Üblich ist ein Preis pro 1.000 Hörer oder Downloads einer Folge, im Fachjargon TKP (Tausender-Kontakt-Preis) oder englisch CPM, oder eine Pauschale pro Folge. Feste Marktpreise gibt es nicht. Thema, Zielgruppe und Platzierung des Werbeblocks in der Folge spielen eine große Rolle.
Orientierung, keine Garantie: Im Selbstbuchungs-Netzwerk Buzzsprout Ads zahlen Werbekunden laut Buzzsprout (Stand Oktober 2026) 200 US-Dollar für 10.000 Impressionen und 1.000 US-Dollar für 100.000 Impressionen. Das entspricht 20 bis 10 US-Dollar pro 1.000 Impressionen. Das ist der Preis, den Werbekunden zahlen. Was davon bei einem Podcast ankommt, nennt die Seite nicht.
Rechenbeispiel
Beispiel mit angenommenen Werten, keine Prognose. Angenommen, eine Folge erreicht 3.000 Hörer, und ein Sponsor zahlt für einen Werbeblock den Satz von 20 US-Dollar pro 1.000 Hörer.
- Sponsoring pro Folge: 3.000 ÷ 1.000 × 20 US-Dollar = 60 US-Dollar
- Bei vier Folgen im Monat: 4 × 60 US-Dollar = 240 US-Dollar
Zum Vergleich ein Abo-Modell: 100 Hörer zahlen 5 Euro im Monat für Bonusfolgen.
- Bei Apple im ersten Jahr: 100 × 5 Euro × 70 Prozent = 350 Euro, abzüglich Steuern
- Bei Spotify-Mitgliedschaften: 100 × 5 Euro × 90 Prozent = 450 Euro, Steuern werden je nach Land des Mitglieds abgezogen oder aufgeschlagen
Ehrliche Stundenlohn-Rechnung. Bezogen auf das Sponsoring-Beispiel oben: Eine Folge kostet Sie angenommen 6 Stunden für Vorbereitung, Aufnahme, Schnitt und Veröffentlichung. Dazu kommt Hosting bei Buzzsprout im Tarif Audio mit 15 US-Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung.
- Arbeitszeit: 4 × 6 Stunden = 24 Stunden
- Einnahmen nach Hosting: 240 − 15 US-Dollar = 225 US-Dollar
- Stundenlohn: 225 ÷ 24 = rund 9,38 US-Dollar, vor Steuern und Sozialversicherung
Die Formel lautet: Downloads pro Folge ÷ 1.000 × TKP × Folgen im Monat, abzüglich Kosten, geteilt durch die Arbeitsstunden. Der TKP von 20 US-Dollar ist das obere Ende der Preise, die Werbekunden bei Buzzsprout Ads zahlen, kein zugesagter Satz für Ihren Podcast. Zeit für Sponsorensuche und Abrechnung ist hier noch nicht eingerechnet.
Von jedem Betrag gehen noch Einkommensteuer und Sozialversicherung ab. Ein Rechner hilft hier wenig, weil Sie die Preise frei verhandeln. Wichtiger ist eine saubere Statistik über Ihre Hörer pro Folge, die Sie Sponsoren vorlegen können.
Werbekennzeichnung im Podcast
Bezahlte Werbung muss für Hörer klar als Werbung erkennbar sein, in allen drei Ländern. Weil Hörer nichts sehen, braucht es einen gesprochenen Hinweis.
- Deutschland: Die Medienanstalten verlangen bei Audioinhalten einen akustischen Hinweis vorab. Bei Produktplatzierung kündigen Sie die Sequenz mit „Werbung“ an und weisen bei Bedarf auf das Ende hin, bei Sponsoring genügt ein kurzer Hinweis zu Beginn. Rabattcodes kennzeichnen Sie in unmittelbarer Nähe des Codes. Grundlage für Audio- und Videoangebote sind laut Leitfaden die §§ 8 und 10 MStV über § 74 MStV, für Text- und Bildangebote § 22 MStV. Zusätzlich gilt § 5a Abs. 4 UWG: Wer den kommerziellen Zweck nicht kenntlich macht, handelt unlauter.
- Österreich: Entgeltliche Beiträge in periodischen Medien sind nach § 26 Mediengesetz als „Anzeige“, „entgeltliche Einschaltung“ oder „Werbung“ zu kennzeichnen.
- Schweiz: Kommerzielle Kommunikation muss nach den Grundsätzen der Lauterkeitskommission eindeutig erkennbar sein.
Eine praktische Lösung für alle drei Länder ist eine gesprochene Ansage wie „Diese Folge enthält Werbung für …“ vor dem Werbeblock, dazu ein Hinweis in den Shownotes. Details stehen weiter unten in der Länder-Übersicht.
Musikrechte im Podcast
Musik im Podcast brauchen Sie in aller Regel lizenziert, auch für Intro und Jingle. Dabei geht es um zwei Rechte: das Urheberrecht an Komposition und Text und das Leistungsschutzrecht an der Aufnahme.
- Österreich: AKM und austro mechana nennen Podcasts ausdrücklich als Online-Nutzung, die Sie anmelden. Daneben klären Sie laut AKM die Rechte bei Urhebern, Verlag und Tonträgerproduzent.
- Deutschland: Die GEMA hat mit dem Tarif VR-OD 14 einen eigenen Podcast-Tarif. Bei bis zu 50.000 Abrufen im Monat beginnt er bei 5 Euro netto im Monat für eine Musikminute. Leistungsschutzrechte an der Aufnahme umfasst er ausdrücklich nicht.
- Schweiz: Podcasts aus der Schweiz mit geschützter Musik melden Sie laut SUISA an. Rechte an Aufnahmen liegen meist beim Label, Synchronisationsrechte beim Verlag oder Urheber.
Einfacher ist Musik, an der Sie die Rechte bereits haben, etwa ein selbst komponiertes oder beauftragtes Intro. Wer selbst Musik macht, findet im Ratgeber Mit Musik Geld verdienen die andere Seite: wie Musiker an solchen Lizenzen verdienen.
Was Sie brauchen: Technik und Hosting
Für den Start reicht wenig Technik, die laufenden Kosten entstehen vor allem durch das Hosting. Hosting bedeutet: Ein Anbieter speichert Ihre Folgen und erzeugt den RSS-Feed, über den Spotify, Apple und andere Apps Ihren Podcast abrufen.
- Mikrofon und Kopfhörer. Ein ordentliches USB-Mikrofon und geschlossene Kopfhörer genügen für den Anfang. Ein ruhiger Raum ist oft wichtiger als teure Technik.
- Schnittprogramm. Für Schnitt, Lautstärke und Export reicht kostenlose Software.
- Hosting. Buzzsprout kostet laut Preisseite im Tarif Audio 15 US-Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung, mit bis zu 72 Stunden Upload im Jahr, Audio und Video 25 US-Dollar. Für das Spotify Partner Program ist Hosting über Spotify for Creators Pflicht.
- Statistik. Sponsoren fragen nach Hörern pro Folge, Herkunft und Alter. Diese Daten liefern Hosting-Anbieter und Plattformen.
- Impressum und Shownotes. Prüfen Sie, ob Sie für Website und Shownotes ein Impressum brauchen, und halten Sie Links und Werbehinweise dort aktuell.
Schritt für Schritt starten
Starten Sie mit einem klaren Thema und einem festen Rhythmus, und denken Sie an Geld erst, wenn Folgen regelmäßig gehört werden.
- Wählen Sie ein Thema und eine Zielgruppe, die Sponsoren klar beschreiben können.
- Nehmen Sie drei bis fünf Folgen auf, bevor Sie veröffentlichen, damit Sie einen Vorrat haben.
- Entscheiden Sie sich für einen Hosting-Anbieter und prüfen Sie, ob Sie das Spotify Partner Program anstreben.
- Klären Sie die Rechte an Intro, Jingle und jeder Musik, bevor die erste Folge online geht.
- Veröffentlichen Sie in festem Rhythmus und bewerben Sie jede Folge in sozialen Netzwerken.
- Beobachten Sie die Statistik und erstellen Sie ein kurzes Mediakit mit Hörerzahlen und Zielgruppe.
- Klären Sie Anmeldung, Gewerbe und Steuer, bevor die erste Zahlung eingeht.
- Sprechen Sie passende Firmen direkt an und vereinbaren Sie Preis, Platzierung und Kennzeichnung schriftlich.
- Ergänzen Sie ein Abo oder eine Mitgliedschaft mit klarem Mehrwert für Ihre treuesten Hörer.
Häufige Fehler
Die meisten Fehler betreffen Rechte, Kennzeichnung und Geduld, nicht die Technik.
- Fremde Musik ohne Lizenz. Ein bekannter Song im Intro kann teuer werden. Eine Quellenangabe in den Shownotes ersetzt laut SUISA keine Lizenz.
- Werbung nicht ansagen. Ein Sponsor in den Shownotes reicht nicht, Hörer müssen die Werbung im Audio erkennen.
- Zu früh aufgeben. Hörer wachsen langsam, und jede Pause kostet Reichweite.
- Nur auf eine Plattform setzen. Spotify kann Regeln ändern und bezahlt Video nach einer eigenen Formel.
- Preise ohne Zahlen verhandeln. Ohne belastbare Statistik sind Sponsoren schwer zu überzeugen.
- Steuer vergessen. Auch kleine Sponsorings sind Einnahmen, und in Österreich kann bezahlte Werbung ein Gewerbe erfordern.
Steuer und Anmeldung
Podcast-Einnahmen sind normales Einkommen, und je nach Einnahmequelle kann die Einordnung unterschiedlich ausfallen. In Österreich nennt die WKO reine Einnahmen aus Abos, Klicks und Aufrufen als Beispiel für Neue Selbständige ohne Gewerbe. Für bezahlte Werbung und Sponsoring nennt sie dagegen das Ankündigungsunternehmen oder die Werbeagentur. In Deutschland melden Sie die Tätigkeit innerhalb eines Monats beim Finanzamt an. Ob sie gewerblich ist, beurteilt das Finanzamt, auch ohne Gewerbeanmeldung.
Die Regeln für Österreich, Deutschland und die Schweiz finden Sie weiter unten in der Länder-Übersicht, allgemeine Grenzen in den Grundlagen zu Gewerbe und Steuer. Bei Affiliate-Links in den Shownotes hilft der Provisions-Rechner beim Überschlagen.
Einnahmequellen im Vergleich
Die Tabelle zeigt nur Angaben der Anbieter (Stand Oktober 2026).
| Einnahmequelle | Voraussetzung | Ihr Anteil | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Spotify Partner Program | 1.000 Hörer, 2.000 Stunden in 30 Tagen, 3 Folgen | 50 % der Werbeerlöse | Hosting über Spotify for Creators |
| Spotify-Mitgliedschaften | 100 Hörer, 100 Stunden in 30 Tagen, 3 Folgen | 90 % | Auszahlung über Stripe |
| Apple Podcasts Abos | Apple Podcasters Program | 70 %, nach einem Jahr 85 % | Jahresgebühr |
| Steady, Patreon (neue Creator) | keine Mindestzahl | 90 % minus Zahlungsgebühren | Plattform führt Umsatzsteuer ab |
| Sponsoring | frei verhandelt | voller Preis | Kennzeichnung selbst verantworten |
Wer schon eine Reichweite auf anderen Kanälen hat, startet leichter. Hilfreich ist etwa ein Kanal auf TikTok oder Instagram, über den Sie Ausschnitte aus Folgen teilen.
Für wen es sich lohnt
Ein Podcast lohnt sich für Sie, wenn Sie gern über ein Thema sprechen und über viele Monate verlässlich Folgen veröffentlichen können. Die Plattformen zahlen erst ab einer gewissen Reichweite, Sponsoring und Abos hängen von einer treuen Hörerschaft ab. Wer eine klare Nische hat, findet leichter passende Sponsoren als ein allgemeiner Plauder-Podcast. Planen Sie die Einnahmen als Zusatz und nicht als festes Einkommen, und klären Sie Musikrechte und Kennzeichnung von Anfang an.
Länder-Übersicht: Steuer und Anmeldung in Ihrem Land
Österreich
- Gewerbe
- Reine Einnahmen aus Abos, Klicks und Aufrufen nennt die WKO als Beispiel für Neue Selbständige ohne Gewerbeberechtigung. Für bezahlte Werbung und Sponsoring nennt die WKO das Ankündigungsunternehmen oder die Werbeagentur, für Affiliate-Links in aller Regel das Handelsgewerbe. Im Zweifel klärt das Gründerservice Ihrer Landeskammer die Einordnung.
- Kennzeichnung
- Entgeltliche Beiträge in periodischen Medien kennzeichnen Sie nach § 26 Mediengesetz als „Anzeige“, „entgeltliche Einschaltung“ oder „Werbung“. Verstöße können laut USP bis 20.000 Euro kosten. Ob Ihr Podcast als periodisches elektronisches Medium gilt, hängt nach § 1 MedienG vom Einzelfall ab, bei laufend abrufbaren Folgen ist das in der Regel anzunehmen. Verbindlich klärt das eine Rechtsberatung.
- Sozialversicherung
- Mit Gewerbeschein sind Sie nach GSVG grundsätzlich ab dem ersten Euro bei der SVS versichert. Auf Antrag gibt es die Kleinunternehmerausnahme (2026: höchstens 6.613,20 Euro Einkünfte und 55.000 Euro Umsatz), die Unfallversicherung bleibt. Ob Sie die Ausnahme nutzen können, hängt auch von Alter und früheren Versicherungszeiten ab. Als Neue Selbständige sind Sie 2026 erst ab Einkünften über 6.613,20 Euro versichert.
- Einkommensteuer
- Neben dem Gehalt müssen Sie eine Veranlagung abgeben, wenn Ihre Nebeneinkünfte über 730 Euro im Jahr liegen. Bis 55.000 Euro Umsatz im Jahr gilt die Kleinunternehmerregelung.
Deutschland
- Anmeldung
- Melden Sie die Tätigkeit innerhalb eines Monats beim Finanzamt an (§ 138 AO). Gewerbliche Tätigkeiten wie Werbung und Affiliate melden Sie auch im Nebenerwerb beim Gewerbeamt an. Gewerbesteuer fällt erst ab einem Gewerbeertrag über 24.500 Euro im Jahr an.
- Kennzeichnung
- Bei Audioinhalten verlangen die Medienanstalten einen akustischen Hinweis vorab, bei Produktplatzierung die Ansage „Werbung“ zu Beginn der Sequenz, bei Sponsoring einen kurzen Hinweis zu Beginn. Wer den kommerziellen Zweck nicht kenntlich macht, handelt nach § 5a Abs. 4 UWG unlauter.
- Steuer
- Liegen Ihre Nebeneinkünfte über 410 Euro im Jahr, müssen Sie eine Steuererklärung abgeben. Kleinunternehmer sind Sie, wenn der Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betrug und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht überschreitet.
- Krankenversicherung
- Sind Sie mehr als 20 Stunden pro Woche angestellt und verdienen dort mehr als die Hälfte der Bezugsgröße (2026: 1.977,50 Euro im Monat), gilt die Selbständigkeit in der Regel als nebenberuflich.
Schweiz
- Kennzeichnung
- Kommerzielle Kommunikation muss nach Grundsatz B.15 der Lauterkeitskommission eindeutig erkennbar sein. Wer Sponsoring, Entgelte oder Sachleistungen erhält, legt das Verhältnis zur Marke offen.
- Anmeldung
- Eine Gewerbeanmeldung gibt es nicht. Liegt der Reingewinn aus dem Nebenerwerb über CHF 2.500 im Jahr, melden Sie sich bei einer AHV-Ausgleichskasse als selbständigerwerbend an. Ob Sie als selbständig gelten, beurteilt die Ausgleichskasse.
- Einkommensteuer
- Einkommen aus selbständiger Nebentätigkeit geben Sie in der Steuererklärung an, abzüglich der geschäftlich begründeten Kosten. Sätze und Abzüge unterscheiden sich je nach Kanton.
- Mehrwertsteuer
- MWST-pflichtig werden Sie erst ab einem weltweiten Jahresumsatz von CHF 100.000.
Passt das zu Ihnen?
- gern sprechen, interviewen und über ein Thema erzählen
- über Monate verlässlich Folgen veröffentlichen können
- eine Nische mit klarer Zielgruppe haben
- schnell planbare Einnahmen brauchen
- keine Zeit für Schnitt, Vermarktung und Sponsorensuche haben
- fremde Musik ohne Lizenz verwenden wollen
Häufige Fragen
Ab wie vielen Hörern kann man einen Podcast monetarisieren?
Sponsoren und eigene Abos sind ab dem ersten Hörer möglich, es gibt dafür keine feste Grenze. Für das Spotify Partner Program brauchen Sie laut Spotify mindestens 1.000 Hörer und 2.000 Stunden Hördauer auf Spotify in den letzten 30 Tagen sowie drei veröffentlichte Folgen. Bezahlte Mitgliedschaften auf Spotify gibt es schon ab 100 Hörern und 100 Stunden in 30 Tagen.
Gibt es das Spotify Partner Program in Österreich, Deutschland und der Schweiz?
Ja. Österreich, Deutschland und die Schweiz stehen laut Spotify-Hilfe auf der Liste der berechtigten Länder. Sie brauchen eine Anschrift in einem dieser Länder und müssen Ihren Podcast über Spotify for Creators hosten.
Wie viel zahlt Spotify für Podcasts?
Einen festen Betrag pro Hörer zahlt Spotify nicht. Im Partner Program erhalten Sie 50 Prozent der Werbeerlöse, die Spotify mit Anzeigen in Ihren Folgen erzielt, dazu kommt bei Videofolgen ein Anteil, der sich nach der Nutzung durch Premium-Mitglieder richtet. Wie hoch das ausfällt, hängt von Werbemarkt, Land und Hörerzahl ab.
Wie viel bekommt man für Sponsoring pro 1.000 Hörer?
Feste Preise gibt es nicht, sie werden frei verhandelt. Als Orientierung zahlen Werbekunden im Netzwerk Buzzsprout Ads laut Buzzsprout 10 bis 20 US-Dollar pro 1.000 Impressionen, je nach gebuchter Menge. Das ist der Preis für Werbekunden, nicht automatisch Ihr Anteil.
Wie viel behält Apple bei Podcast-Abos?
Laut Apple erhalten Sie 70 Prozent des Abopreises je Abrechnungszeitraum, abzüglich Steuern. Hat ein Abonnent ein Jahr bezahlt, steigt Ihr Anteil auf 85 Prozent. Zusätzlich verlangt Apple für das Apple Podcasters Program eine Jahresgebühr.
Muss ich Werbung im Podcast kennzeichnen?
Ja, bezahlte Werbung und Sponsoring müssen für Hörer erkennbar sein. Bei Audio verlangen die Medienanstalten in Deutschland einen akustischen Hinweis, bei Produktplatzierung die Ansage „Werbung“ zu Beginn. Die Regeln für Österreich und die Schweiz stehen in der Länder-Übersicht oberhalb dieser Fragen.
Darf ich Musik in meinem Podcast verwenden?
Nur mit Lizenz. Für Urheberrechte sind AKM und austro mechana, GEMA oder SUISA zuständig, die Rechte an der Aufnahme liegen meist beim Label. Die GEMA hat einen eigenen Podcast-Tarif, der Leistungsschutzrechte aber nicht umfasst.
Was kostet Podcast-Hosting?
Das hängt vom Anbieter ab. Buzzsprout etwa kostet im Tarif Audio 15 US-Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung, mit bis zu 72 Stunden Upload im Jahr. Für das Spotify Partner Program ist Hosting über Spotify for Creators Voraussetzung.
Kann ich meinen Podcast auch auf YouTube monetarisieren?
Ja, Videopodcasts können über das YouTube-Partnerprogramm an Werbung mitverdienen, wenn Ihr Kanal die Voraussetzungen erfüllt. Dafür zählen Abonnenten und Wiedergabezeit Ihres Kanals, nicht Ihre Downloads auf anderen Plattformen.
Muss ich Podcast-Einnahmen versteuern?
Ja, es ist normales Einkommen in Ihrem Wohnland. Spotify zahlt laut eigener Hilfe nach Gebühren und Steuern aus, Ihre Einkommensteuer bleibt davon unberührt. Was für Anmeldung und Steuer gilt, steht in der Länder-Übersicht oberhalb dieser Fragen.
- Spotify: Spotify Partner Program
- Spotify: Monetarisierung mit Spotify for Creators
- Spotify: Gebühren und Auszahlung
- Spotify for Creators: Mitgliedschaften
- PPC Land: Spotify lets podcasters keep 90% of fan membership revenue in 34 markets (Oktober 2026)
- Apple Podcasts: Subscription launch checklist
- Buzzsprout: Preise
- Buzzsprout Ads
- Leitfaden der Medienanstalten
- Gesetze im Internet: § 5a UWG
- RIS: § 26 MedienG
- USP: Kennzeichnung nach § 26 MedienG
- SLK: Grundsätze Lauterkeit in der Werbung
- AKM: Online-Nutzung
- GEMA: Tarif VR-OD 14 (Podcasts)
- SUISA: Musik in Podcasts
- WKO: Online-Content-Creator

Gründer von Finanzbaron, lebt in Graz. Schreibt hier, wie man online Geld verdient und was dabei in Österreich, Deutschland und der Schweiz gilt.
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