Sie veröffentlichen Videos, Reels oder Live-Streams und verdienen über Programme der Plattformen, Geschenke von Fans, Abos, Shop-Provisionen und bezahlte Kooperationen mit Marken. Welche Programme Ihnen offenstehen, hängt stark vom Land ab. Kennzeichnung und Steuern gelten ab dem ersten Beitrag mit Gegenleistung.
- TikTok Creator Rewards verlangt 10.000 Follower, 100.000 Aufrufe in 30 Tagen und Videos über einer Minute.
- Instagram zahlt 0,01 US-Dollar je Stern, Geschenke gibt es ab 500 Followern, Abos ab 10.000 Followern, jeweils ab 18 Jahren.
- Länder: Creator Rewards nur in DE, TikTok Shop in AT seit 15. Juni 2026, in CH bleiben vor allem Markenkooperationen.
- Kennzeichnung: Setzen Sie in DE zum Plattform-Label „Werbung“ oder „Anzeige“ dazu, #ad genügt laut Medienanstalten nicht.
- Passt für Menschen, die über Monate regelmäßig kurze Videos veröffentlichen. Ein planbares Einkommen ist es in keinem Land.
So funktioniert Geld verdienen mit TikTok und Instagram
Mit TikTok und Instagram Geld verdienen können Sie auf zwei Wegen: über Programme der Plattform selbst und über Geld von Marken. Die Plattformen zahlen für Aufrufe, Geschenke von Fans oder Abos. Marken zahlen für Kooperationen, Produktplatzierungen oder Verkäufe über Ihre Links. Welche Programme Ihnen offenstehen, hängt stark davon ab, ob Sie in Österreich, Deutschland oder der Schweiz leben.
TikTok: Creator Rewards, LIVE und Shop
Creator Rewards Program. TikTok bezahlt Sie hier für eigene Videos, die länger als eine Minute sind. Das Programm steht unter anderem Creatorn in den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Japan, Südkorea, Mexiko und Brasilien offen, Branchenübersichten nennen zusätzlich etwa Italien und Spanien. Eine vollständige Länderliste veröffentlicht TikTok nur in den Programmbedingungen. Sie müssen in einem der Programmländer leben und Ihr Konto dort registriert haben. Aus dem DACH-Raum ist also nur Deutschland dabei. Die Voraussetzungen:
- mindestens 18 Jahre alt
- ein persönliches Konto, Business-Konten sind ausgeschlossen
- mindestens 10.000 Follower und 100.000 Videoaufrufe in den letzten 30 Tagen
- ein Konto ohne Verstöße gegen Community-Richtlinien und Nutzungsbedingungen
Jedes Video muss zudem eigenständig sein, mindestens 1.000 Aufrufe im Für-dich-Feed haben und darf kein Duett, Stitch oder Fotomodus-Beitrag sein. Werbung und gesponserte Inhalte zählen nicht. Als qualifizierter Aufruf gilt laut TikTok nur einer mit mindestens fünf Sekunden Wiedergabe, bei Suchaufrufen mindestens 30 Sekunden. Mehrere Aufrufe desselben Kontos zählen einmal, und die Aufrufe müssen aus einem Land des Programms stammen. Zuschauer aus Österreich und der Schweiz bringen einem deutschen Konto in diesem Programm also nichts. Die Bewerbung läuft über TikTok Studio, eine Antwort kommt laut TikTok innerhalb von drei Tagen.
LIVE-Geschenke. Zuschauer kaufen Münzen und schenken Ihnen während eines Live-Streams virtuelle Geschenke. Um LIVE zu gehen, müssen Sie laut TikTok-Hilfe mindestens 18 Jahre alt sein und mindestens 1.000 Follower haben, je nach Region kann die Zahl abweichen. Geschenke senden oder erhalten dürfen ebenfalls nur Personen ab 18 Jahren. Wer vor allem Spiele streamt, findet weitere Wege im Ratgeber Geld verdienen mit Gaming.
TikTok Shop Affiliate. Hier bewerben Sie Produkte von Händlern in Videos, im Live-Stream oder auf Ihrem Profil und erhalten für Verkäufe eine Provision. Die EU-Richtlinie für Creator gilt unter anderem für Deutschland und Österreich, in Österreich ist TikTok Shop seit 15. Juni 2026 verfügbar. Sie brauchen mindestens 500 Follower in dem Land, für das Sie sich bewerben, müssen mindestens 18 Jahre alt sein und auf Ihr Konto aus demselben Land zugreifen, in dem es registriert ist. Fallen Sie um mehr als 100 Follower unter die Schwelle, können Sie die Berechtigung verlieren. In Deutschland starten neue Creator ohne Verbindung zu einem Händler zunächst 30 Tage in einem Pilotprogramm mit höchstens 21 Shopping-Videos pro Woche. Gebühren, Händlerpflichten und Rechenbeispiele stehen im Ratgeber TikTok Shop. Ein verwandtes Modell mit kurzen Testvideos sind Amazon-Produktvideos.
Instagram: Abos, Geschenke, Abzeichen und Prämien
Instagram bündelt seine Einnahmefunktionen im Professional-Dashboard. Für alle brauchen Sie ein professionelles Konto und müssen die Monetarisierungsrichtlinien für Partner einhalten.
- Abos: Fans zahlen monatlich für exklusive Inhalte. Voraussetzung sind mindestens 10.000 Follower und ein Alter ab 18 Jahren. Verfügbar sind Abos laut Instagram-Hilfe unter anderem in Österreich und Deutschland.
- Geschenke: Zuschauer kaufen Sterne und schenken sie Ihnen für Reels. Instagram zahlt Ihnen 0,01 US-Dollar je Stern, monatlich. Nötig sind 500 Follower, ein Alter ab 18 Jahren und ein eingerichtetes Auszahlungskonto. Auch Geschenke sind in Österreich und Deutschland verfügbar.
- Abzeichen: Fans kaufen Abzeichen in Ihren Live-Videos. Instagram behält laut Hilfe derzeit 0 Prozent, Apple und Google erheben für In-App-Käufe 30 Prozent. Pro Fan und Live-Video sind die Zahlungen auf 250 US-Dollar begrenzt.
- Prämien: Das sind zeitlich begrenzte Bonusprogramme, die Instagram nur testet. Die Teilnahme erfolgt per Einladung nach Zufallsauswahl und nur in Testländern. Einplanen können Sie Prämien deshalb nicht.
Die Schweiz steht weder auf der Liste für Abos noch auf der für Geschenke. Konten, die hauptsächlich Inhalte mit Kindern in der Hauptrolle zeigen, schließt Instagram von Abos, Geschenken und Abzeichen aus.
Was Sie realistisch verdienen können
Feste Sätze pro Aufruf veröffentlichen weder TikTok noch Instagram. Wie viel Sie verdienen, hängt von Ihrer Reichweite, der Treue Ihrer Fans und davon ab, ob Marken für Ihr Publikum zahlen. Bei TikTok setzt sich die Vergütung im Creator Rewards Program aus einer Standard- und einer Zusatzprämie zusammen, die TikTok nach Qualität und Engagement bemisst. Konkrete Beträge nennt TikTok nicht.
Fest stehen nur wenige Werte, etwa bei Instagram:
- Geschenke: 0,01 US-Dollar je Stern.
- Abzeichen: 0 Prozent Anteil für Instagram, aber 30 Prozent Gebühr für Apple oder Google beim In-App-Kauf.
Für viele Creator bringen Kooperationen mit Marken mehr als die Programme der Plattformen. Ihr Preis ist frei verhandelt und hängt von Reichweite, Aufwand und den eingeräumten Nutzungsrechten ab.
Rechenbeispiel
Beispiel mit angenommenen Werten, keine Prognose. Ihre Reels erhalten in einem Monat 4.000 Sterne als Geschenke. In einem Live-Video kaufen Fans über die App Abzeichen für zusammen 50 US-Dollar.
- Geschenke: 4.000 mal 0,01 US-Dollar = 40 US-Dollar
- Abzeichen: 50 US-Dollar minus 30 Prozent App-Store-Gebühr = 35 US-Dollar, Instagram behält 0 Prozent
- Summe vor Steuern: 75 US-Dollar
Davon gehen noch Steuer und gegebenenfalls Sozialversicherung in Ihrem Wohnland ab. Ohne Auszahlungskonto sehen Sie zwar, wer Ihnen etwas geschenkt hat, verdienen aber nichts daran.
Kooperationen mit Marken
Eine Kooperation ist ein Vertrag, und je genauer er ist, desto weniger Streit gibt es später. Instagram weist ausdrücklich darauf hin, dass Sie Vergütung, Inhalte und Veröffentlichungstermine allein mit der Marke verhandeln. Für die Kontaktaufnahme bietet Instagram den Creator Marketplace, TikTok das Creator-Netzwerk TikTok One.
Diese Punkte sollte jeder Vertrag regeln:
- Leistung: Anzahl und Art der Beiträge, also Reel, Story, TikTok-Video oder Live-Stream, dazu Länge und Termine.
- Freigabe: wie viele Korrekturschleifen enthalten sind und bis wann die Marke freigibt.
- Vergütung: Betrag, Fälligkeit und ob Produkte zusätzlich oder statt Geld fließen.
- Nutzungsrechte: ob die Marke Ihr Video auch in eigenen Kanälen oder als bezahlte Anzeige verwenden darf.
- Exklusivität: ob Sie für eine Zeit keine Konkurrenzmarken bewerben dürfen.
- Kennzeichnung: wie und wo der Beitrag gekennzeichnet wird. In Österreich bleibt laut Unternehmensserviceportal der Medieninhaber verantwortlich, auch wenn eine Agentur eingebunden ist.
Bei den Nutzungsrechten lohnt sich besondere Sorgfalt. In Deutschland können Nutzungsrechte nach § 31 UrhG einfach oder ausschließlich sowie räumlich, zeitlich oder inhaltlich beschränkt eingeräumt werden. Sind die Nutzungsarten nicht einzeln genannt, entscheidet der Vertragszweck, wie weit das Recht reicht. Schreiben Sie deshalb ausdrücklich, auf welchen Kanälen, wie lange und in welchen Ländern die Marke Ihr Video nutzen darf. Eine Nutzung als bezahlte Anzeige ist eine eigene Leistung, die Sie gesondert berechnen können. Wer Videos für Marken dreht, ohne sie selbst zu veröffentlichen, arbeitet als UGC-Creator, ein eigenes Modell mit ähnlichen Vertragsfragen.
Werbung auf Instagram und TikTok richtig kennzeichnen
Jeder Beitrag, für den Sie Geld, Produkte oder eine andere Gegenleistung erhalten, muss als Werbung erkennbar sein. Die Plattformen haben dafür eigene Werkzeuge, die gesetzliche Pflicht ersetzen sie aber nicht.
Instagram. Sämtlicher Branded Content muss laut Instagram mit dem Label „Bezahlte Werbepartnerschaft“ gekennzeichnet werden, und zwar bei jedem einzelnen Beitrag. Als Branded Content gilt auch, wenn Sie Produkte oder Dienstleistungen kostenlos erhalten. Das Label funktioniert in Feed-Beiträgen, Stories, Live-Videos und Reels und lässt sich nur in der App setzen.
TikTok. Bewerben Sie eine Marke, ein Produkt oder eine Dienstleistung, schalten Sie die Einstellung zur Offenlegung kommerzieller Inhalte ein. TikTok blendet dann Hinweise wie „Paid partnership“ ein. TikTok erkennt Werbeabsicht laut Hilfe auch an Rabattcodes, Affiliate-Links, Markennennungen oder Kaufaufrufen. Fehlt die Offenlegung, kann der Beitrag aus dem Für-dich-Feed fallen. Sie haben dann 24 Stunden, um die Kennzeichnung nachzuholen oder Einspruch einzulegen.
Gesetzliche Regeln. In Deutschland nennt der Leitfaden der Medienanstalten „bezahlte Werbepartnerschaft“ als Zusatz zu „Werbung“ oder „Anzeige“, sicher sind Sie mit beidem. Bei Bildposts gehört der Hinweis an den Anfang, bei Stories auf jedes Slide. Rabattcodes kennzeichnen Sie direkt beim Code. Wie das in Österreich und der Schweiz geregelt ist, steht weiter unten in der Länder-Übersicht. Für Partnerlinks in der Bio gelten die Regeln aus dem Ratgeber zum Affiliate-Marketing.
Was Sie brauchen
Für den Start reicht ein Smartphone. Wichtiger als Technik sind ein klares Thema und Zeit für regelmäßige Beiträge.
- Ein professionelles Konto auf Instagram. Ohne Creator- oder Business-Konto gibt es dort keine Einnahmefunktionen. Auf TikTok gilt das Gegenteil: Das Creator Rewards Program verlangt ein persönliches Konto.
- Volljährigkeit. Fast alle Einnahmefunktionen setzen 18 Jahre voraus.
- Auszahlungskonto und Identitätsprüfung. Beide Plattformen zahlen nur an verifizierte Konten mit hinterlegten Zahlungsdaten aus.
- Ein einfaches Schnittprogramm. Die Bearbeitung in der App genügt für viele Formate.
- Aufzeichnungen. Eine Liste aller Auszahlungen, Gratisprodukte und Ausgaben für Technik erleichtert die Steuererklärung.
Schritt für Schritt starten
Am besten bauen Sie zuerst Reichweite auf und schalten Einnahmequellen nach und nach frei.
- Wählen Sie ein Thema, zu dem Sie über Monate Inhalte liefern können.
- Stellen Sie auf Instagram auf ein professionelles Konto um, auf TikTok behalten Sie ein persönliches Konto, wenn Sie das Creator Rewards Program anstreben.
- Veröffentlichen Sie regelmäßig und werten Sie die Statistiken im Professional-Dashboard oder in TikTok Studio aus.
- Aktivieren Sie Funktionen, sobald Sie die Schwellen erreichen, etwa Instagram-Geschenke ab 500 Followern.
- Richten Sie das Auszahlungskonto ein, bevor das erste Geld eingeht.
- Klären Sie Gewerbe und Steuer, spätestens vor der ersten Kooperation oder dem ersten Gratisprodukt.
- Aktivieren Sie das Label „Bezahlte Werbepartnerschaft“ auf Instagram und die Offenlegung auf TikTok.
- Verhandeln Sie Kooperationen schriftlich, mit klaren Nutzungsrechten.
- Kombinieren Sie Quellen, etwa Kooperationen, Shop-Provisionen und Geschenke, statt auf eine zu setzen.
Steuer und Anmeldung
Alles, was Sie über TikTok und Instagram einnehmen, ist steuerpflichtiges Einkommen, auch Gratisprodukte und Gutscheine. In Österreich hängt die Anmeldung davon ab, womit Sie verdienen: Für kommerzielles Influencing nennt die WKO die Werbeagentur als Gewerbewortlaut, für Shop-Provisionen in aller Regel das Handelsgewerbe. Reine Einnahmen aus Abos und Aufrufen ordnet die WKO den Neuen Selbständigen zu. In Deutschland stuft die IHK Influencer in der Regel als Unternehmer ein. In der Schweiz melden Sie sich bei einer AHV-Ausgleichskasse an, sobald der Reingewinn aus dem Nebenerwerb über CHF 2.500 im Jahr liegt.
Die Details stehen weiter unten in der Länder-Übersicht, allgemeine Grenzen und Freibeträge in den Grundlagen zur Einkommensteuer. Bei gemischten Einnahmen klären Sie die Einordnung am besten beim Gründerservice der WKO, bei der IHK oder bei Ihrer kantonalen Ausgleichskasse.
Häufige Fehler
Die meisten Probleme entstehen durch fehlende Kennzeichnung und unklare Verträge.
- Nur das Plattform-Label setzen. Ob das Label allein genügt, ist in Deutschland nicht ausdrücklich geklärt. Setzen Sie „Werbung“ oder „Anzeige“ dazu.
- #ad als Kennzeichnung nutzen. Abkürzungen und englische Umschreibungen wie „sponsored by“ gelten laut Leitfaden als nicht ausreichend.
- Ein Business-Konto auf TikTok wählen. Damit sind Sie vom Creator Rewards Program ausgeschlossen.
- Kurze Videos für das Creator Rewards Program planen. Nur Videos über einer Minute zählen.
- Nutzungsrechte verschenken. Ohne klare Regel kann eine Marke Ihr Video unter Umständen weiter nutzen, als Sie dachten.
- Gratisprodukte vergessen. Sie zählen in Österreich und Deutschland zu den Betriebseinnahmen.
- Auf Einladungen hereinfallen. Instagram fragt bei echten Einladungen zu Bonusprogrammen nie nach Passwort oder Benutzernamen. Weitere typische Maschen erklärt der Ratgeber Betrugsmaschen erkennen.
TikTok und Instagram im Vergleich
Beide Plattformen bieten ähnliche Werkzeuge, unterscheiden sich aber bei Schwellen und Verfügbarkeit. Die Tabelle zeigt nur Angaben aus den offiziellen Hilfeseiten (Stand Oktober 2026).
| Einnahmequelle | Voraussetzung | AT | DE | CH |
|---|---|---|---|---|
| TikTok Creator Rewards | ab 18, 10.000 Follower, 100.000 Aufrufe in 30 Tagen, Videos über 1 Minute | nein | ja | nein |
| TikTok LIVE-Geschenke | ab 18, LIVE ab 1.000 Followern (regional verschieden) | je nach Region | je nach Region | je nach Region |
| TikTok Shop Affiliate | ab 18, 500 Follower im Land | ja | ja | nicht in der EU-Richtlinie |
| Instagram-Abos | ab 18, 10.000 Follower | ja | ja | nein |
| Instagram-Geschenke | ab 18, 500 Follower | ja | ja | nein |
| Instagram-Prämien | nur per Einladung in Testländern | offen | offen | offen |
| Kooperationen mit Marken | Kennzeichnung Pflicht | ja | ja | ja |
Wer längere Videos dreht, findet bei YouTube ein Partnerprogramm, das auch in Österreich und der Schweiz verfügbar ist. Inhalte lassen sich oft auf mehreren Plattformen verwerten. Wer lieber die Kanäle anderer betreut, statt einen eigenen aufzubauen, kann als Social-Media-Manager für Firmen arbeiten.
Für wen es sich lohnt
TikTok und Instagram lohnen sich für Sie, wenn Sie gern kurze Videos produzieren und über Monate regelmäßig veröffentlichen. Die Programme der Plattformen sind im DACH-Raum ungleich verteilt: Wer in Deutschland lebt, hat die meisten Möglichkeiten, in der Schweiz bleiben vor allem Kooperationen mit Marken. Ein planbares Einkommen ist es in keinem Land. Klären Sie Kennzeichnung, Verträge und Steuern, bevor die erste Kooperation startet.
Länder-Übersicht: Steuer und Anmeldung in Ihrem Land
Österreich
- Gewerbe
- Ein eigenes Gewerbe für Content Creator gibt es laut WKO nicht. Abo-Zahlungen und Einnahmen aus Klicks und Views nennt die WKO als Beispiel für Neue Selbständige ohne Gewerbe. Für bezahlte Werbung nennt sie das Ankündigungsunternehmen oder die Werbeagentur, für kommerzielles Influencing den Gewerbewortlaut Werbeagentur, für Affiliate-Provisionen in aller Regel das Handelsgewerbe. Gratisprodukte, Gutscheine und Reisen zählen zu den Betriebseinnahmen.
- Kennzeichnung
- Entgeltliche Beiträge in periodischen Medien kennzeichnen Sie nach § 26 Mediengesetz als „Werbung“, „Anzeige“ oder „entgeltliche Einschaltung“. Verstöße können bis 20.000 Euro kosten. Ob ein Social-Media-Konto als periodisches elektronisches Medium gilt, sagt das Unternehmensserviceportal nicht ausdrücklich. Ein Konto mit dauerhaft abrufbaren Beiträgen dürfte in der Regel darunter fallen, verbindlich klärt das eine Rechtsberatung.
- Einkommensteuer
- Neben dem Gehalt müssen Sie eine Veranlagung abgeben, wenn Ihre Nebeneinkünfte über 730 Euro im Jahr liegen. Bis 730 Euro gilt der Veranlagungsfreibetrag, darüber wird er schrittweise kleiner.
- Sozialversicherung
- Mit Gewerbeschein sind Sie nach GSVG grundsätzlich ab dem ersten Euro bei der SVS versichert. Auf Antrag gibt es die Kleinunternehmerausnahme (2026: höchstens 6.613,20 Euro Einkünfte und 55.000 Euro Umsatz), die Unfallversicherung bleibt. Ob Sie die Ausnahme nutzen können, hängt auch von Alter und früheren Versicherungszeiten ab. Als Neue Selbständige sind Sie 2026 erst ab Einkünften über 6.613,20 Euro versichert.
- Plattformen
- Das Creator Rewards Program von TikTok ist in Österreich nicht verfügbar. TikTok Shop gibt es seit 15. Juni 2026, Instagram-Geschenke und Instagram-Abos sind verfügbar.
Deutschland
- Gewerbe
- Gewerbliche Tätigkeiten melden Sie auch im Nebenerwerb beim Gewerbeamt an. Laut IHK sind Influencer in der Regel Unternehmer, und das Finanzamt kann die Tätigkeit auch ohne Anmeldung als gewerblich einstufen. Gewerbesteuer fällt erst ab einem Gewerbeertrag über 24.500 Euro an.
- Kennzeichnung
- Die Medienanstalten verlangen bei Bildposts „Werbung“ oder „Anzeige“ zu Beginn des Beitrags, bei Stories auf jedem Story-Slide. Steht ein Produkt im Video im Mittelpunkt, blenden Sie „Werbung“ während des gesamten Videos ein. #ad oder „sponsored by“ reichen nicht. Kostenlose Produkte in Nebenrolle kennzeichnen Sie bei einem Wert über 100 Euro, in der Hauptrolle unabhängig vom Wert.
- Sachleistungen
- Gratisprodukte und Gutscheine zählen laut IHK zu den Betriebseinnahmen. Ausnahmen sind Artikel unter 10 Euro, zurückgegebene Testprodukte und Waren, die der Hersteller pauschal mit 30 Prozent versteuert.
- Einkommensteuer
- Liegen Ihre Nebeneinkünfte über 410 Euro im Jahr, müssen Sie eine Steuererklärung abgeben. Kleinunternehmer sind Sie, wenn der Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betrug und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht überschreitet.
- Plattformen
- Deutschland ist das einzige DACH-Land im Creator Rewards Program von TikTok. TikTok Shop, Instagram-Geschenke und Instagram-Abos sind verfügbar.
Schweiz
- Kennzeichnung
- Kommerzielle Kommunikation muss nach Grundsatz B.15 der Lauterkeitskommission eindeutig erkennbar sein. Wer über einen Account Sponsoring, Entgelte oder Sachleistungen erhält, legt das Verhältnis zur Marke offen. Tarnung über falsche Profile ist unlauter.
- Anmeldung
- Eine Gewerbeanmeldung gibt es nicht. Liegt der Reingewinn aus dem Nebenerwerb über CHF 2.500 im Jahr, melden Sie sich bei einer AHV-Ausgleichskasse als selbständigerwerbend an.
- Einkommensteuer
- Einkommen aus selbständiger Nebentätigkeit geben Sie in der Steuererklärung an, abzüglich der geschäftlich begründeten Kosten. Sätze und Abzüge unterscheiden sich je nach Kanton.
- Mehrwertsteuer
- MWST-pflichtig werden Sie erst ab einem weltweiten Jahresumsatz von CHF 100.000.
- Plattformen
- Die Schweiz steht weder auf der Länderliste des Creator Rewards Program noch auf den Listen für Instagram-Geschenke und Instagram-Abos. Die EU-Richtlinie für TikTok Shop gilt nicht für die Schweiz. Kooperationen mit Marken bleiben möglich.
Passt das zu Ihnen?
- gern kurze Videos drehen und schneiden
- mehrmals pro Woche veröffentlichen können
- offen mit Marken verhandeln und Verträge lesen
- planbare Einnahmen brauchen
- ungern das eigene Gesicht oder die eigene Stimme zeigen
- sich nicht mit Kennzeichnung und Steuern befassen wollen
Häufige Fragen
Wie viele Follower braucht man auf TikTok, um Geld zu verdienen?
Das hängt von der Funktion ab. Für das Creator Rewards Program verlangt TikTok 10.000 Follower und 100.000 Videoaufrufe in den letzten 30 Tagen, für Shop-Provisionen in der EU 500 Follower im jeweiligen Land. Für LIVE nennt TikTok 1.000 Follower, je nach Region kann das abweichen.
Gibt es das TikTok Creator Rewards Program in Österreich oder der Schweiz?
Nein. Zu den Ländern des Programms zählen unter anderem die USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Japan, Südkorea, Mexiko und Brasilien, Branchenübersichten nennen zusätzlich etwa Italien und Spanien. Sie müssen dort leben und Ihr Konto dort registriert haben. Österreich und die Schweiz sind nicht dabei.
Wie lang muss ein TikTok-Video für das Creator Rewards Program sein?
Länger als eine Minute. Außerdem braucht das Video mindestens 1.000 Aufrufe im Für-dich-Feed, es darf kein Duett, Stitch oder Fotomodus-Beitrag sein, und bezahlte Werbung zählt nicht. TikTok empfiehlt zudem eine Auflösung ab 1080p.
Ab welchem Alter kann man auf TikTok mit LIVE-Geschenken Geld verdienen?
Laut TikTok-Hilfe ab 18 Jahren, in Südkorea ab 19. Auch um überhaupt LIVE zu gehen, müssen Sie mindestens 18 Jahre alt sein.
Kann man in Österreich TikTok-Shop-Affiliate machen?
Ja. TikTok Shop ist seit 15. Juni 2026 in Österreich verfügbar, und die EU-Richtlinie für Creator gilt ausdrücklich auch für Österreich. Sie brauchen unter anderem 500 Follower in Österreich, müssen mindestens 18 Jahre alt sein und auf Ihr Konto aus Österreich zugreifen.
Wie viel ist ein Stern auf Instagram wert?
Instagram zahlt Ihnen für jeden Stern, den Sie als Geschenk für ein Reel erhalten, 0,01 US-Dollar. 1.000 Sterne entsprechen also 10 US-Dollar. Ausgezahlt wird monatlich über Ihr Auszahlungskonto.
Ab wie vielen Followern kann man auf Instagram ein Abo anbieten?
Sie brauchen ein professionelles Konto mit mindestens 10.000 Followern und müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Abos sind laut Instagram-Hilfe unter anderem in Österreich und Deutschland verfügbar, die Schweiz steht nicht auf der Liste. Ob Sie berechtigt sind, sehen Sie im Professional-Dashboard.
Reicht das Label „Bezahlte Werbepartnerschaft“ auf Instagram als Kennzeichnung?
Instagram verlangt das Label für jeden Branded-Content-Beitrag. Die deutschen Medienanstalten nennen „bezahlte Werbepartnerschaft“ als Zusatz neben „Werbung“ oder „Anzeige“, ob das kleine Plattform-Label allein genügt, sagt ihr Leitfaden nicht ausdrücklich. Setzen Sie deshalb beides und prüfen Sie die Regeln Ihres Landes in der Länder-Übersicht oberhalb dieser Fragen.
Darf eine Marke mein TikTok-Video für eigene Werbung verwenden?
Nur in dem Umfang, den Sie vertraglich einräumen. In Deutschland richtet sich der Umfang nach § 31 UrhG nach dem Vertragszweck, wenn die Nutzungsarten nicht einzeln genannt sind. Legen Sie deshalb Kanäle, Dauer, Gebiet und Exklusivität ausdrücklich fest und verhandeln Sie die Vergütung dafür gesondert.
Muss ich Geschenke von Fans auf TikTok oder Instagram versteuern?
Ja, Auszahlungen aus Geschenken sind Einnahmen aus Ihrer Tätigkeit. Ob Sie in Österreich dafür ein Gewerbe brauchen, nennt die WKO nicht ausdrücklich, Abo-Zahlungen und Views ordnet sie den Neuen Selbständigen zu. Die Grenzen für Ihr Land stehen in der Länder-Übersicht oberhalb dieser Fragen.
- TikTok Creator Academy: Creator Rewards Program
- ttcalculator: TikTok Creator Fund Countries 2026 (Stand 9. Juli 2026)
- Hootsuite: How many followers on Instagram to get paid (Oktober 2026)
- TikTok-Hilfe: Was ist TikTok LIVE?
- TikTok Shop: EU-Richtlinie für E-Commerce-Berechtigungen für Creator (Stand 3.9.2026)
- TikTok Newsroom: TikTok Shop startet in Österreich
- TikTok: Commercial Content Disclosure für Creator
- Instagram-Hilfe: Qualifizierungskriterien für Monetarisierungs-Tools
- Instagram-Hilfe: Qualifizierungskriterien für Instagram-Abos
- Instagram-Hilfe: Mit Instagram-Geschenken Geld verdienen
- Instagram-Hilfe: Abzeichen
- Instagram-Hilfe: Prämien auf Instagram
- Instagram-Hilfe: Erste Schritte mit Branded Content
- Leitfaden der Medienanstalten
- § 31 UrhG
- WKO: Kommerzielles Influencing
- WKO: Online-Content-Creator
- IHK Darmstadt: Steuern für Influencer

Gründer von Finanzbaron, lebt in Graz. Schreibt hier, wie man online Geld verdient und was dabei in Österreich, Deutschland und der Schweiz gilt.
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