SelbständigKein Startkapital

Online-Nachhilfe geben: Plattformen, Stundensatz und Anmeldung

Foto von Mathias GallerMathias GallerGeprüft am
Das Wichtigste in Kürze

Sie unterrichten Schülerinnen, Studierende oder Erwachsene per Video, über eine Plattform oder auf eigene Rechnung. Startkapital brauchen Sie kaum, aber die Plattformen behalten einen spürbaren Teil des Preises. Steuerlich sind Sie in der Regel selbständig, mit eigenen Regeln für Unterricht in Österreich und Deutschland.

  • Provisionen laut Anbietern: Preply 33 bis 18 Prozent, italki 15 bis 30 Prozent, Superprof 10 Prozent oder 0 mit Premium.
  • Bei GoStudent und Studienkreis legt die Plattform das Honorar fest, auf Marktplätzen setzen Sie Ihren Preis selbst.
  • Bei Preply bringt die erste Probestunde mit jedem neuen Schüler nichts ein, Vor- und Nachbereitung senken den Stundenlohn zusätzlich.
  • AT ohne Gewerbeschein, DE freier Beruf mit möglicher Rentenversicherungspflicht über 603 Euro im Monat, CH AHV-Anmeldung über CHF 2.500.
  • Passt für Menschen, die ein Fach sicher beherrschen und feste Zeitfenster haben. Ein fester Monatsbetrag ist nicht planbar.

So funktioniert Online-Nachhilfe

Wenn Sie Online-Nachhilfe geben, unterrichten Sie per Video, meist eins zu eins, manchmal in kleinen Gruppen. Gefragt sind vor allem Schulfächer wie Mathematik, Deutsch und Englisch, dazu Fremdsprachen für Erwachsene und Fächer aus dem Studium. Sie brauchen dafür keine Räume und keine Anfahrt, nur einen Computer, eine Kamera und eine stabile Verbindung.

Es gibt drei Wege, an Schüler zu kommen, und sie unterscheiden sich stark darin, wer den Preis festlegt.

  • Vermittler mit festem Honorar. Bei GoStudent und Studienkreis findet die Plattform die Schüler, organisiert die Termine und rechnet ab. Den Preis für die Eltern legt die Plattform fest, Sie erhalten einen Anteil davon.
  • Marktplätze mit eigenem Preis. Bei Preply und italki erstellen Sie ein Profil, setzen Ihren Stundenpreis selbst und werden von Lernenden gebucht. Die Plattform behält eine Provision.
  • Inserat und eigene Abrechnung. Superprof funktioniert eher wie eine Anzeigenbörse. Schüler zahlen für den Kontakt, die Bezahlung des Unterrichts kann über die Plattform oder privat laufen.

Daneben können Sie ganz ohne Plattform unterrichten, über Empfehlungen, eine eigene Website oder Aushänge an Schulen und Universitäten. Das bringt den vollen Preis, verlangt aber eigene Werbung und eine eigene Abrechnung.

Der Ablauf ist auf den meisten Plattformen ähnlich. Zuerst gibt es eine Probestunde, in der Sie den Wissensstand einschätzen und klären, was erreicht werden soll, etwa eine bestandene Schularbeit oder ein bestimmtes Sprachniveau. Danach folgen regelmäßige Termine, oft einmal oder zweimal pro Woche zur gleichen Zeit. Die Nachfrage richtet sich bei Schulnachhilfe nach dem Schuljahr: Vor Prüfungen und Zeugnissen ist sie in der Regel höher, in den Ferien niedriger. Bei Sprachkursen für Erwachsene ist sie meist gleichmäßiger verteilt, dafür ist die Konkurrenz auf internationalen Marktplätzen groß. Planen Sie deshalb mit schwankenden Wochen und rechnen Sie nicht mit einem festen Monatsbetrag.

Wichtig für alle Wege: Über die gängigen Plattformen arbeiten Sie in der Regel nicht als Angestellte, sondern selbständig. GoStudent hält in den Lehrer-AGB ausdrücklich fest, dass kein Arbeitsverhältnis entsteht und Lehrkräfte weisungsfrei und eigenverantwortlich unterrichten. Der Unterrichtsvertrag kommt dort direkt zwischen Lehrkraft und Schüler zustande, GoStudent vermittelt nur und behält eine Provision. Steuern und Sozialversicherung erklären Sie selbst.

Was Sie mit Online-Nachhilfe realistisch verdienen

Ihr Verdienst hängt weniger vom Fach ab als vom Kanal, über den Sie unterrichten. Wer den Preis selbst setzt, kann mehr verlangen, trägt aber das Risiko leerer Kalenderwochen. Seriöse Durchschnittswerte für alle Fächer und Länder gibt es nicht.

Was die Plattformen selbst angeben (Stand Oktober 2026):

  • GoStudent nennt auf der österreichischen Verdienstseite 620 Euro im Monat bei 10 Unterrichtseinheiten pro Woche und bis zu 2.480 Euro bei etwa 40 Einheiten pro Woche (abgerufen 30.10.2026). Laut Trending Topics (März 2025) liegt der Grundsatz bei 12 bis 13 Euro pro Einheit, mit Aufschlägen bei höchstens 15 bis 16 Euro. Je mehr Einheiten Sie geben, desto höher ist laut GoStudent der Verdienst pro Einheit, dazu kommen Treue- und Empfehlungsboni. Eltern zahlen in Österreich laut Lehrkraftprofilen 20 bis 34 Euro pro Einheit.
  • Studienkreis gehört zur GoStudent-Gruppe, die Online-Nachhilfe läuft über GoStudent. Laut Stellenseite verdienen Lehrkräfte bis zu 16 Euro pro Stunde, inklusive Treue- und Frequenzboni.
  • Preply behält die erste Probestunde mit jedem neuen Schüler vollständig. Danach liegt die Provision zwischen 33 Prozent für neue Lehrkräfte und 18 Prozent, je mehr Stunden Sie auf der Plattform unterrichtet haben.
  • italki nimmt keine Provision auf Probestunden. Für Einzelstunden sind es 21 Prozent, für Pakete 15 bis 19 Prozent, für Gruppenkurse 30 Prozent.
  • Superprof verlangt 10 Prozent Bearbeitungsgebühr, wenn die Zahlung über Superprof läuft. Premium kostet 99 Euro im Jahr und befreit von der Provision, privat bezahlter Unterricht ist ohnehin gebührenfrei.

Rechenbeispiel mit angenommenen Werten

Das Beispiel zeigt nur die Rechenlogik. Der Stundenpreis von 30 Euro und die Vorbereitungszeit sind angenommen, die Provisionssätze stammen von den Hilfeseiten der Anbieter.

Plattform und Stufe Provision Ihnen bleiben von 30 Euro
Preply, neue Lehrkraft 33 Prozent 20,10 Euro
Preply, niedrigste Stufe 18 Prozent 24,60 Euro
italki, Einzelstunde 21 Prozent 23,70 Euro
italki, Paket mit 15 Stunden 15 Prozent 25,50 Euro
Superprof, Zahlung über die Plattform 10 Prozent 27,00 Euro
Superprof Premium oder privat bezahlt 0 Prozent 30,00 Euro

Rechnen Sie zu jeder Stunde 15 Minuten Vor- und Nachbereitung, sinkt der effektive Stundenlohn bei Preply als neue Lehrkraft von 20,10 auf rund 16,08 Euro (20,10 geteilt durch 1,25). Bei der niedrigsten Preply-Stufe wären es rund 19,68 Euro. Die Probestunden bei Preply bringen Ihnen dabei nichts ein, sie zählen aber zu den unterrichteten Stunden.

Bei Superprof lohnt Premium rechnerisch erst, wenn die eingesparte Provision die 99 Euro Jahresgebühr übersteigt. Bei 30 Euro pro Stunde sind 10 Prozent genau 3 Euro, Premium rechnet sich also ab der 34. über die Plattform bezahlten Stunde im Jahr.

Alle Werte sind Beträge vor Steuer und Sozialversicherung. Welchen Preis Sie verlangen müssen, damit nach allen Abzügen Ihr Wunschbetrag bleibt, zeigt der Stundensatz-Rechner. Mehr zur Kalkulation mit Leerzeiten und Kosten finden Sie im Ratgeber Freelancer werden.

Was Sie brauchen

Die wichtigste Voraussetzung ist sicheres Fachwissen und die Fähigkeit, es verständlich zu erklären. Formale Abschlüsse verlangen nicht alle Plattformen.

  • Qualifikation. Preply verlangt laut eigener Seite weder Zertifikat noch Unterrichtserfahrung. Studienkreis setzt für die Online-Nachhilfe ein (Fach-)Abitur, sehr gute Kenntnisse in mindestens einem Fach und sehr gutes Deutsch voraus. Bei italki wählen Sie zwischen Community Tutor und Professional Teacher, für Letzteres brauchen Sie ein Lehrzertifikat wie CELTA oder TEFL.
  • Alter. Bei GoStudent ist die Registrierung laut AGB grundsätzlich ab 18 Jahren möglich, jüngere brauchen die Zustimmung der Eltern.
  • Technik. Computer oder Laptop, Webcam, Mikrofon und eine stabile Internetverbindung. Ein ruhiger, aufgeräumter Raum ohne Hintergrundgeräusche gehört laut GoStudent-Verhaltenskodex ebenfalls dazu.
  • Profil. Preply verlangt ein Porträtfoto, eine Beschreibung, ein kurzes Vorstellungsvideo von bis zu zwei Minuten und Ihre Verfügbarkeit. italki prüft zusätzlich einen amtlichen Ausweis.
  • Ein Konto für die Auszahlung. GoStudent überweist das Guthaben jeweils im Folgemonat auf Ihr Bankkonto. Preply nennt PayPal, Payoneer, Skrill und Transferwise (Wise) als Auszahlungswege. Bei Superprof ist das Guthaben 24 Stunden nach der Stunde verfügbar und wird ab einem Saldo von über 30 Euro ausgezahlt.

Datenschutz und Kinderschutz

Wer Minderjährige unterrichtet, trägt besondere Verantwortung. Der GoStudent-Verhaltenskodex verbietet Treffen außerhalb der Einheiten und Kontakt über private Kanäle. Daten über Schüler, etwa Noten oder persönliche Angelegenheiten, dürfen ohne ausdrückliche Zustimmung nicht weitergegeben werden. Lehrkräfte müssen GoStudent außerdem relevante strafrechtliche Verurteilungen melden.

Auch beim Datenschutz sind Sie nicht nur Nutzer. In den GoStudent-AGB sind Lehrkräfte für die Daten ihrer Schüler Verantwortliche, GoStudent ist Auftragsverarbeiter. Wenn Sie auf eigene Rechnung unterrichten, gilt das erst recht. Speichern Sie nur, was Sie für den Unterricht brauchen, und zeichnen Sie Stunden nur mit Einwilligung der Eltern auf.

Schritt für Schritt starten

  1. Fach und Zielgruppe festlegen. Entscheiden Sie, ob Sie Schüler, Studierende oder Erwachsene unterrichten. Für Sprachkurse an Erwachsene passen Preply und italki, für Schulnachhilfe eher GoStudent, Studienkreis oder Superprof.
  2. Anmeldung klären. Klären Sie vor der ersten bezahlten Stunde, wie Sie sich in Ihrem Land anmelden. Die Regeln stehen weiter unten in der Länder-Übersicht.
  3. Preis rechnen. Rechnen Sie Ihren Mindestpreis mit Provision, Vorbereitungszeit und Steuern durch, am einfachsten mit dem Rechner auf dieser Seite.
  4. Bedingungen lesen. Lesen Sie AGB und Verhaltenskodex der Plattform, vor allem zu Provisionen, Absagen und privatem Unterricht außerhalb der Plattform.
  5. Profil anlegen. Erstellen Sie ein ehrliches Profil mit Foto, kurzer Beschreibung und Video. Nennen Sie konkret, wobei Sie helfen, etwa Schularbeitsvorbereitung oder Abitur.
  6. Technik testen. Testen Sie Kamera, Ton, Bildschirmfreigabe und Whiteboard vor der ersten Stunde.
  7. Unterlagen vorbereiten. Legen Sie Übungsblätter und Erklärungen für häufige Themen an. Das senkt die Vorbereitungszeit pro Stunde deutlich.
  8. Rücklage einrichten. Legen Sie von jeder Auszahlung einen Teil für Steuer und Sozialversicherung auf ein eigenes Konto.
  9. Preis überprüfen. Vergleichen Sie nach einigen Wochen Aufwand und Ertrag. Sinkt die Provision oder steigen die Bewertungen, passen Sie den Preis an.

Steuer und Anmeldung

Online-Nachhilfe ist in der Regel eine selbständige Tätigkeit, für die Sie selbst Steuern und Sozialversicherung erklären. In Österreich und Deutschland gelten für Unterricht dabei Sonderregeln: In Österreich ist Privatunterricht von der Gewerbeordnung ausgenommen, in Deutschland zählt unterrichtende Tätigkeit zu den freien Berufen. Dafür können selbständige Lehrer in Deutschland rentenversicherungspflichtig sein. In der Schweiz zählt vor allem die Anmeldung bei der AHV-Ausgleichskasse.

Arbeiten Sie neben einer Anstellung, gelten zusätzlich die Regeln für Nebeneinkünfte, mehr dazu im Ratgeber Nebenjob neben dem Vollzeitjob. Plattformen, die Dienstleistungen vermitteln, melden Ihre Einnahmen nach DAC7 an die Steuerbehörden, und zwar ohne die Schwelle von 30 Verkäufen, die nur beim Verkauf von Waren gilt. Eine Meldung bedeutet nicht automatisch Steuerpflicht, Details im Ratgeber zur DAC7-Meldung. Die Regeln für Österreich, Deutschland und die Schweiz stehen weiter unten in der Länder-Übersicht, die allgemeinen Grenzen in den Grundlagen zu Steuer und Sozialversicherung.

Häufige Fehler

Die meisten Probleme entstehen nicht im Unterricht, sondern bei Preis, Planung und Anmeldung.

  • Provision unterschätzt. Ein Preis von 30 Euro bringt bei 33 Prozent Provision nur 20,10 Euro. Rechnen Sie immer vom Betrag, der bei Ihnen ankommt.
  • Vorbereitung nicht eingerechnet. Jede Minute Vor- und Nachbereitung senkt den effektiven Stundenlohn.
  • Probestunden übersehen. Bei Preply bringt die erste Stunde mit jedem neuen Schüler nichts ein. Wer viele Probestunden gibt und wenige Schüler hält, verdient wenig.
  • Rentenversicherung in Deutschland vergessen. Selbständige Lehrer können bei mehr als 603 Euro Arbeitseinkommen im Monat pflichtversichert sein. Die Meldefrist beträgt drei Monate.
  • Schüler von der Plattform abwerben. GoStudent verbietet das ausdrücklich, ein Verstoß kann zum Ausschluss führen.
  • Private Kontaktkanäle. Wer mit minderjährigen Schülern über private Messenger schreibt, macht sich angreifbar. Bleiben Sie auf den Kanälen der Plattform oder stimmen Sie sich mit den Eltern ab.
  • Keine Rücklage. Plattformen ziehen keine Steuern ab. Nachzahlungen kommen oft erst mit dem ersten Bescheid.

Nachhilfe-Plattformen im Vergleich

Die Plattformen unterscheiden sich vor allem darin, wer den Preis festlegt und wie viel davon bei Ihnen bleibt. Die Tabelle enthält nur Werte von den Hilfe-, Preis- oder AGB-Seiten der Anbieter (Stand Oktober 2026).

Plattform Modell Preis Kosten für Lehrkräfte laut Anbieter
GoStudent Vermittlung, Schüler werden zugeteilt Legt GoStudent fest Provision pro vermitteltem Vertrag, Höhe wird Lehrkräften mitgeteilt
Studienkreis Online-Nachhilfe über GoStudent Legt die Plattform fest bis zu 16 € pro Stunde inklusive Boni
Preply Marktplatz Setzen Sie selbst 100 Prozent der ersten Probestunde, danach 33 bis 18 Prozent
italki Marktplatz, Schwerpunkt Sprachen Setzen Sie selbst Probestunde 0 Prozent, Einzelstunde 21, Pakete 15 bis 19, Gruppen 30 Prozent
Superprof Inserat, Schüler zahlen für den Kontakt Setzen Sie selbst 10 Prozent bei Zahlung über Superprof, Premium 99 Euro im Jahr ohne Provision
Eigene Schüler Direktvertrieb Setzen Sie selbst Keine Vermittlungsgebühr, dafür eigene Werbung und Abrechnung

GoStudent führt eigene Lehrer-AGB für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Provisionen und Tarife können sich laut AGB jederzeit ändern. Prüfen Sie den aktuellen Stand immer direkt beim Anbieter, bevor Sie Ihren Preis festlegen.

Für wen es sich lohnt

Online-Nachhilfe lohnt sich für Menschen, die ein Fach sicher beherrschen, gern erklären und regelmäßig feste Zeitfenster frei haben, etwa Studierende, Berufstätige am Abend oder Menschen in Pension. Weitere Möglichkeiten für das Studium zeigt der Ratgeber Geld verdienen als Student. Der Start kostet kaum Geld, aber Zeit für Profil, Unterlagen und die ersten Probestunden. Wer über Vermittler einsteigt, bekommt schnell Schüler, aber einen festgelegten und eher niedrigen Satz. Wer den Preis selbst setzt und sich einen Stamm an Schülern aufbaut, kann mehr verdienen, muss sich aber selbst um Nachfrage, Anmeldung und Rücklagen kümmern. Wer sein Wissen auch ohne feste Termine weitergeben möchte, kann zusätzlich einen Online-Kurs verkaufen.

Länder-Übersicht: Steuer und Anmeldung in Ihrem Land

Österreich

Gewerbe
Privatunterricht und Nachhilfe unterliegen laut WKO Niederösterreich nicht der Gewerbeordnung (§ 2 Abs. 1 Z 12 GewO 1994). Für die unterrichtende Tätigkeit brauchen Sie keinen Gewerbeschein. Bieten Sie zusätzlich andere Leistungen an, klären Sie die Einordnung mit dem Gründerservice der WKO.
Sozialversicherung
Ohne Gewerbeschein sind Sie als Neue Selbständige tätig, die WKO nennt unterrichtende Tätigkeit ausdrücklich als Beispiel. Als Neue Selbständige sind Sie 2026 erst ab Einkünften über 6.613,20 Euro versichert. Die Meldung an die SVS muss innerhalb eines Monats erfolgen.
Achtung
Wird die Pflichtversicherung erst nach dem Einkommensteuerbescheid festgestellt, verlangt die SVS einen Zuschlag von 9,3 Prozent. Er entfällt, wenn Sie das Überschreiten der Grenze innerhalb von acht Wochen ab dem Bescheid melden.
Einkommensteuer
Neben dem Gehalt müssen Sie eine Veranlagung abgeben, wenn Ihre Nebeneinkünfte über 730 Euro im Jahr liegen.
Umsatzsteuer
Bis 55.000 Euro Umsatz im Jahr gilt die Kleinunternehmerregelung.

Deutschland

Anmeldung
Unterrichtende Tätigkeit zählt nach § 18 EStG zu den freien Berufen. Als Freiberufler melden Sie sich innerhalb eines Monats beim Finanzamt an, ein Gewerbe melden Sie dann nicht an. Im Zweifel entscheidet das Finanzamt.
Rentenversicherung
Selbständige Lehrer ohne versicherungspflichtigen Arbeitnehmer sind nach § 2 Satz 1 Nr. 1 SGB VI rentenversicherungspflichtig. Versicherungsfrei bleibt die Tätigkeit bis zur Geringfügigkeitsgrenze von 603 Euro im Monat (2026). Melden Sie sich innerhalb von drei Monaten nach Beginn bei der Rentenversicherung (§ 190a SGB VI).
Beitrag
Der Beitragssatz liegt 2026 bei 18,6 Prozent. Der Regelbeitrag für Selbständige beträgt laut Deutscher Rentenversicherung 735,63 Euro im Monat, der Mindestbeitrag 112,16 Euro. Die Beratung der Rentenversicherung klärt, was in Ihrem Fall gilt.
Umsatzsteuer
§ 4 Nr. 21 UStG befreit unter anderem Schul- und Hochschulunterricht von Privatlehrern. Ob Ihre Nachhilfe darunter fällt, klären Sie mit dem Finanzamt. Unabhängig davon sind Sie Kleinunternehmer, wenn der Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betrug und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht überschreitet.
Einkommensteuer
Liegen Ihre Nebeneinkünfte über 410 Euro im Jahr, müssen Sie eine Steuererklärung abgeben.

Schweiz

Anmeldung
Eine Gewerbeanmeldung wie in Österreich oder Deutschland gibt es nicht. Liegt der Reingewinn aus dem Nebenerwerb über CHF 2.500 im Jahr, melden Sie sich bei einer AHV-Ausgleichskasse als selbständigerwerbend an.
AHV/IV/EO
Bis CHF 2.500 Einkommen aus Nebenerwerb im Jahr werden Beiträge nur auf Ihren Wunsch erhoben. Darüber zahlen Sie Beiträge nach sinkender Skala. Ob Sie als selbständig gelten, beurteilt die Ausgleichskasse.
Steuer
Einkommen aus selbständiger Nebentätigkeit geben Sie in der Steuererklärung an, abzüglich der geschäftlich begründeten Kosten. Steuersätze und Abzüge unterscheiden sich je nach Kanton.
Mehrwertsteuer
MWST-pflichtig werden Sie erst ab einem weltweiten Jahresumsatz von CHF 100.000.

Passt das zu Ihnen?

Gute Wahl, wenn Sie
  • ein Fach sicher beherrschen und gern erklären
  • feste Zeitfenster am Nachmittag oder Abend haben
  • mit Kindern, Jugendlichen und Eltern gut umgehen
Eher nichts, wenn Sie
  • nur gelegentlich und ohne Termine arbeiten wollen
  • ungern vor der Kamera sprechen
  • einen hohen Stundenlohn ab der ersten Stunde erwarten

Häufige Fragen

Wie viel verdient man mit Online-Nachhilfe?

Das hängt vor allem vom Kanal ab. Bei GoStudent und Studienkreis legt die Plattform den Verdienst fest. Laut Trending Topics (März 2025) zahlt GoStudent 12 bis 13 Euro pro Einheit, mit Aufschlägen höchstens 15 bis 16 Euro. Auf Preply, italki und Superprof setzen Sie Ihren Preis selbst, davon geht je nach Plattform eine Provision ab. Vor- und Nachbereitung senken den effektiven Stundenlohn zusätzlich.

Welche Plattform nimmt die geringste Provision?

Bei Superprof fällt keine Provision an, wenn die Schüler Sie privat bezahlen oder Sie Premium-Mitglied sind, sonst 10 Prozent. Bei italki liegt die Provision zwischen 15 und 30 Prozent je nach Paket und Unterrichtsform, bei Preply zwischen 18 und 33 Prozent. Probestunden behält Preply vollständig, bei italki sind sie provisionsfrei.

Kann ich ohne Studium oder Lehrerausbildung Nachhilfe geben?

Ja, bei Preply, Studienkreis und italki ist ein Studium oder eine Lehrerausbildung keine Voraussetzung. Preply verlangt laut eigener Seite kein Zertifikat, Studienkreis setzt für die Online-Nachhilfe ein Abitur oder Fachabitur voraus. Bei italki brauchen Sie ein Lehrzertifikat wie CELTA oder TEFL nur für das Profil als Professional Teacher, nicht als Community Tutor.

Bin ich bei GoStudent angestellt?

Nein. Laut den Lehrer-AGB von GoStudent entsteht kein Arbeitsverhältnis, Lehrkräfte arbeiten weisungsfrei und selbständig. Steuern und Sozialversicherungsbeiträge erklären und zahlen Sie selbst. Die Anmeldung richtet sich nach Ihrem Wohnland, die Details stehen in der Länder-Übersicht oberhalb dieser Fragen.

Brauche ich in Österreich einen Gewerbeschein für Nachhilfe?

Nein, Privatunterricht und Nachhilfe sind laut WKO Niederösterreich von der Gewerbeordnung ausgenommen. Sie sind dann als Neue Selbständige tätig und erst ab Einkünften über 6.613,20 Euro im Jahr (2026) bei der SVS versichert. Neben dem Gehalt gilt zusätzlich die Veranlagungsgrenze von 730 Euro.

Muss ich als Nachhilfelehrer in Deutschland in die Rentenversicherung einzahlen?

Möglicherweise ja. Selbständige Lehrer ohne versicherungspflichtigen Arbeitnehmer sind nach § 2 SGB VI rentenversicherungspflichtig, sobald ihr Arbeitseinkommen regelmäßig über 603 Euro im Monat (2026) liegt. Die Meldung ist innerhalb von drei Monaten nach Beginn fällig. Ob die Pflicht in Ihrem Fall greift, klärt die Beratung der Deutschen Rentenversicherung.

Ist Nachhilfe von der Umsatzsteuer befreit?

In Deutschland befreit § 4 Nr. 21 UStG unter anderem Schul- und Hochschulunterricht von Privatlehrern, ob Ihre Nachhilfe darunter fällt, klärt das Finanzamt. In der Praxis sind viele Nachhilfelehrer ohnehin Kleinunternehmer und verrechnen keine Umsatzsteuer. Die Grenzen für Österreich, Deutschland und die Schweiz stehen in der Länder-Übersicht oberhalb dieser Fragen.

Darf ich Schüler von der Plattform privat weiter unterrichten?

Das regelt jede Plattform selbst. GoStudent verbietet es laut Verhaltenskodex ausdrücklich, vermittelten Schülern außerhalb der Plattform Nachhilfe zu geben. Superprof erlaubt dagegen, dass Schüler und Lehrkräfte privat abrechnen. Lesen Sie vor dem Start die Bedingungen Ihrer Plattform.

Was muss ich beim Unterricht mit Minderjährigen beachten?

Halten Sie den Kontakt auf den Kanälen der Plattform und teilen Sie keine Daten über Schüler mit Dritten. GoStudent verlangt das im Verhaltenskodex und verpflichtet Lehrkräfte, relevante strafrechtliche Verurteilungen zu melden. Auf eigene Rechnung sollten Sie Termine und Absprachen mit den Eltern treffen und Aufzeichnungen nur mit Einwilligung machen.

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Mathias Galler

Gründer von Finanzbaron, lebt in Graz. Schreibt hier, wie man online Geld verdient und was dabei in Österreich, Deutschland und der Schweiz gilt.

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