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Online-Kurs verkaufen: Udemy, eigene Plattform und was Ihnen bleibt

Foto von Mathias GallerMathias GallerGeprüft am
Das Wichtigste in Kürze

Sie nehmen einen Videokurs einmal auf und verkaufen ihn über einen Marktplatz wie Udemy oder über eine eigene Kursplattform. Auf Udemy bekommen Sie bei Verkäufen über den Marktplatz 37 Prozent des Nettobetrags, über eigene Gutscheine 97 Prozent. Mit eigener Plattform behalten Sie mehr, müssen die Käufer aber selbst finden.

  • Udemy zahlt 37 Prozent des Nettobetrags bei Marktplatzverkäufen und 97 Prozent über eigene Gutscheine oder Empfehlungslinks.
  • Wegen 30 Tagen Erstattungsfrist zahlt Udemy die Einnahmen eines Monats meist erst im übernächsten Monat aus, ab 25 US-Dollar.
  • Eigene Plattformen kosten Monats- oder Transaktionsgebühren, etwa Digistore24 7,9 Prozent plus 1 Euro pro Verkauf.
  • Kurse mit Fragerecht brauchen für Kunden in DE eine ZFU-Zulassung. AT ohne Gewerbeschein als Neue Selbständige, CH ohne FernUSG.
  • Passt, wenn Sie ein gefragtes Thema erklären können. Ohne eigene Reichweite bleiben auf Udemy nur 37 Prozent.

So funktioniert es, einen Online-Kurs zu verkaufen

Wer einen Online-Kurs verkaufen will, nimmt sein Wissen als Folge von Videolektionen auf und verkauft den Zugang dazu. Käufer schauen die Lektionen in einem geschützten Bereich an, wann und so oft sie wollen. Der Kurs entsteht einmal, verkauft wird er beliebig oft. Typische Themen sind Software, Sprachen, Fotografie, Programmierung, Fitness oder berufliche Fachkenntnisse.

Für den Vertrieb gibt es zwei Wege. Auf einem Marktplatz wie Udemy laden Sie den Kurs hoch, Udemy kassiert, wirbt und zahlt Ihnen einen Anteil aus. Auf einer eigenen Kursplattform wie Teachable, Thinkific oder ablefy mieten Sie die Technik gegen Monatsgebühr und verkaufen unter eigenem Namen. Dann behalten Sie den größten Teil des Preises, müssen Käufer aber selbst gewinnen.

Dieser Ratgeber behandelt Videokurse. Wer E-Books, Vorlagen oder Checklisten verkaufen möchte, findet Gebühren und Steuerfragen dazu im Ratgeber digitale Infoprodukte. Für Kurse mit Live-Terminen und persönlicher Begleitung lohnt zusätzlich der Ratgeber Online-Coaching.

Udemy: Umsatzbeteiligung, Preise und Aktionen

Wer mit Udemy Geld verdienen will, sollte zuerst die Anteile kennen: Auf Udemy hängt Ihr Anteil davon ab, über welchen Weg der Kunde kauft. Laut Udemy-Hilfe gilt:

  • 97 Prozent des Nettobetrags, wenn der Kunde über Ihren eigenen Gutschein oder Ihren Empfehlungslink kauft.
  • 37 Prozent bei allen anderen Verkäufen, auch wenn der Kunde zuvor auf eine Udemy-Anzeige geklickt hat.

Der Nettobetrag ist der gezahlte Preis abzüglich Steuern und Gebühren. Als Beispiel nennt Udemy die Gebühr von 30 Prozent, die Apple oder Google bei Käufen in der App verlangen. Bei Udemy Business und den Abos verteilt Udemy laut Hilfe monatlich 15 Prozent der Abo-Einnahmen von Udemy Business auf alle Dozenten, und zwar nach dem Anteil an den angesehenen Minuten.

Preise und Aktionen: Sie wählen den Preis aus vorgegebenen Preisstufen. Neue Premium-Dozenten nehmen standardmäßig am Udemy Deals Program teil. Dort bestimmt Udemy per Datenmodell, mit welchem Rabatt Ihr Kurs in welchem Markt verkauft wird, mindestens aber für 9,99 US-Dollar bei Direktverkäufen. Ihr eigener Preis dient dann als Rückfallpreis. Sie können das Programm verlassen, laufende Aktionen enden laut Hilfe innerhalb von bis zu 10 Tagen. Danach wird Ihr Kurs nur noch zum Listenpreis oder mit Ihren eigenen Gutscheinen verkauft, auch Udemy-Werbung außerhalb der Seite endet.

Weitere Regeln: Ein Kurs braucht mindestens 30 Minuten Video, 5 Lektionen und HD-Qualität. Kostenpflichtige Kurse dürfen Sie nicht anderswo kostenlos anbieten, etwa auf YouTube. Käufer können innerhalb von 30 Tagen eine Erstattung verlangen. Deshalb zahlt Udemy Einnahmen eines Monats meist erst im übernächsten Monat aus, ab 25 US-Dollar über PayPal, Payoneer oder Tipalti.

Was Sie realistisch verdienen können

Wie viel ein Online-Kurs bringt, hängt von Preis, Vertriebsweg und Reichweite ab, verlässliche Durchschnittswerte gibt es nicht. Entscheidend ist, wer die Käufer bringt: Udemy oder Sie selbst.

Diese Faktoren bestimmen Ihre Einnahmen:

  • Vertriebsweg. Auf Udemy macht der Unterschied zwischen 37 und 97 Prozent mehr aus als fast jede andere Stellschraube.
  • Rabatte. Im Deals Program verkauft Udemy Ihren Kurs oft deutlich unter dem Listenpreis.
  • Nachfrage und Wettbewerb. Zu gefragten Themen gibt es viele Kurse, zu Nischen weniger Käufer.
  • Erstattungen. Jede Rückerstattung nimmt den Umsatz wieder weg.
  • Aktualität. Software und Plattformen ändern sich, veraltete Kurse verkaufen schlechter.

Rechenbeispiel Udemy

Beispiel mit angenommenen Werten. Ein Kunde zahlt in einer Aktion 14,99 Euro, darin angenommen 20 Prozent Umsatzsteuer. Der Nettobetrag liegt dann bei rund 12,49 Euro.

Weg Anteil laut Udemy Ihr Anteil pro Verkauf
Kauf über den Marktplatz 37 % rund 4,62 €
Kauf über Ihren Gutschein 97 % rund 12,12 €

Rechenbeispiel eigene Plattform

Beispiel mit angenommenen Werten. Sie verkaufen einen Kurs für 149 Euro zehnmal im Monat. Die Gebühren sind vereinfacht auf den Verkaufspreis gerechnet.

Weg Gebühr laut Anbieter Kosten bei 10 Verkäufen
Digistore24 7,9 % + 1 € pro Verkauf rund 127,71 €
ablefy Create & Sell 2,7 % + 0,50 € pro Zahlung, Plan ab 59 € im Monat rund 45,23 € + 59 € = 104,23 €

Die Rechnung zeigt nur die Logik. Bei wenigen Verkäufen ist ein Modell ohne Monatsgebühr meist günstiger, bei vielen holt eine Plattform mit niedriger Transaktionsgebühr auf. Digistore24 hostet laut Hilfe-Center selbst keine Videokurse, Sie brauchen dafür einen angebundenen Mitgliederbereich.

Plattform oder eigener Shop: eine ehrliche Bewertung

Ein Marktplatz löst Ihr größtes Problem, die fehlenden Käufer, und kostet dafür den größten Teil des Umsatzes. Eine eigene Plattform kehrt das um.

Für Udemy spricht: Sie brauchen weder Technik noch Zahlungsabwicklung, und Udemy wirbt selbst. Für einen ersten Kurs ist das ein günstiger Test, ob ein Thema Käufer findet.

Gegen Udemy spricht: Sie bestimmen den Preis nur eingeschränkt, Aktionen drücken ihn. Sie erhalten keine E-Mail-Adressen Ihrer Käufer für eigene Angebote. Ändert Udemy die Anteile oder Regeln, trifft Sie das direkt.

Für die eigene Plattform spricht: Sie legen Preis, Angebot und Rabatte selbst fest, bauen eine eigene Kundenliste auf und können Kurse bündeln oder als Abo verkaufen.

Gegen die eigene Plattform spricht: Ohne Reichweite verkaufen Sie wenig, während die Monatsgebühr läuft. Rechtstexte, Widerrufsfunktion, Rechnungen und Umsatzsteuer liegen bei Ihnen, außer die Plattform übernimmt sie als Wiederverkäufer.

Ein häufiger Mittelweg: Der Kurs liegt zusätzlich auf Udemy, Kunden aus der eigenen Reichweite schicken Sie über Ihren Gutschein dorthin oder auf die eigene Plattform. Reichweite entsteht oft über kostenlose Inhalte, etwa einen YouTube-Kanal.

Was Sie brauchen, um einen Videokurs zu erstellen

Um einen ordentlichen Videokurs zu erstellen, reichen eine gute Tonaufnahme, ruhiges Licht und eine Schnittsoftware. Das Budget ist überschaubar, die Zeit ist der eigentliche Einsatz.

  • Mikrofon. Ton ist wichtiger als Bild. Udemy verlangt Ton auf beiden Kanälen, synchron zum Bild und ohne störende Geräusche.
  • Kamera oder Bildschirmaufnahme. Für Software-Kurse genügt eine Bildschirmaufnahme, etwa mit OBS Studio, einem kostenlosen Open-Source-Programm für Windows, Mac und Linux. Für Kurse mit Ihnen im Bild reicht oft ein aktuelles Smartphone mit Stativ. Mindestens 720p, besser 1080p.
  • Folien mit Stimme. Wer nicht vor die Kamera möchte, spricht zu Präsentationsfolien und nimmt beides als Bildschirmvideo auf. Wer seine Stimme auch für Aufträge anderer einsetzen will, findet den Weg im Ratgeber Sprecher werden.
  • Licht und Raum. Ein Fenster oder eine Tageslichtlampe von vorn und ein Raum ohne Hall.
  • Schnittsoftware. Für Schnitt, Untertitel und Einblendungen.
  • Skript. Eine Gliederung pro Lektion spart beim Schnitt viel Zeit.

Zeitaufwand: Für jede fertige Videominute brauchen Sie in der Regel ein Mehrfaches an Arbeitszeit, dazu kommen Übungsmaterial, Kursbeschreibung und später Antworten auf Fragen. Messen Sie Ihre Zeit an einer Probelektion, bevor Sie den ganzen Kurs planen.

Marketing: wie Käufer Ihren Kurs finden

Ein Kurs verkauft sich nicht von selbst, auch nicht auf Udemy. Die Kernaussage: Wer Käufer selbst bringt, verdient deutlich mehr pro Verkauf.

  • Kostenlose Inhalte. Videos, Artikel oder Beiträge zu Teilfragen Ihres Themas zeigen, dass Sie es erklären können.
  • E-Mail-Liste. Wer sich für ein kostenloses Mini-Training einträgt, ist der wahrscheinlichste Käufer. Für die Einwilligung gelten die Regeln zum Newsletter-Versand.
  • Eigene Gutscheine. Auf Udemy verschieben sie den Anteil von 37 auf 97 Prozent.
  • Vorschau. Eine freie erste Lektion und ein klares Inhaltsverzeichnis helfen bei der Kaufentscheidung.
  • Bewertungen. Frühe Teilnehmer um ehrliches Feedback bitten und den Kurs danach verbessern.

Versprechen Sie keine Ergebnisse wie Einkommen oder Jobzusagen, sondern beschreiben Sie, was im Kurs steckt.

Fernunterricht und Widerrufsrecht

Bei Kunden in Deutschland kann ein Online-Kurs unter das Fernunterrichtsschutzgesetz fallen. Fernunterricht ist nach § 1 FernUSG die entgeltliche Vermittlung von Kenntnissen, bei der Lehrende und Lernende überwiegend räumlich getrennt sind und der Lehrende den Lernerfolg überwacht. Solche Kurse brauchen eine Zulassung der Staatlichen Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU), sonst ist der Vertrag nichtig.

Der Bundesgerichtshof legt das weit aus. Laut IHK Karlsruhe genügt nach dem Urteil vom 12. Juni 2025 (III ZR 109/24) schon ein vertragliches Recht, Fragen zum Stoff zu stellen, per E-Mail, in Online-Meetings oder in Gruppen. Auch aufgezeichnete Lektionen zählen, und das Gesetz schützt auch Unternehmer als Kunden. Ein Kurs mit Betreuung, Hausaufgaben oder Feedback zum Lernstand ist deshalb ohne Zulassung riskant.

Stand der Reform (28. Oktober 2026): Ein Referentenentwurf des Bundesbildungsministeriums vom August 2026 sieht vor, die Zulassungspflicht ab 1. Juli 2027 zu streichen und das FernUSG mit Ablauf des 30. Juni 2028 aufzuheben. Laut Fachberichten gab es bis Anfang Oktober 2026 keinen Kabinettsbeschluss. Zusätzlich hat die AfD-Fraktion am 6. Oktober 2026 einen eigenen Gesetzentwurf zur Aufhebung eingebracht (Drucksache 21/8374). Beides ist kein geltendes Recht. Bis eine Änderung verkündet ist, gilt die Zulassungspflicht.

Österreich und die Schweiz haben kein FernUSG. Ob für Ihren Kurs dort eine andere Bewilligung nötig ist, klären Sie in Österreich mit dem Gründerservice der WKO, in der Schweiz mit einer Rechtsberatung. Verkaufen Sie von dort an Kunden in Deutschland, lassen Sie zusätzlich prüfen, ob deutsches Recht greift.

Widerrufsrecht: Verkaufen Sie selbst an Verbraucher in der EU, gilt grundsätzlich ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Es erlischt vor Fristende nur, wenn der Kunde dem sofortigen Zugang ausdrücklich zustimmt, den Verlust bestätigt und eine Vertragsbestätigung auf einem dauerhaften Datenträger wie einer E-Mail erhält. Die WKO rät zu zwei getrennten Kästchen, die der Kunde aktiv anklickt. Neu ist die Widerrufsfunktion „Vertrag widerrufen“: in Deutschland seit 19. Juni 2026, in Österreich für Verträge ab 1. Oktober 2026. Die Details stehen weiter unten in der Länder-Übersicht.

Steuer und Anmeldung

Kurseinnahmen sind steuerpflichtiges Einkommen, auch über Udemy. Aufgezeichnete Kurse gelten umsatzsteuerlich in der Regel als elektronische Dienstleistung, die IHK Region Stuttgart zählt automatisierten Fernunterricht ausdrücklich dazu. Verkaufen Sie selbst an Privatkunden in anderen EU-Staaten, gilt über 10.000 Euro netto im Jahr die Umsatzsteuer des Kundenlandes. Wie Sie das über den One-Stop-Shop melden, erklärt der Ratgeber Verkaufen ins EU-Ausland (OSS).

Ob Sie ein Gewerbe brauchen, als Neue Selbständige oder Freiberufler gelten und ab wann Sozialversicherung anfällt, steht weiter unten in der Länder-Übersicht. Die allgemeinen Regeln finden Sie in den Grundlagen zu Steuer, Gewerbe und Sozialversicherung.

Online-Kurs erstellen: Schritt für Schritt

  1. Thema prüfen. Wählen Sie ein Thema, zu dem Ihnen Menschen schon Fragen stellen, und sehen Sie nach, welche Kurse es dazu gibt.
  2. Ergebnis festlegen. Formulieren Sie, was Teilnehmer nach dem Kurs können sollen, und gliedern Sie danach die Lektionen.
  3. Probelektion aufnehmen. Testen Sie Technik, Ton und Ihren Zeitbedarf an einer einzigen Lektion.
  4. Vertriebsweg wählen. Udemy, eigene Plattform oder beides, abhängig von Ihrer Reichweite.
  5. Recht klären. Prüfen Sie bei Kunden in Deutschland, ob Ihr Kurs eine ZFU-Zulassung braucht, und richten Sie Widerruf und Rechtstexte ein.
  6. Anmeldung erledigen. Klären Sie Gewerbe, Steuer und Sozialversicherung für Ihr Land, bevor der erste Verkauf läuft.
  7. Kurs produzieren. Nehmen Sie alle Lektionen auf, schneiden Sie sie und ergänzen Sie Übungsmaterial.
  8. Verkaufsseite schreiben. Inhalt, Umfang, Zielgruppe und Voraussetzungen ehrlich beschreiben.
  9. Start bewerben. Informieren Sie Ihre Reichweite und nutzen Sie auf Udemy eigene Gutscheine.
  10. Auswerten und aktualisieren. Lesen Sie Fragen und Bewertungen und überarbeiten Sie veraltete Lektionen.

Häufige Fehler

Die meisten Kurse scheitern am Vertrieb, nicht am Inhalt.

  • Zu großer erster Kurs. Monate an Produktion, bevor feststeht, ob jemand kauft.
  • Schlechter Ton. Teilnehmer verzeihen ein einfaches Bild, aber keinen hallenden oder rauschenden Ton.
  • Nur auf Udemy-Werbung setzen. Bei Marktplatzverkäufen bleiben 37 Prozent, und Rabatte drücken den Preis.
  • Betreuung ohne Zulassung. Ein Fragerecht kann in Deutschland eine ZFU-Pflicht auslösen.
  • Widerruf falsch umgesetzt. Ein vorangekreuztes Kästchen oder eine Bestätigung nur auf der Website reicht nicht.
  • Kurs kostenlos anderswo. Wer einen kostenpflichtigen Udemy-Kurs gratis auf YouTube stellt, verstößt gegen die Udemy-Regeln.
  • Einkommensversprechen. Sie wecken falsche Erwartungen und können rechtlich Probleme machen.

Kursplattformen im Vergleich

Die Plattformen unterscheiden sich vor allem in Monatsgebühr und Transaktionsgebühr. Alle Werte stammen von den Preisseiten der Anbieter (Stand Oktober 2026), Zahlungsgebühren der Zahlungsanbieter können jeweils dazukommen.

Plattform Modell Kosten laut Anbieter
Udemy Marktplatz Keine Gebühr, Ihr Anteil 37 % über den Marktplatz, 97 % über eigene Gutscheine
Teachable Eigene Kursseite Starter 39 US-Dollar im Monat und 7,5 % Transaktionsgebühr, Builder 89 US-Dollar ohne Transaktionsgebühr (jährlich günstiger)
Thinkific Eigene Kursseite Start 79 € im Monat bei jährlicher Zahlung, Grow 159 € (Thinkific, Oktober 2026)
ablefy Shop mit Kursbereich 2,7 % + 0,50 € pro Zahlung, Sell ab 27 €, Create & Sell mit Kursen ab 59 € im Monat
Digistore24 Wiederverkäufer 7,9 % + 1 € pro Verkauf, kein eigenes Kurs-Hosting
Kajabi Komplettsystem Basic 143 US-Dollar im Monat bei jährlicher Zahlung, keine Umsatzbeteiligung
Skool Community mit Kursen Hobby 9 US-Dollar im Monat und 10 %, Pro 99 US-Dollar und 2,9 % Transaktionsgebühr

Bei Skool lohnt der Pro-Tarif rechnerisch ab rund 1.268 US-Dollar Umsatz im Monat. Gebühren ändern sich regelmäßig, prüfen Sie den Stand vor dem Start direkt beim Anbieter. Wer lieber live und im Einzelgespräch unterrichtet, findet den passenden Weg im Ratgeber Online-Nachhilfe.

Für wen es sich lohnt

Einen Online-Kurs zu verkaufen lohnt sich, wenn Sie ein gefragtes Thema verständlich erklären können und bereit sind, Wochen in Produktion und Vermarktung zu stecken. Udemy eignet sich als günstiger Test ohne Technikaufwand, der größere Anteil bleibt Ihnen aber nur mit eigener Reichweite. Planen Sie Betreuung für Kunden in Deutschland, klären Sie die Zulassungsfrage vor dem ersten Verkauf. Passiv wird das Einkommen erst, wenn regelmäßig Käufer kommen, ohne dass Sie jedes Mal nachhelfen.

Länder-Übersicht: Steuer und Anmeldung in Ihrem Land

Österreich

Gewerbe
Unterricht und Bildungsangebote unterliegen laut WKO Niederösterreich nicht der Gewerbeordnung (§ 2 Abs. 1 Z 12 GewO 1994). Für reine Kurse brauchen Sie dann keinen Gewerbeschein und sind als Neue Selbständige tätig. Verkaufen Sie zusätzlich Waren, Werbung oder Beratung, klären Sie die Einordnung mit dem Gründerservice der WKO.
Sozialversicherung
Mit Gewerbeschein sind Sie nach GSVG grundsätzlich ab dem ersten Euro bei der SVS versichert. Auf Antrag gibt es die Kleinunternehmerausnahme (2026: höchstens 6.613,20 Euro Einkünfte und 55.000 Euro Umsatz), die Unfallversicherung bleibt. Ob Sie die Ausnahme nutzen können, hängt auch von Alter und früheren Versicherungszeiten ab. Als Neue Selbständige sind Sie 2026 erst ab Einkünften über 6.613,20 Euro versichert.
Einkommensteuer
Neben dem Gehalt müssen Sie eine Veranlagung abgeben, wenn Ihre Nebeneinkünfte über 730 Euro im Jahr liegen.
Umsatzsteuer
Bis 55.000 Euro Umsatz im Jahr gilt die Kleinunternehmerregelung. Für Kurse an Privatkunden in anderen EU-Staaten gilt über 10.000 Euro netto im Jahr EU-weit die Steuer des Kundenlandes, gemeldet über den OSS.
Rücktrittsrecht
Bei Downloads und Streaming erlischt das 14-tägige Rücktrittsrecht nur mit ausdrücklicher Zustimmung, Bestätigung des Verlusts und einer Vertragsbestätigung auf einem dauerhaften Datenträger (§ 18 Abs. 1 Z 11 FAGG). Für Online-Verträge ab 1. Oktober 2026 verlangt § 13a FAGG zusätzlich eine Rücktrittsfunktion „Vertrag widerrufen“.

Deutschland

Anmeldung
Melden Sie die Tätigkeit innerhalb eines Monats beim Finanzamt an (§ 138 AO). Unterrichtende Tätigkeit zählt nach § 18 EStG zu den freien Berufen, ob ein aufgezeichneter Kurs dazu gehört, entscheidet das Finanzamt. Gewerbesteuer fällt erst ab einem Gewerbeertrag über 24.500 Euro an.
Fernunterricht
Bezahlte Kurse mit überwiegend räumlicher Trennung und Überwachung des Lernerfolgs brauchen eine Zulassung der ZFU, sonst ist der Vertrag nach § 7 FernUSG nichtig. Laut BGH genügt schon ein Recht, Fragen zum Stoff zu stellen. Ein Referentenentwurf sieht den Wegfall der Zulassungspflicht ab 1. Juli 2027 vor, beschlossen ist er nicht (Stand 28. Oktober 2026).
Widerrufsrecht
Bei digitalen Inhalten erlischt das Widerrufsrecht nach § 356 Abs. 6 BGB nur mit ausdrücklicher Zustimmung, bestätigter Kenntnis und einer Vertragsbestätigung. Seit 19. Juni 2026 verlangt § 356a BGB bei Online-Verträgen eine Widerrufsfunktion „Vertrag widerrufen“.
Steuer
Liegen Ihre Nebeneinkünfte über 410 Euro im Jahr, müssen Sie eine Steuererklärung abgeben. Kleinunternehmer sind Sie, wenn der Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betrug und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht überschreitet.

Schweiz

AHV
Liegt der Reingewinn aus dem Nebenerwerb über CHF 2.500 im Jahr, melden Sie sich bei einer AHV-Ausgleichskasse als selbständigerwerbend an. Darunter werden Beiträge nur auf Ihren Wunsch erhoben.
Mehrwertsteuer
MWST-pflichtig werden Sie erst ab einem weltweiten Jahresumsatz von CHF 100.000.
Rückgaberecht
Ein gesetzliches Rückgabe- oder Umtauschrecht für Online-Käufe gibt es in der Schweiz nicht. Ob und wie Sie Kunden ein Widerrufsrecht einräumen, regeln Sie in Ihren AGB.
Fernunterricht
Das deutsche FernUSG ist ein Bundesgesetz Deutschlands. Verkaufen Sie an Kunden in Deutschland, kann deutsches Verbraucherrecht trotzdem eine Rolle spielen. Lassen Sie das vor dem Start von einer Anwaltskanzlei prüfen.

Passt das zu Ihnen?

Gute Wahl, wenn Sie
  • ein Thema so gut können, dass Sie es Schritt für Schritt erklären
  • ruhig und verständlich vor Kamera oder Mikrofon sprechen
  • schon eine Website, einen Kanal oder eine E-Mail-Liste haben
Eher nichts, wenn Sie
  • schnelle Einnahmen erwarten, ohne vorher Wochen in die Produktion zu stecken
  • Kursteilnehmer laufend persönlich betreuen wollen, aber keine Rechtsfragen klären möchten
  • Marketing grundsätzlich ablehnen

Häufige Fragen

Wie viel Prozent bekommt man bei Udemy?

Laut Udemy-Hilfe erhalten Sie 97 Prozent des Nettobetrags, wenn Kunden über Ihren eigenen Gutschein oder Ihren Empfehlungslink kaufen. Bei allen anderen Verkäufen über den Marktplatz, auch nach einem Klick auf Udemy-Werbung, sind es 37 Prozent. Der Nettobetrag ist der gezahlte Preis abzüglich Steuern und Gebühren, etwa der App-Store-Gebühr bei Käufen in der App.

Kann ich auf Udemy meinen Kurspreis selbst festlegen?

Sie wählen eine Preisstufe aus einer vorgegebenen Liste. Im Udemy Deals Program, an dem neue Premium-Dozenten standardmäßig teilnehmen, legt Udemy Rabatte und Listenpreise per Datenmodell selbst fest, mindestens aber 9,99 US-Dollar bei Direktverkäufen. Sie können das Programm verlassen, laufende Aktionen enden dann innerhalb von bis zu 10 Tagen.

Wie verdient man mit Udemy Personal Plan und Udemy Business?

Udemy legt laut Hilfe monatlich 15 Prozent der Abo-Einnahmen von Udemy Business in einen Topf für Dozenten. Ihr Anteil daran entspricht Ihrem Anteil an den angesehenen Minuten aller Kurse im Programm. Für den Personal Plan wird die Nutzung genauso berechnet.

Wann zahlt Udemy aus?

Udemy zahlt Einnahmen eines Monats in der Regel im übernächsten Monat aus, meist innerhalb der ersten 10 Werktage, weil Kunden innerhalb von 30 Tagen eine Erstattung verlangen können. Ausgezahlt wird ab 25 US-Dollar, über PayPal, Payoneer oder Tipalti. Kleinere Restbeträge kommen im Dezember.

Wie lang muss ein Udemy-Kurs mindestens sein?

Laut Qualitätsrichtlinie braucht ein Kurs mindestens 30 Minuten Video und mindestens 5 Lektionen, in HD-Qualität mit 720p oder 1080p. Kostenlose Kurse müssen weniger als 2 Stunden Video haben.

Was ist besser, Udemy oder eine eigene Kursplattform?

Udemy bringt Käufer mit, behält dafür aber bei Marktplatzverkäufen 63 Prozent und bestimmt über Rabatte mit. Eine eigene Plattform wie Teachable, Thinkific oder ablefy kostet Monatsgebühren, Ihnen bleibt dafür der größte Teil des Preises. Viele nutzen beides, Udemy für Sichtbarkeit und die eigene Plattform für Kunden aus der eigenen Reichweite.

Brauche ich für einen Online-Kurs eine ZFU-Zulassung?

In Deutschland dann, wenn Sie gegen Entgelt überwiegend räumlich getrennt Wissen vermitteln und den Lernerfolg überwachen. Laut BGH reicht dafür schon ein vertragliches Recht, Fragen zum Stoff zu stellen, auch bei aufgezeichneten Lektionen. Die geplante Abschaffung der Zulassungspflicht ist nicht beschlossen, Details stehen in der Länder-Übersicht oberhalb dieser Fragen.

Darf ich meinen Udemy-Kurs auch auf YouTube oder der eigenen Website kostenlos anbieten?

Nein. Laut Udemy-Hilfe dürfen kostenpflichtige Udemy-Kurse nicht außerhalb von Udemy kostenlos angeboten werden, etwa auf YouTube oder der eigenen Website. Einzelne Ausschnitte als Werbung und eigenständige kostenlose Videos sind davon zu unterscheiden.

Muss ich bei einem Videokurs ein Widerrufsrecht gewähren?

Verkaufen Sie selbst an Verbraucher in der EU, haben diese grundsätzlich 14 Tage Widerrufsrecht. Es erlischt vorzeitig nur, wenn der Kunde dem sofortigen Zugang ausdrücklich zustimmt, den Verlust des Rechts bestätigt und eine Vertragsbestätigung etwa per E-Mail erhält. Seit 2026 brauchen Online-Shops in Deutschland und Österreich zusätzlich eine Widerrufsfunktion.

Muss ich für einen Online-Kurs vor die Kamera?

Nein. Viele Kurse bestehen aus Bildschirmaufnahmen, etwa mit dem kostenlosen Programm OBS Studio, oder aus Folien, zu denen Sie sprechen. Setzen Sie stattdessen einen KI-Avatar ein, der wie eine echte Person wirkt, kann das ein Deepfake im Sinne der KI-Verordnung sein. Dann müssen Sie nach Art. 50 Abs. 4 der Verordnung seit 2. August 2026 offenlegen, dass der Inhalt künstlich erzeugt ist.

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Mathias Galler

Gründer von Finanzbaron, lebt in Graz. Schreibt hier, wie man online Geld verdient und was dabei in Österreich, Deutschland und der Schweiz gilt.

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