Sie entwickeln eine App, veröffentlichen sie im App Store oder bei Google Play und verdienen über den Kaufpreis, Abos, In-App-Käufe oder Werbung. Die Stores behalten einen Teil jedes Verkaufs ein. Entscheidend sind ein echter Nutzen, laufende Pflege und ein Plan, wie Nutzer Ihre App überhaupt finden.
- Apple kostet 99 US-Dollar im Jahr, Google Play einmalig 25 US-Dollar. Neue private Google-Konten brauchen 12 Tester über 14 Tage.
- Apple behält in der EU seit 1. Oktober 2026 beim In-App-Kauf standardmäßig 26 Prozent, im Small Business Program 15 Prozent.
- Google Play nimmt im EWR für Abos neuer Installationen 10 Prozent, dazu 5 Prozent Abrechnungsgebühr bei Play Billing.
- Österreich: freies Gewerbe als IT-Dienstleister. Deutschland: Gewerbe oder freier Beruf je nach Einzelfall. Schweiz: AHV-Anmeldung über CHF 2.500 Reingewinn.
- Viele Apps verdienen wenig oder nichts, weil sie kaum gefunden werden. Pflege und Updates kosten laufend Zeit.
So funktioniert es
Mit Apps Geld verdienen Sie, wenn Nutzer für Ihre App bezahlen oder Werbung darin sehen. Sie entwickeln die App, veröffentlichen sie im App Store von Apple oder bei Google Play und legen fest, wie sie Einnahmen bringt. Der Store übernimmt Vertrieb, Zahlungsabwicklung und Auszahlung und behält dafür einen Teil jedes Verkaufs ein.
Vier Einnahmequellen sind üblich, und viele Apps kombinieren sie:
- Kaufpreis: Nutzer zahlen einmal vor dem Download. Das ist einfach, schreckt aber viele ab, die eine App erst ausprobieren möchten.
- Abo: Nutzer zahlen regelmäßig, etwa monatlich oder jährlich, für Inhalte oder Funktionen. Abos passen zu Apps, die laufend Wert liefern.
- In-App-Käufe: Die App ist kostenlos, einzelne Funktionen oder Inhalte kosten extra.
- Werbung: Die App bleibt kostenlos, Sie verdienen über eingeblendete Anzeigen, zum Beispiel über Google AdMob.
Die Provision der Stores betrifft den Verkauf digitaler Güter und Dienste über den Store. Laut Apple gilt der Standardsatz für Apps, die digitale Güter und Dienste verkaufen. Werbeerlöse rechnen Sie dagegen direkt mit dem Werbenetzwerk ab.
Werbung mit AdMob
AdMob ist das Werbenetzwerk von Google für Apps. Sie binden es in Ihre App ein, und AdMob blendet Anzeigen ein. Ihre geschätzten Einnahmen werden am 3. des Folgemonats festgeschrieben. Am 21. wird die Zahlung ausgelöst, sofern Sie die Auszahlungsgrenze erreicht haben. Für Konten in Euro liegt sie bei 70 Euro, in Schweizer Franken bei 100 Franken. Liegen Sie darunter, wird der Betrag in den nächsten Monat übertragen.
Für Nutzer im EWR und im Vereinigten Königreich verlangt Google seit 16. Januar 2024 eine zertifizierte Einwilligungsplattform (CMP), für die Schweiz seit 31. Juli 2024. Nur Zugriffe über eine zertifizierte CMP kommen für personalisierte Anzeigen in Frage. Google bietet selbst eine solche Lösung an.
Kann man mit einer App Geld verdienen?
Ja, aber was eine App einbringt, lässt sich vorab nicht seriös beziffern. Viele Apps verdienen wenig oder nichts, weil sie im Store kaum gefunden werden. Diese Faktoren bestimmen Ihr Ergebnis:
- Nutzen: Löst die App ein Problem, für das Menschen bezahlen, oder ist sie eine von vielen ähnlichen Apps?
- Sichtbarkeit: Ohne Suchbegriffe, Bewertungen, eigene Website oder Community finden Nutzer Ihre App kaum.
- Erlösmodell: Abos bringen wiederkehrende Einnahmen, setzen aber laufend neuen Wert voraus. Werbung braucht viele aktive Nutzer.
- Gebühren: Je nach Store, Region und Programm behält die Plattform bei Verkäufen im Store in der Regel zwischen 10 und 30 Prozent ein.
- Pflege: Neue Betriebssystemversionen, Fehlerberichte und Nutzerfragen kosten laufend Zeit.
Gebühren bei Apple
Außerhalb der EU liegt die Provision laut Apple standardmäßig bei 30 Prozent. Im App Store Small Business Program zahlen Sie 15 Prozent auf bezahlte Apps und In-App-Käufe. Teilnehmen können neue Entwickler und alle, die im Vorjahr zusammen mit verbundenen Konten höchstens 1 Million US-Dollar Erlös erzielt haben. Übersteigen Sie die Grenze im laufenden Jahr, gilt für weitere Verkäufe der Standardsatz. Die Anmeldung ist Pflicht: Erst 15 Tage nach Ende des Geschäftsmonats, in dem Apple die Anmeldung genehmigt, werden Ihre Erlöse angepasst.
Bei Abos erhalten Sie im ersten Jahr 70 Prozent des Preises abzüglich Steuern. Nach einem Jahr bezahlter Laufzeit steigt Ihr Anteil auf 85 Prozent. Gratis-Testphasen zählen dabei nicht mit. Im Small Business Program erhalten Sie die 85 Prozent von Anfang an.
Neue Regeln für die EU
In der EU gelten nach dem Digital Markets Act eigene Bedingungen. Apple hat sie im August 2026 zusammengeführt, sie gelten seit 1. Oktober 2026:
| Weg | Standard | Ermäßigt |
|---|---|---|
| In-App-Kauf über Apple | 26 % | 15 % |
| Alternativer Zahlungsanbieter in der App | 20 % | 10 % |
| Link zum Kauf außerhalb der App | 15 % | 10 % |
| Vertrieb außerhalb des App Store (Core Technology Commission) | 5 % | keine Angabe |
Den ermäßigten Satz erhalten Mitglieder des Small Business Program und bestimmter Partnerprogramme sowie Abos nach dem ersten Jahr. Die bisherige Core Technology Fee pro Installation entfällt, ebenso die Initial Acquisition Fee und die Store Services Fee. Für Links nach außen fällt die Provision nur auf Käufe innerhalb von 7 Tagen nach dem Antippen an. Wer eine Zahlungsoption anbietet, muss sie 12 Monate beibehalten. Prüfen Sie den aktuellen Stand vor dem Start auf der EU-Seite von Apple, die Regeln haben sich seit 2024 mehrfach geändert.
Gebühren bei Google Play
Google stellt sein Modell schrittweise um. Für Nutzer im EWR, im Vereinigten Königreich und in den USA gilt das neue Modell seit 30. Juni 2026, für Australien und Japan seit 30. September 2026. Für Südkorea nennt Google den 31. Dezember 2026, für den Rest der Welt den 30. September 2027. Entscheidend ist, ob ein Nutzer die App vor oder nach diesem Stichtag erstmals installiert hat.
| Transaktion (neue Installation) | Standard | Programm | Erste 1 Mio. USD Jahreserlös |
|---|---|---|---|
| Abo | 10 % | 10 % | 10 % |
| Einmaliger Kauf in der App | 20 % | 15 % | 10 % |
| Kaufpreis der App | 20 % | 15 % | 10 % |
Läuft die Zahlung über Google Play Billing, kommt im EWR eine Abrechnungsgebühr von 5 Prozent dazu. Bei Bestandsnutzern liegt der Standardsatz für einmalige Käufe bei 25 Prozent. Laut Hilfeseite gilt die Abrechnungsgebühr auch beim Erstkauf einer kostenpflichtigen App, der Kaufpreis zählt also wie andere Käufe. In Märkten, die noch nicht umgestellt sind, gilt bisher: 15 Prozent auf die erste Million US-Dollar Jahreserlös, darüber 30 Prozent, und 15 Prozent auf Abos.
Rechenbeispiel
Die folgenden Werte sind angenommen und dienen nur zur Veranschaulichung. Ein Abo kostet 5,00 Euro im Monat nach Abzug der Umsatzsteuer, der Nutzer kommt aus der EU und hat die App neu installiert. Bei Apple werden die Erlöse laut Abo-Seite vom Preis abzüglich Steuern berechnet, die EU-Seite verweist für die Steuerberechnung auf die Lizenzvereinbarung. Google berechnet die Servicegebühr laut Play-Console-Hilfe vom Nettopreis ohne Umsatzsteuer, die Google in der EU selbst abführt.
- Apple, Small Business Program (15 %): 0,75 Euro Provision, Ihnen bleiben 4,25 Euro.
- Apple, Standard im ersten Jahr (26 %): 1,30 Euro Provision, Ihnen bleiben 3,70 Euro.
- Google Play mit Play Billing (10 % plus 5 %): 0,75 Euro Gebühr, Ihnen bleiben 4,25 Euro.
Bei 100 zahlenden Abonnenten über Apple im Small Business Program wären das 425 Euro im Monat vor Einkommensteuer und Kosten. Davon gehen noch die 99 US-Dollar Jahresgebühr, Werkzeuge, Server und Ihre Zeit ab. Ob Sie 100 Abonnenten erreichen, ist die eigentliche Frage.
Was Sie brauchen
Für den Start brauchen Sie vor allem Zeit, ein Entwicklerkonto und die Bereitschaft, sich mit Verträgen und Formularen zu befassen. Konkret:
- Apple Developer Program: 99 US-Dollar pro Mitgliedsjahr. Als Einzelperson erscheint Ihr persönlicher Name als Verkäufer im App Store. Als Organisation brauchen Sie eine eigene Rechtsform und eine D-U-N-S-Nummer, Handelsnamen akzeptiert Apple nicht.
- Google-Play-Konto: Einmalig 25 US-Dollar. Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein und sich unter Umständen mit Ausweis und Kreditkarte auf Ihren Namen verifizieren. Private Konten, die nach dem 13. November 2023 angelegt wurden, brauchen vor der Veröffentlichung einen geschlossenen Test mit mindestens 12 Testern, die 14 Tage am Stück dabei sind.
- Werkzeuge: Für iOS-Apps arbeiten Sie in der Regel mit Xcode auf einem Mac, für Android etwa mit Android Studio. Ohne Mitgliedschaft können Sie Apps nur eingeschränkt auf eigenen Geräten testen.
- Steuer- und Bankangaben: In App Store Connect unterschreiben Sie das Paid Apps Agreement, hinterlegen Bankdaten und füllen Steuerformulare aus. Alle Entwickler brauchen ein US-Steuerformular, außerhalb der USA meist ein W-8BEN oder W-8BEN-E.
- Datenschutz: Datenschutzerklärung, gegebenenfalls ein Einwilligungsdialog für Werbung und korrekte Datenschutzangaben im Store.
Hilfe durch No-Code und KI
No-Code-Baukästen und KI-Assistenten können beim Programmieren helfen und den Einstieg erleichtern. Sie ersetzen aber weder Tests noch Pflege, und der Store prüft die App wie jede andere. Wie weit Sie damit kommen, hängt vom Umfang der App ab. Planen Sie Zeit ein, um den erzeugten Code zu verstehen, denn Sie sind für Fehler und Datenschutz verantwortlich. Weitere Einsatzfelder zeigt der Ratgeber Mit KI Geld verdienen.
Schritt für Schritt zur eigenen App
- Problem finden: Suchen Sie ein konkretes Problem einer klar umrissenen Zielgruppe. Prüfen Sie im Store, welche Apps es schon gibt und was Nutzer in Bewertungen bemängeln.
- Erlösmodell festlegen: Entscheiden Sie früh, ob Kauf, Abo, In-App-Käufe oder Werbung passen. Das beeinflusst Aufbau und Datenschutz der App.
- Kleine erste Version bauen: Starten Sie mit dem Kern, der das Problem löst. Weitere Funktionen kommen nach echtem Feedback.
- Entwicklerkonto anlegen: Registrieren Sie sich bei Apple, Google oder beiden. Entscheiden Sie bei Apple bewusst zwischen Einzelperson und Organisation.
- Verträge, Steuer und Bank einrichten: Unterschreiben Sie das Paid Apps Agreement, füllen Sie die Steuerformulare aus und hinterlegen Sie Ihr Konto. Bei Google muss Ihr Zahlungskonto verifiziert sein, sonst können Ihre Apps entfernt werden.
- Händlerstatus und Kontaktdaten: In App Store Connect geben Sie an, ob Sie Händler im Sinne des EU-Rechts sind. Als Händler werden Ihre Kontaktdaten in der EU öffentlich angezeigt. Bei Google Play prüfen Sie in der Play Console, welche Kontaktdaten öffentlich erscheinen. Eine eigene Hilfeseite zum Händlerstatus nach dem Digital Services Act bietet Google nicht an.
- Ermäßigte Sätze beantragen: Melden Sie sich bei Apple für das Small Business Program an. Bei Google prüfen Sie in der Play Console, welche Programme und Stufen für Sie in Frage kommen.
- Testen: Lassen Sie die App von echten Nutzern testen. Für neue private Google-Konten ist der Test mit 12 Personen über 14 Tage Pflicht.
- Veröffentlichen und beobachten: Reichen Sie die App ein, beantworten Sie Bewertungen und verbessern Sie sie anhand der Nutzung.
Häufige Fehler
Die meisten Probleme entstehen nicht beim Programmieren, sondern bei Vermarktung und Formalitäten. Typische Fehler:
- Ohne Nachfrage bauen: Eine technisch gute App bringt nichts, wenn niemand danach sucht.
- Small Business Program vergessen: Bei Apple gilt der reduzierte Satz erst nach Anmeldung. Ohne sie zahlen Sie den Standardsatz.
- Händlerstatus unterschätzen: Wer Händler ist, muss Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse in der EU sichtbar machen. Als Einzelperson können Sie statt der Privatadresse ein Postfach angeben, brauchen dafür aber einen Nachweis.
- Kontodaten nicht pflegen: Google warnt, dass Ihre Entwicklerpräsenz und Ihre Apps entfernt werden können, wenn sich Identität oder Kontaktdaten nicht verifizieren lassen.
- Einwilligung für Werbung fehlt: Ohne zertifizierte CMP erhalten Sie im EWR, im Vereinigten Königreich und in der Schweiz keine personalisierten Anzeigen.
- Pflege unterschätzen: Eine App ist nie fertig. Neue Systemversionen und Store-Vorgaben verlangen Updates.
- Regeländerungen übersehen: Apple und Google haben ihre Gebühren 2026 umgestellt. Prüfen Sie die Hilfeseiten regelmäßig.
Steuer und Anmeldung
Wer regelmäßig Einnahmen aus Apps erzielt, ist in der Regel selbständig tätig. In Österreich fallen die Entwicklung und der Vertrieb von Software laut WKO unter ein freies Gewerbe. In Deutschland hängt die Einordnung als Gewerbe oder freier Beruf vom Einzelfall ab. In der Schweiz gibt es keine Gewerbeanmeldung, dafür die Anmeldung bei der AHV-Ausgleichskasse ab einer bestimmten Gewinnhöhe.
Bei der Umsatzsteuer nehmen Ihnen die Stores einen Teil ab. Google übernimmt laut eigener Hilfe die Umsatzsteuer für Käufe in der EU. Bei Apple werden Ihre Erlöse nach Abzug der anfallenden Steuern berechnet. Ihre Einkommensteuer erklären Sie trotzdem selbst. Die Werte für Österreich, Deutschland und die Schweiz finden Sie weiter unten in der Länder-Übersicht, Hintergründe in den Grundlagen zu Gewerbe und Steuer.
Vergleich der beiden Stores
Beide Stores unterscheiden sich bei Einstiegskosten, Testpflicht und Gebühren. Die Tabelle fasst die belegten Angaben für Nutzer in der EU zusammen.
| Apple App Store | Google Play | |
|---|---|---|
| Kontogebühr | 99 US-Dollar pro Jahr | 25 US-Dollar einmalig |
| Provision Abo | 26 % im ersten Jahr, danach 15 % (Small Business Program: 15 %) | 10 % plus 5 % Abrechnungsgebühr |
| Provision einmaliger In-App-Kauf | 26 % (Small Business Program: 15 %) | 20 % plus 5 %, auf die ersten 1 Mio. USD Jahreserlös 10 % plus 5 % (neue Installationen) |
| Testpflicht | keine feste Testerzahl | 12 Tester über 14 Tage bei neuen privaten Konten |
| Auszahlung | innerhalb von 45 Tagen nach Ende des Geschäftsmonats, Mindestbetrag 0,02 US-Dollar für Konten in AT, DE und CH | in der Play Console prüfen |
Neben den Stores gibt es weitere Wege. In der EU können Sie iOS-Apps über alternative Marktplätze oder Ihre eigene Website vertreiben, dafür nennt Apple 5 Prozent Core Technology Commission und eigene Voraussetzungen. Auf Android müssen ab 2027 weltweit alle Apps auf zertifizierten Geräten von verifizierten Entwicklern stammen, auch außerhalb von Google Play. Wer bei Google Play veröffentlicht, wird laut Google automatisch registriert.
Wenn Ihnen eine eigene App zu aufwendig ist, sind digitale Infoprodukte oder eine eigene Website oft der einfachere Einstieg. Wer Apps lieber prüft als baut, kann als Webseiten- und App-Tester für andere arbeiten.
Für wen es sich lohnt
Eigene Apps lohnen sich für Menschen, die gern entwickeln und ein konkretes Problem lösen wollen. Sie brauchen Geduld, denn der Aufbau dauert und viele Apps finden kaum Nutzer. Wer Gebühren, Steuerformulare, Händlerstatus und Datenschutz von Anfang an sauber regelt, vermeidet die häufigsten Stolperfallen. Ein planbares Einkommen ist es nicht, eher ein Projekt, das mit Pflege und Vermarktung langsam wachsen kann. Melden Sie sich bei Apple für das Small Business Program an und klären Sie früh, wie Sie Ihre Einnahmen anmelden.
Länder-Übersicht: Steuer und Anmeldung in Ihrem Land
Österreich
- Gewerbe
- Die Entwicklung und der Vertrieb von Software fallen laut WKO unter das Berufsbild der IT-Dienstleister. Das Gewerbe „Dienstleistungen in der automatischen Datenverarbeitung und Informationstechnik“ ist ein freies Gewerbe, seinen Umfang regelt § 153 GewO. Ob es für Ihr Modell passt, klärt das Gründerservice Ihrer Landeskammer.
- Einkommensteuer
- Neben dem Gehalt müssen Sie eine Veranlagung abgeben, wenn Ihre Nebeneinkünfte über 730 Euro im Jahr liegen. Bis 730 Euro gilt der Veranlagungsfreibetrag, darüber wird er schrittweise kleiner.
- Sozialversicherung
- Mit Gewerbeschein sind Sie nach GSVG grundsätzlich ab dem ersten Euro bei der SVS versichert. Auf Antrag gibt es die Kleinunternehmerausnahme (2026: höchstens 6.613,20 Euro Einkünfte und 55.000 Euro Umsatz), die Unfallversicherung bleibt. Ob Sie die Ausnahme nutzen können, hängt auch von Alter und früheren Versicherungszeiten ab.
- Umsatzsteuer
- Bis 55.000 Euro Umsatz im Jahr gilt die Kleinunternehmerregelung. Bei Google Play übernimmt laut Google die Plattform Festsetzung, Einhebung und Abfuhr der Umsatzsteuer für Käufe in der EU.
Deutschland
- Gewerbe oder freier Beruf
- Laut Merkblatt der IHK Berlin kann die Entwicklung von Anwendersoftware freiberuflich sein, wenn sie ingenieurähnlich ist. Herstellung und Vertrieb gelten als gewerblich. Ob der Verkauf eigener Apps darunter fällt, wird im Einzelfall geprüft. Klären Sie das mit Finanzamt oder IHK.
- Einkommensteuer
- Liegen Ihre Nebeneinkünfte über 410 Euro im Jahr, müssen Sie eine Steuererklärung abgeben. Bis 410 Euro bleiben sie über den Härteausgleich steuerfrei.
- Sozialversicherung
- Sind Sie mehr als 20 Stunden pro Woche angestellt und verdienen dort mehr als die Hälfte der Bezugsgröße (2026: 1.977,50 Euro im Monat), gilt die Selbständigkeit in der Regel als nebenberuflich. Sie bleiben über die Anstellung krankenversichert.
- Umsatzsteuer
- Kleinunternehmer sind Sie, wenn der Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betrug und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht überschreitet.
Schweiz
- Anmeldung
- Eine Gewerbeanmeldung gibt es nicht. Liegt der Reingewinn aus dem Nebenerwerb über CHF 2.500 im Jahr, melden Sie sich bei einer AHV-Ausgleichskasse als selbständigerwerbend an.
- Einkommensteuer
- Einkommen aus selbständiger Nebentätigkeit geben Sie in der Steuererklärung an, abzüglich der geschäftlich begründeten Kosten. Sätze und Abzüge unterscheiden sich je nach Kanton.
- AHV
- Bis CHF 2.500 Einkommen aus Nebenerwerb im Jahr werden AHV-Beiträge nur auf Ihren Wunsch erhoben.
- Mehrwertsteuer
- MWST-pflichtig werden Sie erst ab einem weltweiten Jahresumsatz von CHF 100.000. Wer die Steuer auf Store-Verkäufe an Schweizer Kunden abrechnet, steht in den Steuerangaben der Stores. Im Zweifel klären Sie das mit einer Treuhand.
Passt das zu Ihnen?
- selbst programmieren oder sich gezielt einarbeiten wollen
- ein konkretes Problem kennen, das eine App lösen kann
- Updates und Nutzerfragen über Jahre betreuen können
- schnelle Einnahmen ohne Vorarbeit erwarten
- keine Zeit für Marketing und Pflege haben
- ungern mit Verträgen, Steuerformularen und Datenschutz umgehen
Häufige Fragen
Was kostet es, eine App im App Store zu veröffentlichen?
Die Mitgliedschaft im Apple Developer Program kostet 99 US-Dollar pro Mitgliedsjahr oder den Betrag in Landeswährung. Gemeinnützige Organisationen, Bildungseinrichtungen und Behörden können eine Befreiung beantragen. Dazu kommt die Provision auf jeden Verkauf.
Was kostet ein Entwicklerkonto bei Google Play?
Google verlangt eine einmalige Registrierungsgebühr von 25 US-Dollar, zahlbar per Kredit- oder Debitkarte. Prepaid-Karten werden nicht akzeptiert. Werden Ihre Angaben bei der Prüfung als ungültig eingestuft, gibt es die Gebühr nicht zurück.
Wie viel Provision nimmt Apple?
Außerhalb der EU liegt der Standardsatz bei 30 Prozent, im Small Business Program bei 15 Prozent, solange Sie im Vorjahr höchstens 1 Million US-Dollar Erlös hatten. In der EU nennt Apple seit 1. Oktober 2026 für In-App-Käufe 26 Prozent als Standard und 15 Prozent für das Small Business Program und Abos nach dem ersten Jahr.
Wie viel behält Google Play bei einem Abo ein?
Für Nutzer im EWR, im Vereinigten Königreich und in den USA gilt seit 30. Juni 2026 bei Abos eine Servicegebühr von 10 Prozent. Läuft die Zahlung über Google Play Billing, kommen 5 Prozent Abrechnungsgebühr dazu. In den meisten anderen Märkten gelten bis zur weltweiten Umstellung 15 Prozent auf Abos.
Muss ich mich für das Small Business Program von Apple anmelden?
Ja, der reduzierte Satz gilt nicht automatisch. Sie müssen Account Holder sein, das aktuelle Paid Apps Agreement in App Store Connect akzeptieren und gegebenenfalls verbundene Entwicklerkonten angeben. Die Erlöse werden 15 Tage nach Ende des Geschäftsmonats angepasst, in dem die Anmeldung genehmigt wurde.
Wann zahlt Apple meine App-Einnahmen aus?
Apple zahlt innerhalb von 45 Tagen nach dem letzten Tag des Geschäftsmonats, in dem die Transaktion abgeschlossen wurde. Voraussetzung sind ein gültiges Paid Apps Agreement, hinterlegte Bankdaten und das Überschreiten der Mindestauszahlung. Für Bankkonten in Euro in Österreich und Deutschland sowie in Franken oder Euro in der Schweiz nennt Apple 0,02 US-Dollar, für nicht gelistete Länder und Währungen 40 US-Dollar.
Ab welchem Betrag zahlt AdMob aus?
Für Konten in Euro liegt die Auszahlungsgrenze bei 70 Euro, in Schweizer Franken bei 100 Franken. Ist die Grenze erreicht und sind keine Sperren offen, wird die Zahlung am 21. des Monats ausgelöst. Liegen Sie darunter, wird der Betrag in den nächsten Monat übertragen.
Was ist der Händlerstatus im App Store?
Nach dem Digital Services Act muss Apple die Kontaktdaten von Händlern prüfen und in der EU auf der Produktseite anzeigen. Sie müssen selbst einschätzen, ob Sie Händler sind, und den Status in App Store Connect angeben. Als Einzelperson werden dann Adresse oder Postfach, Telefonnummer und E-Mail-Adresse veröffentlicht. Google Play hat keine eigene Hilfeseite zum Händlerstatus. Angezeigt werden bei privaten Konten die E-Mail-Adresse, bei Organisationen zusätzlich die Telefonnummer.
Meldet Apple meine App-Umsätze an das Finanzamt?
Nach DAC7 meldet Apple Entwickler mit Sitz in der EU, deren Apps persönliche Dienstleistungen anbieten, also zeit- oder aufgabenbasierte Arbeit auf Anfrage. Vorproduzierte Inhalte wie Kurse, Videos oder Musik zählen laut Apple in der Regel nicht dazu. Ihre Steuerpflicht ändert das nicht, Einkünfte müssen Sie in jedem Fall selbst erklären.
Kann ich eine App ohne Programmierkenntnisse bauen?
Es gibt No-Code-Baukästen und KI-Werkzeuge, die beim Erstellen helfen. Für die Veröffentlichung gelten aber dieselben Regeln wie für jede andere App, einschließlich Prüfung durch den Store, Datenschutzangaben und Steuerformularen. Wie gut eine so gebaute App funktioniert und sich pflegen lässt, hängt stark vom Projekt ab.
- Apple: Membership Details (Developer Program)
- Apple: Choosing a Membership
- Apple: Become a member (Einzelperson und Organisation)
- Apple: App Store Small Business Program
- Apple Newsroom: Ankündigung Small Business Program (2020)
- Apple: Auto-renewable subscriptions
- Apple: Changes for apps in the European Union
- Apple Newsroom: Änderungen für Apps in der EU (August 2026)
- App Store Connect: Overview of receiving payments
- App Store Connect: Minimum payment threshold
- App Store Connect: Tax forms overview
- App Store Connect: Set a tax category
- App Store Connect: EU Digital Services Act
- App Store Connect: DAC7
- Google Play: Entwicklerkonto registrieren
- Google Play: Testanforderungen für neue private Konten
- Google Play: Servicegebühren
- RevenueCat: Apple In-App Web Checkouts in der EU (Oktober 2026)
- Ecorpit: Google Play fees decoded (Juli 2026)
- Google Play: Umsatzsteuer und Servicegebühr
- Google Play: Developer Distribution Agreement
- Google Play: Regionale Einführung der neuen Gebühren
- Google Play: 15-Prozent-Stufe
- Google Play: Angaben zum Entwicklerkonto aktuell halten
- Google Payments: Steuerhinweise für Händler
- Android Developers: Android developer verification
- AdMob: Zahlungsgrenzen
- AdMob: Zahlungszeitplan
- AdMob: Zertifizierte CMP für EWR, UK und Schweiz

Gründer von Finanzbaron, lebt in Graz. Schreibt hier, wie man online Geld verdient und was dabei in Österreich, Deutschland und der Schweiz gilt.
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