Sie kaufen oder entwickeln eigene Produkte, schicken sie in ein Amazon-Lager und verkaufen sie auf Amazon. Amazon lagert, verschickt und betreut die Kunden. Gewinn bleibt nur, wenn der Preis nach Verkaufsgebühr, Versandgebühr, Lager und Einkauf noch reicht.
- Amazon lagert, verschickt und betreut die Kunden. Sie zahlen die Ware vorab und tragen Produktsicherheit und Verpackungspflichten.
- Der Tarif Professionell kostet 39 Euro im Monat, die Verkaufsgebühr meist 15 Prozent, FBA-Versand bis 400 Gramm 3,42 Euro.
- Im Rechenbeispiel bleiben von 24,99 Euro Verkaufspreis nach Gebühren, Einkauf und 19 Prozent Umsatzsteuer etwa 5,78 Euro.
- Österreich und Deutschland: Gewerbe anmelden, in Deutschland zusätzlich LUCID-Registrierung. Schweiz: kein Gewerbe, Amazon führt die Schweizer MWST ab.
- Kein sicheres Einkommen: Ware kann liegen bleiben und Lagergebühren kosten. Starten Sie mit einem Produkt, kleiner Menge und einem Lagerland.
So funktioniert Amazon FBA
Ein verbreiteter Weg, mit Amazon Geld zu verdienen, ist Amazon FBA: Sie verkaufen eigene Produkte auf Amazon, und Amazon übernimmt Lager und Versand. FBA steht für „Fulfillment by Amazon“, auf Deutsch „Versand durch Amazon“. Sie kaufen Ware ein oder lassen sie herstellen, schicken sie an ein Amazon-Logistikzentrum und legen ein Angebot an. Bestellt jemand, verpackt und verschickt Amazon das Produkt.
Laut Amazon kümmert sich Amazon bei FBA außerdem um Kundenservice, Erstattungen und Rücksendungen für diese Produkte. Für FBA sind Sie als Verkäufer automatisch und kostenlos angemeldet. Es gibt keine Mindestmenge, und Sie müssen nicht alle Produkte über FBA verschicken. Berechtigte FBA-Produkte können das Prime-Logo tragen, was laut Amazon auch die Chance auf das hervorgehobene Angebot auf der Produktseite verbessern kann.
Wichtig ist die Rollenverteilung: Amazon erledigt die Logistik, Sie bleiben Verkäufer. Sie wählen das Produkt, bezahlen die Ware im Voraus, setzen den Preis und tragen die Verantwortung dafür, dass das Produkt sicher ist und alle Pflichten erfüllt sind. Ohne eigene Ware verdienen Sie mit Amazon über Bücher bei Amazon KDP oder über Amazon-Produktvideos im Influencer-Programm.
Eigene Marke oder fremde Produkte
Viele FBA-Verkäufer bieten Produkte unter einer eigenen Marke an, sogenannte Eigenmarken. Wer ein Produkt herstellen lässt und unter eigenem Namen oder eigener Marke verkauft, gilt laut EU-Portal Your Europe als Hersteller. Damit sind Sie für die Konformität des ganzen Produkts verantwortlich, auch für Teile von Zulieferern. Alternativ verkaufen Sie Produkte fremder Marken. Dann nutzen Sie laut GS1 Germany die ursprüngliche GTIN (EAN) des Markeninhabers.
Wie viel Sie mit Amazon FBA realistisch verdienen
Ihr Ergebnis hängt davon ab, wie viel vom Verkaufspreis nach allen Amazon-Gebühren und dem Einkauf übrig bleibt. Ein festes Einkommen lässt sich daraus nicht ableiten. Diese Faktoren entscheiden:
- Verkaufspreis und Kategorie: Die Verkaufsgebühr ist ein Prozentsatz vom Gesamtpreis und hängt von der Kategorie ab.
- Größe und Gewicht: Davon hängen die Versandgebühr und die Lagerkosten ab. Kleine, leichte Produkte sind in der Regel günstiger abzuwickeln.
- Lagerdauer: Ware, die lange liegt, kostet jeden Monat Lagergebühr. Ab 241 Tagen kommt ein Zuschlag für Altbestand dazu.
- Einkauf und Transport: Dazu zählen Ware, Transport ins Lager, Zoll bei Importen und Verpackung.
- Werbung: Anzeigen auf Amazon laufen über ein Auktionsmodell mit Kosten pro Klick. Wie viel Sie dafür ausgeben, legen Sie selbst fest.
Amazon-FBA-Gebühren 2026 im Überblick
Verkaufstarif: Im Tarif Einzelanbieter zahlen Sie 0,99 Euro pro verkauftem Artikel, im Tarif Professionell 39 Euro pro Monat. Amazon empfiehlt Einzelanbieter für weniger als 40 Artikel im Monat. Kategorien mit Freischaltung, Werbung und Berichte gibt es nur im Tarif Professionell. Alle Gebühren nennt Amazon zuzüglich Umsatzsteuer.
Verkaufsgebühr: Sie wird vom Gesamtpreis berechnet, also inklusive Versandkosten und gegebenenfalls Geschenkverpackung. In den meisten Kategorien gilt eine Mindestgebühr von 0,30 Euro, es zählt der höhere Betrag. Einige Beispiele auf Amazon.de:
| Kategorie | Verkaufsgebühr |
|---|---|
| Sport und Outdoor, Spielzeug, Küche | 15 % |
| Haushaltsprodukte | 8 % bis 20 €, 15 % darüber |
| Werkzeuge und Heimwerkerbedarf | 13 % |
| Unterhaltungselektronik, Computer | 7 % |
| Schmuck | 20 % auf den Anteil bis 250 €, 5 % auf den Anteil darüber |
| Alles andere | 15 % |
Versandgebühr (FBA): Sie hängt von Größenklasse und Gewicht ab. Laut Tarifübersicht ab 1. Juli 2026 kostet in Deutschland ein Standardpaket bis 400 Gramm 3,42 Euro, bis 900 Gramm 3,44 Euro und bis 1,9 Kilogramm 3,95 Euro. Das sind die Sätze ohne Teilnahme am Central Europe Programme (CEP), mit CEP sind es zum Beispiel bis 400 Gramm 3,16 Euro. In der Hauptsaison vom 15. Oktober 2026 bis 14. Jänner 2027 sind es bis 400 Gramm 3,64 Euro. Seit 17. April 2026 berechnet Amazon in Deutschland einen Treibstoff- und Logistikaufschlag von 1,5 Prozent auf die Versandgebühren. Die Tarifübersicht nennt ihn als Aufschlag auf die Gebühren und weist ihn nicht in den Tabellenwerten aus, deshalb ist er hier zusätzlich eingerechnet. Niedrigere Niedrigpreistarife gelten auf Amazon.de für Produkte bis 20 Euro inklusive Umsatzsteuer, in einigen Kategorien wie Beauty, Gesundheit und Körperpflege, Bürobedarf, Lebensmittel, Bücher und Küche nur bis 11 Euro.
Lagergebühr: Für Standardgrößen der meisten Kategorien sind es von Jänner bis September 27,54 Euro, von Oktober bis Dezember 52,20 Euro pro Kubikmeter und Monat. Für Bekleidung, Schuhe, Brillen, Rucksäcke und Handtaschen gelten 19,99 und 29,23 Euro. Liegt im Verhältnis zu den Verkäufen zu viel Ware im Lager (mehr als 22 Wochen Reichweite), fällt ein Lagernutzungsaufschlag an. Bei sehr knappem Bestand berechnet Amazon in Deutschland eine Gebühr für niedrigen Lagerbestand.
Erstattung: Bei jeder Erstattung behält Amazon eine Bearbeitungsgebühr ein, und zwar 5 Euro oder 20 Prozent der Verkaufsgebühr, je nachdem, was niedriger ist.
Rechenbeispiel mit Amazon-Gebühren
Die folgenden Werte sind angenommen und dienen nur zur Veranschaulichung. Ein Sportartikel wiegt verpackt unter 400 Gramm, misst 20 x 15 x 10 Zentimeter und kostet im Einkauf samt Transport ins Lager 8,00 Euro. Sie verkaufen ihn auf Amazon.de für 24,99 Euro außerhalb der Hauptsaison.
- Verkaufsgebühr 15 Prozent: 3,75 Euro
- FBA-Versandgebühr Standardpaket bis 400 Gramm (ohne CEP): 3,42 Euro
- Aufschlag 1,5 Prozent auf die Versandgebühr: 0,05 Euro
- Einkauf: 8,00 Euro
- Ergebnis vor Umsatzsteuer, Lager und Tarif: 9,77 Euro
Davon gehen noch weitere Kosten ab. Das Produkt hat 0,003 Kubikmeter Volumen, ein Monat Lagerung kostet daher etwa 0,08 Euro, im vierten Quartal etwa 0,16 Euro. Dazu kommt der Tarif Professionell mit 39 Euro im Monat, verteilt auf alle verkauften Stück. Sind Sie umsatzsteuerpflichtig, steckt im Bruttopreis zudem die Umsatzsteuer: 19 Prozent in Deutschland, 20 Prozent in Österreich. Bei 19 Prozent sind das rund 3,99 Euro, das Ergebnis sinkt auf etwa 5,78 Euro.
Das zeigt: Selbst bei einem Verkaufspreis von rund dem Dreifachen des Einkaufs wird daraus nach Gebühren und Steuer ein deutlich kleinerer Betrag. Der Rechner auf dieser Seite ist mit diesen Werten vorbelegt. Tragen Sie Ihre eigenen Zahlen ein, für weitere Produkte auch im Margen-Rechner.
Was Sie brauchen
Für FBA brauchen Sie Kapital, ein Verkäuferkonto und Klarheit über Ihre Pflichten als Händler. Konkret:
- Verkäuferkonto: Amazon verlangt bei der Registrierung einen Reisepass oder Personalausweis, einen Kontoauszug oder eine Versorgerrechnung als Adressnachweis, eine Kredit- oder Debitkarte von Amex, Visa oder Mastercard (keine Prepaid-Karte), ein Bankkonto und eine Telefonnummer. Gewerbliche Verkäufer legen einen Nachweis über ihr Unternehmen vor und brauchen eine Umsatzsteuer-ID und eine Steuernummer. Am Ende steht ein Videoanruf mit Ausweis, die Identitätsprüfung dauert laut Amazon in der Regel höchstens drei Werktage.
- Startkapital: Sie bezahlen Ware und Transport, bevor Sie etwas verkaufen. Planen Sie zusätzlich Geld für Lager, Werbung und mögliche Retouren ein.
- Produktkennung: In der Regel eine GTIN (EAN). Amazon prüft laut GS1 Germany, ob die GTIN zur Marke des Produkts passt.
- Produktsicherheit: Seit 13. Dezember 2024 gilt die EU-Verordnung über die allgemeine Produktsicherheit (GPSR). Im Online-Angebot müssen Sie unter anderem den Hersteller mit Post- und E-Mail-Adresse nennen, bei Herstellern außerhalb der EU die verantwortliche Person in der EU, dazu eine Abbildung, Angaben zur Identifikation und Warnhinweise in der Landessprache. Bestimmte Produkte wie Spielzeug, Elektrogeräte, Batterien oder persönliche Schutzausrüstung brauchen zusätzlich eine CE-Kennzeichnung. Produkte ohne einschlägige Vorschrift dürfen keine CE-Kennzeichnung tragen.
- Herstellerverantwortung (EPR): Für Verpackungen und gegebenenfalls Elektrogeräte und Batterien müssen Sie in jedem Lieferland registriert sein und an einem System teilnehmen. Amazon verlangt die Registrierungsnummern, fehlende oder ungültige Angaben können zu eingeschränkten oder entfernten Angeboten führen. Seit 12. August 2026 gilt die EU-Verpackungsverordnung (PPWR, Verordnung (EU) 2025/40) unmittelbar, in Deutschland hat das VerpackDG das bisherige VerpackG abgelöst. LUCID-Registrierung, Systembeteiligung und Mengenmeldung bleiben laut IHK Koblenz bestehen. Neu ist laut IHK Nürnberg unter anderem, dass auf der Verpackung Name, Marke und Anschrift des Herstellers stehen müssen und Händler prüfen müssen, ob Verpackungen gekennzeichnet und registriert sind. Die EU-weite Herstellerregistrierung nach PPWR und die Prüfpflichten der Marktplätze greifen laut IHK Nürnberg erst ab 2027. Was das für Ihr Produkt bedeutet, klären Sie mit der Zentralen Stelle Verpackungsregister oder Ihrer Kammer.
- Marke (optional): Die Amazon-Markenregistrierung (Brand Registry) ist kostenlos. Sie brauchen dafür eine eingetragene oder angemeldete Wortmarke oder Bildmarke mit Text, und der Markenname muss dauerhaft auf Produkt oder Verpackung stehen. Eine Unionsmarke kostet beim EUIPO 850 Euro für eine Klasse, eine deutsche Marke beim DPMA online 290 Euro für bis zu drei Klassen.
Schritt für Schritt starten
- Produkt prüfen: Rechnen Sie Verkaufsgebühr, Versandgebühr, Lager und Einkauf durch, bevor Sie bestellen. Prüfen Sie auch, ob die Kategorie eine Freischaltung braucht.
- Pflichten klären: Klären Sie Gewerbe, Umsatzsteuer, Produktsicherheit, CE und Verpackungsregistrierung für Ihr Produkt und Ihre Lieferländer.
- Gewerbe anmelden: Melden Sie das Gewerbe an, bevor Sie gewerblich verkaufen. Die Details je Land stehen weiter unten in der Länder-Übersicht.
- Konto anlegen: Registrieren Sie sich bei Amazon und wählen Sie den passenden Tarif. Halten Sie Ausweis, Adressnachweis und Karte bereit.
- Registrierungen eintragen: Hinterlegen Sie im Seller Central Ihre EPR-Nummern, etwa die LUCID-Nummer für Deutschland.
- Angebot erstellen: Legen Sie Produktdaten, Bilder, GTIN, Herstellerangaben und Sicherheitshinweise an.
- Ware einlagern: Schicken Sie eine kleine erste Menge an ein Logistikzentrum. Für neue Markenartikel bei Versand durch Amazon gewährt Amazon im Programm für neue Artikel laut Programmseite eine Verkaufsgebühr von 10 Prozent auf die ersten 100 und 5 Prozent auf die nächsten 100 verkauften Einheiten (oder Ihre niedrigere normale Gebühr), jeweils innerhalb von 120 Tagen. Dazu kommen kostenlose Lagerung für die ersten 200 Einheiten innerhalb von 120 Tagen ab der ersten Sendung sowie Coupon- und Vine-Gutschriften, die 60 Tage gelten. Neue FBA-Verkäufer werden automatisch aufgenommen.
- Zahlen beobachten: Prüfen Sie regelmäßig Abrechnungen, Lagerreichweite und Retouren, und bestellen Sie erst nach, wenn sich das Produkt verkauft.
Häufige Fehler
Die meisten Verluste entstehen durch zu optimistische Kalkulation und übersehene Pflichten. Typische Fehler:
- Nur die Verkaufsgebühr rechnen: Versandgebühr, Aufschlag, Lager, Retouren, Tarif und Umsatzsteuer fallen zusätzlich an.
- Zu viel Ware auf einmal: Große Mengen binden Kapital und verursachen Lagergebühren. Bei hoher Lagerreichweite drohen Aufschläge, ab 241 Tagen ein Zuschlag für Altbestand.
- Hauptsaison übersehen: Von Oktober bis Dezember steigt die Lagergebühr für die meisten Standardgrößen von 27,54 auf 52,20 Euro pro Kubikmeter. Die Versandgebühren sind vom 15. Oktober bis 14. Jänner höher.
- EPR vergessen: Ohne Registrierungsnummern kann Amazon Angebote einschränken oder entfernen.
- Produktsicherheit unterschätzen: Fehlen Herstellerangaben, Warnhinweise oder die nötige CE-Kennzeichnung, sind Sie als Verkäufer oder Hersteller verantwortlich.
- Paneuropäischen Versand ohne Steuerplanung starten: Jedes zusätzliche Lagerland bedeutet in der Regel eine weitere Umsatzsteuer-Registrierung.
- Fremde GTIN oder falsche Marke nutzen: Passen GTIN und Marke nicht zusammen, lehnt Amazon das Angebot laut GS1 Germany unter Umständen ab.
Steuer und Anmeldung
Wer Ware gezielt für den Weiterverkauf einkauft, handelt in Österreich und Deutschland in der Regel gewerblich und braucht eine Gewerbeanmeldung. In der Schweiz gibt es keine Gewerbeanmeldung, entscheidend ist dort die Anmeldung bei der AHV-Ausgleichskasse. Die Details für alle drei Länder finden Sie weiter unten in der Länder-Übersicht, allgemeine Werte zu Einkommensteuer und Sozialversicherung unter Grundlagen. Als Plattform meldet Amazon Verkäufer nach DAC7 an die Finanzbehörden. Ausgenommen ist nur, wer im Jahr weniger als 30 Verkäufe hat und höchstens 2.000 Euro umsetzt (in Deutschland: weniger als 2.000 Euro). Eine Meldung bedeutet nicht automatisch Steuerpflicht, Details im DAC7-Ratgeber.
Bei FBA ist vor allem die Umsatzsteuer anspruchsvoll. Liegt Ihre Ware in einem Lager in einem anderen EU-Land, ist das ein innergemeinschaftliches Verbringen. Es löst laut Unternehmensserviceportal grundsätzlich eine Registrierung zur Umsatzsteuer im Zielland aus. Lieferungen aus diesem Lager an Kunden im selben Land sind rein innerstaatliche Lieferungen, und die lassen sich nicht über den EU-One-Stop-Shop (OSS) erklären. Klären Sie Lagerland und Registrierung deshalb vor dem ersten Versand mit einer Steuerberatung.
Paneuropäischer Versand
Mit dem paneuropäischen Versand verteilt Amazon Ihre Ware auf mehrere Lager in Europa und liefert jeweils aus der Nähe. Sie wählen dafür mindestens zwei Lagerländer, genannt werden Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Polen. Dieselbe SKU muss in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden angeboten werden, seit 3. September 2026 ist ein aktives Angebot im niederländischen Shop Pflicht. Amazon nennt Einsparungen bei den Versandgebühren von bis zu 53 Prozent gegenüber dem Europäischen Versandnetzwerk, bei dem Sie aus einem Lager in andere Länder liefern. Der Preis dafür: Für jedes Lagerland brauchen Sie eine Umsatzsteuer-ID.
Vergleich der Versandwege
Jeder Versandweg verteilt Aufwand und Kosten anders. Die Tabelle fasst die belegten Unterschiede zusammen.
| Versand durch Amazon (FBA) | Selbstversand | |
|---|---|---|
| Lager und Versand | Amazon | Sie selbst |
| Kundenservice und Rücksendungen | Amazon | Sie selbst |
| Prime-Logo | für berechtigte Produkte | nur über das Programm Prime durch Verkaufspartner |
| Kosten | Versandgebühr je Stück plus Lagergebühr | eigene Versandkosten, im Tarif Professionell frei festlegbar |
| Verkaufsgebühr | je Kategorie | je Kategorie |
Eine Alternative ohne eigenes Warenlager ist Print on Demand. Wer Produkte lieber empfiehlt als verkauft, findet beim Affiliate-Marketing einen Weg ohne Ware und Kapitalbindung. Ohne Vorab-Einkauf von Ware funktioniert Dropshipping.
Für wen es sich lohnt
Amazon FBA lohnt sich für Menschen, die kaufmännisch rechnen und bereit sind, Kapital in Ware zu binden. Sie sparen sich Lager, Versand und Kundenservice, zahlen dafür aber Gebühren je Stück und für jeden Monat im Lager. Wer Gebühren, Produktsicherheit, Verpackungspflichten und Umsatzsteuer von Anfang an im Griff hat, kann ein Produkt sauber kalkulieren. Ein sicheres oder planbares Einkommen ist es nicht. Starten Sie mit einem Produkt, einer kleinen Menge und einem Lagerland.
Länder-Übersicht: Steuer und Anmeldung in Ihrem Land
Österreich
- Gewerbe
- Der Handel mit Waren ist ein freies Gewerbe. Sie brauchen keinen Befähigungsnachweis, müssen das Handelsgewerbe aber bei der Bezirkshauptmannschaft oder dem Magistrat anmelden. Für bestimmte Waren wie Medizinprodukte, Pharmazeutika oder Pyrotechnik gelten reglementierte Gewerbe.
- Verpackung und Elektrogeräte
- Seit 1. Jänner 2023 müssen Marktplätze und Fulfilment-Dienstleister sicherstellen, dass Verkäufer ihre Pflichten für Verpackungen, Elektrogeräte und Batterien erfüllen, in der Regel über die Teilnahme an einem Sammel- und Verwertungssystem. Liefern Sie direkt an Kunden in Deutschland, gelten Sie laut WKO in der Regel auch dort als Hersteller. Nach der EU-Verpackungsverordnung brauchen Sie dann eine Registrierung und einen Bevollmächtigten in Deutschland.
- Umsatzsteuer
- Bis 55.000 Euro Umsatz im Jahr gilt die Kleinunternehmerregelung. Bringen Sie Ware in ein Lager in einem anderen EU-Land, ist das ein innergemeinschaftliches Verbringen. Es löst laut USP grundsätzlich eine Registrierung zur Umsatzsteuer im Zielland aus. Klären Sie das vor dem ersten Versand mit Ihrer Steuerberatung.
- Sozialversicherung
- Mit Gewerbeschein sind Sie nach GSVG grundsätzlich ab dem ersten Euro bei der SVS versichert. Auf Antrag gibt es die Kleinunternehmerausnahme (2026: höchstens 6.613,20 Euro Einkünfte und 55.000 Euro Umsatz), die Unfallversicherung bleibt. Ob Sie die Ausnahme nutzen können, hängt auch von Alter und früheren Versicherungszeiten ab.
Deutschland
- Gewerbe
- Wer Waren kauft, um sie weiterzuverkaufen, handelt laut IHK in der Regel gewerblich und meldet ein Gewerbe an, auch im Nebenerwerb. Gewerbesteuer fällt erst ab einem Gewerbeertrag über 24.500 Euro im Jahr an.
- Verpackung
- Vor dem ersten Verkauf registrieren Sie sich im Verpackungsregister LUCID und beteiligen Ihre Verpackungen, auch Versandverpackungen, an einem System. Daran ändert auch das VerpackDG nichts, das seit 12. August 2026 gilt. Amazon verlangt die 13-stellige LUCID-Nummer, fehlt sie, können Angebote eingeschränkt oder entfernt werden.
- Elektrogeräte
- Elektro- und Elektronikgeräte dürfen Sie erst verkaufen, wenn Sie bei der stiftung ear registriert sind. Geräte brauchen das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne, für Geräte für private Haushalte ist eine insolvenzsichere Garantie nachzuweisen.
- Umsatzsteuer
- Kleinunternehmer sind Sie, wenn der Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betrug und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht überschreitet.
Schweiz
- Anmeldung
- Eine Gewerbeanmeldung gibt es nicht. Liegt der Reingewinn aus dem Nebenerwerb über CHF 2.500 im Jahr, melden Sie sich bei einer AHV-Ausgleichskasse als selbständigerwerbend an.
- Mehrwertsteuer
- MWST-pflichtig werden Sie erst ab einem Jahresumsatz von CHF 100.000.
- Verkäufe in die Schweiz
- Seit 1. Januar 2025 gilt die Plattformbesteuerung. Laut Amazon berechnet Amazon für Bestellungen mit Lieferung in die Schweiz die Schweizer MWST und führt sie ab, unabhängig von Ihrer eigenen Registrierung.
- Lager in der EU
- Lagern Sie Ware in einem Amazon-Lager in der EU, brauchen Sie laut Amazon für jedes Lagerland eine Umsatzsteuer-ID. Einfuhr und Registrierung klären Sie am besten vorab mit einer Steuerberatung.
Passt das zu Ihnen?
- kaufmännisch rechnen und Gebühren genau prüfen
- Kapital für Ware eine Zeit lang binden können
- sich in Pflichten wie Verpackung und Produktsicherheit einarbeiten
- ohne Startkapital beginnen wollen
- schnelle, sichere Einnahmen brauchen
- Formalitäten und Buchhaltung scheuen
Häufige Fragen
Was kostet es, bei Amazon als Händler zu verkaufen?
Amazon bietet zwei Tarife. Im Tarif Einzelanbieter zahlen Sie 0,99 Euro pro verkauftem Artikel, im Tarif Professionell 39 Euro pro Monat, jeweils zuzüglich Umsatzsteuer und Verkaufsgebühren. Amazon empfiehlt den Tarif Professionell ab etwa 40 Artikeln im Monat.
Wie hoch sind die Verkaufsgebühren bei Amazon?
Das hängt von der Kategorie ab. In vielen Kategorien wie Sport und Outdoor oder Spielzeug sind es 15 Prozent vom Gesamtpreis, bei Unterhaltungselektronik 7 Prozent. In den meisten Kategorien gilt eine Mindestgebühr von 0,30 Euro pro Artikel.
Was kostet Versand durch Amazon pro Artikel?
Das hängt von Größe und Gewicht ab. Laut Tarifübersicht ab 1. Juli 2026 kostet ein Standardpaket bis 400 Gramm aus deutschen Lagern 3,42 Euro, in der Hauptsaison vom 15. Oktober bis 14. Jänner 3,64 Euro. Seit 17. April 2026 berechnet Amazon zusätzlich einen Aufschlag von 1,5 Prozent auf die Versandgebühren. Günstige Produkte bis 20 Euro, in einigen Kategorien bis 11 Euro, haben niedrigere Tarife.
Wie teuer ist die Lagerung bei Amazon FBA?
Für Standardgrößen der meisten Kategorien berechnet Amazon von Jänner bis September 27,54 Euro und von Oktober bis Dezember 52,20 Euro pro Kubikmeter und Monat. Für Ware, die länger als 241 Tage im Lager liegt, kommt ein Zuschlag dazu.
Brauche ich für Amazon FBA ein Gewerbe?
Wer Ware einkauft, um sie weiterzuverkaufen, handelt in Österreich und Deutschland in der Regel gewerblich. Amazon verlangt von gewerblichen Verkäufern bei der Registrierung einen Nachweis über das Unternehmen. Die Details je Land finden Sie in der Länder-Übersicht oberhalb dieser Fragen.
Brauche ich eine LUCID-Nummer für Amazon?
Wenn Sie verpackte Ware an Kunden in Deutschland verkaufen, in der Regel ja. Amazon verlangt die 13-stellige LUCID-Nummer, sonst können Angebote eingeschränkt oder entfernt werden. Das gilt auch für Verkäufer aus Österreich, die nach Deutschland liefern.
Brauche ich eine eigene Marke für Amazon?
Für den Verkauf nicht, für die kostenlose Amazon-Markenregistrierung schon. Dafür brauchen Sie eine eingetragene oder angemeldete Marke. Eine Unionsmarke kostet beim EUIPO 850 Euro für eine Klasse, eine deutsche Marke online beim DPMA 290 Euro für bis zu drei Klassen.
Was passiert mit der Umsatzsteuer, wenn Amazon meine Ware in anderen Ländern lagert?
Für jedes Land, in dem Ihre Ware gelagert wird, brauchen Sie laut Amazon eine Umsatzsteuer-ID. Das Verbringen der Ware in ein anderes EU-Land löst dort grundsätzlich eine Registrierung aus. Starten Sie deshalb mit einem Lagerland und klären Sie Erweiterungen vorab mit einer Steuerberatung.
Kann man als Privatperson mit Amazon Geld verdienen?
Für private Verkäufer verlangt Amazon keinen Gewerbeschein. Sobald Sie aber gezielt Ware für den Weiterverkauf einkaufen, wie es bei FBA üblich ist, handeln Sie in der Regel gewerblich. Dann gelten die Pflichten für gewerbliche Verkäufer.
Wer kümmert sich bei FBA um Kundenservice und Rücksendungen?
Bei Versand durch Amazon übernimmt Amazon Versand, Kundenservice, Erstattungen und Rücksendungen für die eingelagerten Produkte. Für jede Erstattung behält Amazon eine Bearbeitungsgebühr ein, und zwar 5 Euro oder, falls niedriger, 20 Prozent der Verkaufsgebühr.
- Amazon: Preisgestaltung für Verkäufer
- Amazon: FBA-Tarifübersicht Europa ab 1. Juli 2026 (PDF)
- Amazon: Aktualisierung der Verkaufs- und FBA-Gebühren 2026
- Amazon: Versand durch Amazon
- Amazon: Programm für neue Artikel bei FBA
- Amazon: Paneuropäischer Versand
- Händlerbund: Amazon verschärft Pan-EU-FBA-Regeln (1.9.2026)
- Amazon: Registrierungsleitfaden für Verkäufer
- Amazon: Erweiterte Herstellerverantwortung
- Amazon: Brand Registry
- GS1 Germany: Probleme bei Amazon
- Your Europe: CE-Kennzeichnung
- IHK Dortmund: Produktsicherheitsverordnung
- Zentrale Stelle Verpackungsregister: Online-Händler
- Umweltpakt Bayern: Verordnung (EU) 2025/40 (PPWR)
- IHK Koblenz: Verpackungsgesetz und EU-PPWR
- IHK Nürnberg: Merkblatt PPWR (05/2026)
- WKO: PPWR in Deutschland
- Amazon: Treibstoff- und Logistikaufschlag
- WKO: FAQ Verpackungsverordnung für Versandhandel
- stiftung ear: Pflichten von Herstellern
- USP: Innergemeinschaftliches Verbringen
- USP: Umsätze im EU-OSS
- USP: Steuersätze der Umsatzsteuer
- § 12 UStG
- EUIPO: Gebühren und Zahlungen
- DPMA: Gebühren für Marken

Gründer von Finanzbaron, lebt in Graz. Schreibt hier, wie man online Geld verdient und was dabei in Österreich, Deutschland und der Schweiz gilt.
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