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Clipping: mit kurzen Clips Geld verdienen, Regeln und Risiken

Foto von Mathias GallerMathias GallerGeprüft am
Das Wichtigste in Kürze

Beim Clipping schneiden Sie aus langen Videos einer Marke oder eines Creators kurze Clips, veröffentlichen sie auf Ihren eigenen Konten und werden pro 1.000 Aufrufe bezahlt. Den Satz, das Budget und die Regeln legt jede Kampagne selbst fest. Von jeder Auszahlung behält Content Rewards eine Gebühr, und endet das Budget, endet auch der Verdienst.

  • Bezahlt wird pro 1.000 geprüften Aufrufen. Whop nennt als Beispiele 1 und 3 US-Dollar, den Satz legt jede Kampagne fest.
  • Content Rewards behält laut Bedingungen 10 Prozent jeder Auszahlung aus CPM-Kampagnen. Mindest- und Höchstbeträge pro Clip begrenzen den Verdienst.
  • Clippen Sie nur Material, das die Kampagne freigibt, und kennzeichnen Sie jeden Clip als Werbung, gleich zu Beginn.
  • Gekaufte Aufrufe führen zur dauerhaften Sperre. Kurse mit Vorabgebühr und endende Kampagnenbudgets sind die größten Risiken.
  • Steuer: Einnahmen aus den USA versteuern Sie im Wohnsitzland, Content Rewards behält keine Steuer ein. Auf die Plattformgebühr kann Reverse Charge anfallen.

So funktioniert Clipping

Beim Clipping verdienen Sie Geld, indem Sie aus langen Videos kurze Clips schneiden und auf Ihren eigenen Konten veröffentlichen. Eine Marke oder ein Creator stellt dafür in einer Kampagne Material bereit, etwa Podcast-Folgen, Interviews oder Streams, und bezahlt Sie nach den Aufrufen Ihrer Clips. Ein verbreiteter Marktplatz dafür ist Content Rewards und wird über Whop abgewickelt.

Whop beschreibt zwei Kampagnenarten:

  • Clipping: Sie schneiden aus vorhandenen langen Videos kurze Clips.
  • UGC: Sie drehen nach den Vorgaben der Marke eigene Inhalte. Laut Whop zahlt UGC in der Regel mehr als Clipping.

Geeignet sind die Clips laut Whop für TikTok, YouTube Shorts, X und Instagram Reels. Welche Plattformen eine Kampagne annimmt, legt die Marke fest.

Der Ablauf einer Kampagne

  1. Die Marke legt die Kampagne an, mit Satz pro 1.000 Aufrufe, Budget, Regeln und Material.
  2. Sie schneiden einen Clip und posten ihn auf Ihrem verbundenen Konto.
  3. Sie reichen den Beitrag in der Kampagne ein.
  4. Die Marke prüft den Beitrag und nimmt ihn an oder lehnt ihn ab.
  5. Nach der Annahme zahlt Whop laut Hilfeseite automatisch nach der Zahl der Aufrufe.

Anders als bei UGC verkaufen Sie beim Clipping kein Video an die Marke, sondern verbreiten deren Inhalte über Ihre Reichweite. Wer lieber eigene Videos für Marken produziert und pro Auftrag bezahlt wird, findet den Weg im Ratgeber UGC-Creator. Wie Sie mit eigenen Inhalten über die Programme von TikTok und Instagram verdienen, erklärt der Ratgeber TikTok und Instagram.

Die Regeln von Content Rewards

Jede Kampagne hat eigene Vorgaben, dazu kommen die Bedingungen der Plattform. Wichtig sind vor allem diese Punkte.

Bezahlung pro 1.000 Aufrufe. Den Satz legt die Marke fest. Whop nennt in seinen Bedingungen als Beispiel 1 US-Dollar pro 1.000 Aufrufe, in der Hilfe ein Beispiel mit 3 US-Dollar. Gezählt werden laut Bedingungen nur geprüfte, echte Aufrufe.

Mindest- und Höchstbetrag. Ein Clip kommt laut Whop erst in die Prüfung, wenn er einen Mindestbetrag erreicht. Bei 3 US-Dollar Satz und 6 US-Dollar Minimum sind das 2.000 Aufrufe. Ein Höchstbetrag begrenzt, was ein einzelner Clip verdienen kann. Aufrufe darüber bringen nichts mehr.

Andere Vergütungsarten. Neben CPM-Kampagnen nennen die Bedingungen feste Beträge pro angenommenem Clip, Pauschalen pro Zeitraum und Pools, die nach Ende unter den Teilnehmenden aufgeteilt werden.

Voraussetzungen. Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein, ein Whop-Konto haben und Ihre Social-Media-Konten verbinden. Die Marke kann zusätzliche Anforderungen stellen, etwa an Qualität, Länge, Format, Markennennung oder verbotene Inhalte.

Verbotene Methoden. Gekaufte oder künstlich erzeugte Aufrufe, Likes oder Follower führen laut Bedingungen zur dauerhaften Sperre, auch Klickfarmen und Engagement-Gruppen sind verboten. Jeder Clip muss einzigartig sein, Duplikate sind nicht erlaubt.

Ablehnung und Rückbuchung. Wird ein Beitrag nach der Annahme doch abgelehnt oder bestätigt sich ein Betrugsverdacht, können noch nicht abgerechnete Auszahlungen laut Bedingungen zurückgebucht werden. Bereits abgerechnetes Guthaben wird dabei nicht zurückgeholt.

Gebühren und Auszahlung

Von jeder Auszahlung geht eine Gebühr an Content Rewards. Laut den Creator-Bedingungen (Stand 4. Oktober 2026) sind das:

Kampagnenart Gebühr für Clipper
CPM (pro 1.000 Aufrufe) 10 Prozent
Pool 10 Prozent
Fester Betrag pro Clip oder Pauschale 10 Prozent bei Budgets unter 5.000 US-Dollar, 0 Prozent ab 5.000 US-Dollar

Bei CPM-Kampagnen besteht eine Auszahlungsrunde meist aus sieben Tagen Verdienstzeitraum und drei Tagen Wartezeit. Danach liegt das Geld in Ihrem Guthaben und wird über Whop ausgezahlt, laut Bedingungen meist in etwa 3 bis 5 Werktagen oder sofort gegen eine Gebühr von Whop.

Whop zahlt laut Hilfeseite in über 200 Länder aus, je nach Land per Bankkonto, PayPal oder Krypto. Für die Einrichtung kann eine Identitätsprüfung mit Ausweis nötig sein. Die Mindestauszahlung liegt bei 10 US-Dollar, sofern sie gilt. Die Gebühren hängen von der Methode ab: Für Krypto nennt Whop 5 Prozent plus 1 US-Dollar, für Überweisungen auf Bankkonten außerhalb der USA je nach Land unterschiedliche Beträge.

Was Sie mit Clipping realistisch verdienen können

Was Sie verdienen, hängt davon ab, wie viele Ihrer Clips die Mindestgrenze erreichen, und nicht von der Zahl der Clips. Ein typisches Einkommen gibt es nicht. Viele Clips bleiben unter der Mindestgrenze und bringen dann kein Geld.

Diese Faktoren bestimmen Ihr Einkommen:

  • Satz der Kampagne. Er unterscheidet sich je Kampagne und kann bei UGC höher liegen als bei Clipping.
  • Mindest- und Höchstbetrag. Unter dem Minimum gibt es nichts, über dem Maximum nichts mehr.
  • Annahmequote. Hält ein Clip die Regeln nicht ein, lehnt die Marke ihn ab.
  • Budget. Ist es aufgebraucht, endet die Bezahlung für alle Clips der Kampagne.
  • Gebühren und Wechselkurs. 10 Prozent gehen an Content Rewards, dazu kommen Auszahlungsgebühren und die Umrechnung von US-Dollar.

Rechenbeispiel mit angenommenen Werten

Satz, Aufrufe, Höchstbetrag und Zeitaufwand sind angenommen. Belegt sind nur die 10 Prozent Gebühr für CPM-Kampagnen.

Schritt Annahme Ergebnis
Clips im Monat 20 Clips
Clips unter der Mindestgrenze 12 Clips 0 US-Dollar
Clips mit je 15.000 Aufrufen 6 Clips à 1,50 US-Dollar pro 1.000 6 x 22,50 = 135 US-Dollar
Clips mit je 80.000 Aufrufen 2 Clips, gedeckelt bei 100 US-Dollar 2 x 100 = 200 US-Dollar
Summe vor Gebühr 335 US-Dollar
Gebühr Content Rewards 10 Prozent 33,50 US-Dollar
Auszahlbar 301,50 US-Dollar
Zeitaufwand 20 Clips à 45 Minuten 15 Stunden
Pro Stunde 301,50 / 15 20,10 US-Dollar

Ohne Höchstbetrag hätten die beiden starken Clips je 120 US-Dollar gebracht. Das Beispiel zeigt vor allem, wie stark wenige Clips das Ergebnis tragen. Auszahlungsgebühren, Wechselkurs, Steuer und Sozialversicherung sind nicht eingerechnet.

Urheberrecht: nur Clips mit Erlaubnis

Clippen Sie nur Material, das die Kampagne ausdrücklich bereitstellt. Für dieses Material erhalten Sie laut Bedingungen eine begrenzte, widerrufliche Lizenz, den Clip für die Kampagne zu erstellen und zu posten. Für Videos anderer Creator ohne Kampagne haben Sie diese Erlaubnis nicht, auch wenn sie frei auf YouTube stehen.

Laut Bedingungen versichern Sie außerdem, dass Ihr Clip keine Rechte Dritter verletzt. Dazu gehört Musik, die Sie unterlegen. Sind erkennbare Personen zu sehen, die nicht aus dem Kampagnenmaterial stammen, brauchen Sie deren Einwilligung. Nach der Annahme erhalten Content Rewards und die Marke eine dauerhafte, weltweite und kostenlose Lizenz an Ihrem Clip, bei Material der Marke gehört der fertige Clip der Marke. Fordert die Marke oder Whop Sie auf, einen Clip zu entfernen, müssen Sie das laut Whop-Bedingungen so bald wie möglich tun. Grundlagen zu Zitat, Musik und fremden Inhalten erklärt der Ratgeber Urheberrecht für Creator.

Kennzeichnung als Werbung

Jeder bezahlte Clip ist Werbung und muss als solche erkennbar sein. Die Whop-Bedingungen verlangen eine klare Offenlegung, etwa mit „#Sponsored“ oder „#[Markenname] Ad“. Sie darf nicht in vielen Hashtags versteckt sein und muss sichtbar sein, bevor jemand auf „mehr“ tippt. Die Creator-Bedingungen von Content Rewards verlangen zusätzlich einen deutlichen Hinweis am Anfang des Videos und machen Sie allein dafür verantwortlich.

Dazu kommen die Regeln Ihres Landes. In Deutschland reichen laut Medienanstalten #ad oder „sponsored by“ nicht, gefordert ist „Werbung“ oder „Anzeige“. In Österreich gilt § 26 Mediengesetz, in der Schweiz Grundsatz B.15 der Lauterkeitskommission. Ein englischer Hashtag allein ist für Zuschauer in Österreich und Deutschland deshalb keine sichere Lösung. Was je Plattform konkret gilt, zeigt der Ratgeber Werbung kennzeichnen.

Was Sie brauchen

Für den Start brauchen Sie kein Kapital, aber Zeit und eigene Konten.

  • Ein Smartphone oder Computer mit Schnitt-App für Untertitel, Schnitte und Hochformat.
  • Eigene Social-Media-Konten, die Sie mit Whop verbinden. Manche Kampagnen stellen Anforderungen an das Konto.
  • Ein Whop-Konto mit Auszahlungsmethode, gegebenenfalls mit Identitätsprüfung.
  • Ein Mindestalter von 18 Jahren.
  • Eine Anmeldung, sobald Sie regelmäßig verdienen. Welche das ist, steht im Abschnitt Steuer und Anmeldung.

Clipping Schritt für Schritt starten

  1. Kampagne prüfen. Lesen Sie Satz, Mindest- und Höchstbetrag, Restbudget, erlaubte Plattformen und alle Regeln, bevor Sie schneiden.
  2. Konto vorbereiten. Verbinden Sie Ihre Social-Media-Konten und richten Sie die Auszahlung ein.
  3. Nur freigegebenes Material nutzen. Schneiden Sie ausschließlich aus dem Material der Kampagne.
  4. Kennzeichnen. Setzen Sie die Offenlegung an den Anfang des Videos und in die Beschreibung, für AT und DE mit „Werbung“.
  5. Posten und einreichen. Veröffentlichen Sie den Clip und reichen Sie ihn in der Kampagne ein.
  6. Ergebnisse festhalten. Notieren Sie Aufrufe, angenommene Clips, Auszahlungen und Zeitaufwand.
  7. Anmeldung klären. Klären Sie Gewerbe oder Steueranmeldung, bevor regelmäßig Geld kommt.
  8. Nachrechnen. Prüfen Sie nach einigen Wochen, welche Kampagnen sich nach Gebühren und Zeit lohnen.

Risiken und häufige Fehler

Die größten Risiken liegen nicht beim Schnitt, sondern bei Budget, Regeln und Versprechen Dritter.

  • Kurse mit Vorabgebühr. Rund um Clipping werden Kurse, Mentoring und Gruppen gegen Bezahlung angeboten, oft mit hohen Verdienstversprechen. Die Bedingungen von Content Rewards setzen keinen Kurs voraus. Wie Sie unseriöse Angebote erkennen, steht im Ratgeber Betrugsmaschen erkennen.
  • Budget endet. Ist das Budget aufgebraucht, gibt es kein Geld mehr. Content Rewards garantiert laut Bedingungen nicht, dass eine Marke nachschießt. Pools ohne neue angenommene Beiträge können nach 30 Tagen enden.
  • Programm ändert sich. Whop darf das Programm laut Bedingungen jederzeit ändern oder Konten beenden.
  • Fremde Videos clippen. Ohne Erlaubnis riskieren Sie Urheberrechtsverletzungen und bekommen kein Geld.
  • Aufrufe kaufen. Das führt zur dauerhaften Sperre, auch verbundene Konten können gesperrt werden.
  • Kennzeichnung weglassen. Fehlt die Offenlegung, kann der Clip abgelehnt werden, und Sie verstoßen gegen nationales Recht.
  • Nur auf den Satz schauen. Ein hoher Satz bringt wenig, wenn Mindestgrenze oder Höchstbetrag ungünstig sind.

Steuer und Anmeldung

Clipping-Einnahmen sind steuerpflichtiges Einkommen, auch wenn sie aus den USA kommen. Laut Whop-Bedingungen werden Belohnungen ohne Abzüge oder Einbehalte gezahlt, um die Steuer kümmern Sie sich selbst.

In Österreich nennt die WKO Einnahmen aus Klicks und Aufrufen als Beispiel für Neue Selbständige ohne Gewerbe, für bezahlte Werbung dagegen das Ankündigungsunternehmen oder die Werbeagentur. Clipping liegt dazwischen, weil Sie nach Aufrufen bezahlt werden, aber fremde Inhalte gegen Entgelt verbreiten. Klären Sie die Einordnung deshalb mit dem Gründerservice. In Deutschland geht die Finanzverwaltung bei Werbeeinkünften laut IHK München regelmäßig von gewerblichen Einkünften aus. In der Schweiz zählt vor allem die AHV-Anmeldung.

Für die Umsatzsteuer gilt: Ihre Leistung an ein Unternehmen in den USA wird in der Regel dort versteuert, wo der Kunde sitzt. Umgekehrt beziehen Sie mit der Gebühr von Content Rewards eine Leistung eines ausländischen Unternehmens. Dann geht die Steuerschuld in der Regel auf Sie über, laut WKO und IHK Nord Westfalen auch als Kleinunternehmer. Wie das in der Praxis abläuft, erklärt der Ratgeber Kleinunternehmerregelung. Die Details für Ihr Land finden Sie weiter unten in der Länder-Übersicht, allgemeine Grenzen in den Grundlagen zu Gewerbe und Steuer.

Für wen es sich lohnt

Clipping passt zu Menschen, die schnell gute Stellen in langen Videos finden, viele kurze Clips schneiden und mit Ablehnungen umgehen können. Kapital brauchen Sie nicht, aber Zeit, eigene Konten und ein Auge für die Regeln jeder Kampagne. Weil Mindestgrenzen, Höchstbeträge und endende Budgets den Verdienst begrenzen, ist Clipping kein planbares Einkommen. Wer mit Clipping startet, prüft jede Kampagne vorher, kennzeichnet jeden Clip und zahlt nie für Kurse oder Zugänge.

Länder-Übersicht: Steuer und Anmeldung in Ihrem Land

Österreich

Gewerbe
Ein eigenes Gewerbe für Clipping gibt es nicht. Einnahmen aus Klicks und Aufrufen nennt die WKO als Beispiel für Neue Selbständige ohne Gewerbe, für bezahlte Werbung dagegen das Ankündigungsunternehmen oder die Werbeagentur. Weil Sie bei Kampagnen fremde Inhalte gegen Bezahlung verbreiten, klären Sie die Einordnung mit dem Gründerservice Ihrer Landeskammer.
Sozialversicherung
Mit Gewerbeschein sind Sie nach GSVG grundsätzlich ab dem ersten Euro bei der SVS versichert. Auf Antrag gibt es die Kleinunternehmerausnahme (2026: höchstens 6.613,20 Euro Einkünfte und 55.000 Euro Umsatz), die Unfallversicherung bleibt. Ob Sie die Ausnahme nutzen können, hängt auch von Alter und früheren Versicherungszeiten ab. Als Neue Selbständige sind Sie 2026 erst ab Einkünften über 6.613,20 Euro versichert.
Einkommensteuer
Neben dem Gehalt müssen Sie eine Veranlagung abgeben, wenn Ihre Nebeneinkünfte über 730 Euro im Jahr liegen.
Umsatzsteuer
Bis 55.000 Euro Umsatz im Jahr gilt die Kleinunternehmerregelung. Leistungen an ein Unternehmen werden in der Regel dort versteuert, wo es seinen Sitz hat (§ 3a Abs. 6 UStG). Beziehen Sie Leistungen eines ausländischen Unternehmens, etwa gegen eine Plattformgebühr, geht die Steuerschuld laut WKO auch bei Kleinunternehmern auf Sie über.
Kennzeichnung
Entgeltliche Beiträge in periodischen Medien kennzeichnen Sie nach § 26 Mediengesetz als „Werbung“, „Anzeige“ oder „entgeltliche Einschaltung“. Verstöße können bis 20.000 Euro kosten.

Deutschland

Einordnung
Beruhen die Einkünfte auf Werbung, geht die Finanzverwaltung laut IHK München regelmäßig von gewerblichen Einkünften aus. Das Finanzamt entscheidet unabhängig davon, ob Sie ein Gewerbe angemeldet haben.
Anmeldung
Melden Sie die Tätigkeit innerhalb eines Monats mit dem Fragebogen zur steuerlichen Erfassung über Mein ELSTER beim Finanzamt an (§ 138 AO). Gewerbetreibende gehen zusätzlich zum Gewerbeamt. Gewerbesteuer fällt erst ab einem Gewerbeertrag über 24.500 Euro an.
Einkommensteuer
Liegen Ihre Nebeneinkünfte über 410 Euro im Jahr, müssen Sie eine Steuererklärung abgeben.
Umsatzsteuer
Kleinunternehmer sind Sie, wenn der Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betrug und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht überschreitet. Die Steuerschuldumkehr nach § 13b UStG gilt laut IHK Nord Westfalen auch für Kleinunternehmer.
Kennzeichnung
Steht ein Produkt oder eine Marke im Video im Mittelpunkt, verlangen die Medienanstalten die Einblendung „Werbung“ während des gesamten Videos. #ad oder „sponsored by“ reichen nicht.

Schweiz

Anmeldung
Eine Gewerbeanmeldung gibt es nicht. Liegt der Reingewinn aus dem Nebenerwerb über CHF 2.500 im Jahr, melden Sie sich bei einer AHV-Ausgleichskasse als selbständigerwerbend an. Ob Sie als selbständig gelten, beurteilt die Ausgleichskasse.
Einkommensteuer
Einkommen aus selbständiger Nebentätigkeit geben Sie in der Steuererklärung an, abzüglich der geschäftlich begründeten Kosten. Steuersätze und Abzüge unterscheiden sich je nach Kanton.
Mehrwertsteuer
MWST-pflichtig werden Sie erst ab einem weltweiten Jahresumsatz von CHF 100.000. Nicht eingetragene Personen werden bezugsteuerpflichtig, wenn sie im Kalenderjahr für mehr als CHF 10.000 Dienstleistungen aus dem Ausland beziehen (Art. 45 MWSTG).
Kennzeichnung
Kommerzielle Kommunikation muss nach Grundsatz B.15 der Lauterkeitskommission eindeutig erkennbar sein, auch auf Social-Media-Konten.

Passt das zu Ihnen?

Gute Wahl, wenn Sie
  • schnell erkennen, welche Stelle eines Videos fesselt
  • viele kurze Videos schneiden und regelmäßig posten
  • mit unsicheren Einnahmen und Ablehnungen umgehen
Eher nichts, wenn Sie
  • ein planbares Einkommen brauchen
  • sich nicht mit Kampagnenregeln und Kennzeichnung befassen wollen
  • auf schnelle Erfolge durch bezahlte Kurse hoffen

Häufige Fragen

Was ist Clipping?

Beim Clipping schneiden Sie aus langen Videos, etwa Podcasts, Interviews oder Streams, kurze Ausschnitte für TikTok, Instagram Reels, YouTube Shorts oder X. Sie veröffentlichen die Clips auf Ihren eigenen Konten. Bezahlt werden Sie von der Marke oder dem Creator, der die Kampagne ausschreibt, nach der Zahl der Aufrufe.

Wie viel zahlt Clipping pro 1.000 Aufrufe?

Das legt jede Kampagne selbst fest. Whop nennt in Hilfe und Bedingungen Beispiele von 1 und 3 US-Dollar pro 1.000 Aufrufe, einen festen Marktsatz gibt es nicht. Von der Auszahlung gehen bei CPM-Kampagnen 10 Prozent Gebühr an Content Rewards.

Ist Content Rewards seriös?

Content Rewards ist ein Kampagnen-Marktplatz, der über Whop abgewickelt wird und eigene Bedingungen veröffentlicht. Vertragspartner ist laut Bedingungen die Content Rewards Inc, eine Gesellschaft aus Delaware mit Geschäftssitz in Kalifornien. Seriös heißt aber nicht sicher, denn Clips können abgelehnt werden, und Kampagnen enden, wenn das Budget aufgebraucht ist.

Welche Gebühren zahle ich als Clipper?

Content Rewards behält laut Bedingungen 10 Prozent jeder Auszahlung aus CPM- und Pool-Kampagnen. Bei Kampagnen mit festem Betrag pro Clip sind es 10 Prozent bei Budgets unter 5.000 US-Dollar und 0 Prozent darüber. Für die Auszahlung kann Whop je nach Methode zusätzlich Gebühren verlangen, etwa für Sofortauszahlungen oder Krypto.

Wann bekomme ich mein Geld beim Clipping?

Bei CPM-Kampagnen besteht eine Auszahlungsrunde laut Bedingungen meist aus sieben Tagen Verdienstzeitraum und drei Tagen Wartezeit. Danach heben Sie das Guthaben über Whop ab, laut Bedingungen meist in etwa 3 bis 5 Werktagen oder sofort gegen Gebühr. Whop nennt eine Mindestauszahlung von 10 US-Dollar, sofern sie gilt.

Darf ich jedes Video clippen und dafür Geld bekommen?

Nein. Bezahlt werden nur Clips aus Material, das die Kampagne bereitstellt und freigibt. Für fremde Videos ohne Erlaubnis haben Sie keine Rechte, und auch Musik im Clip muss geklärt sein. Laut Bedingungen versichern Sie, dass Ihr Clip keine Rechte Dritter verletzt.

Muss ich Clips als Werbung kennzeichnen?

Ja. Die Bedingungen verlangen eine klare Offenlegung, etwa mit „#Sponsored“ oder „#[Markenname] Ad“, und zwar vor dem Mehr-Button, eine weitere am Anfang des Videos. Für Österreich, Deutschland und die Schweiz gelten zusätzlich die nationalen Regeln, in Deutschland reicht

Was passiert, wenn das Budget einer Kampagne aufgebraucht ist?

Dann gibt es für weitere Aufrufe kein Geld mehr. Auch über dem Höchstbetrag pro Clip bringen zusätzliche Aufrufe nichts. Content Rewards garantiert laut Bedingungen nicht, dass eine Marke Budget nachschießt.

Muss ich Clipping-Einnahmen aus den USA versteuern?

Ja, in Ihrem Wohnsitzland. Laut Whop-Bedingungen werden Belohnungen ohne Abzüge oder Einbehalte ausgezahlt, Steuern zahlen Sie selbst. Wie Sie die Tätigkeit anmelden, steht in der Länder-Übersicht oberhalb dieser Fragen.

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Mathias Galler

Gründer von Finanzbaron, lebt in Graz. Schreibt hier, wie man online Geld verdient und was dabei in Österreich, Deutschland und der Schweiz gilt.

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