Sie verkaufen selbst gemachte Waren, eigene Designs oder digitale Downloads über den Marktplatz Etsy. Etsy bringt Besucher mit und nimmt dafür pro Angebot und pro Verkauf Gebühren. Wer regelmäßig verkauft, gilt in der Regel als Unternehmer und hat Pflichten bei Gewerbe, Steuer, Widerruf und Produktsicherheit.
- Gebühren: 0,20 US-Dollar je Angebot, 6,5 Prozent Transaktionsgebühr plus Zahlungsgebühr von 4 Prozent und 0,30 Euro (AT, DE).
- Offsite Ads kosten 15 Prozent, abschaltbar nur, solange der Shop nie 10.000 US-Dollar Umsatz in 365 Tagen erreicht hat.
- Erlaubt sind nur Selbstgemachtes, eigene Designs, Vintage ab 20 Jahren und Material. Zugekaufte Massenware kann zur Sperre führen.
- Gewerbe: AT meist freies Handelsgewerbe ab dem ersten Angebot, DE Gewerbeanmeldung, CH AHV-Anmeldung über CHF 2.500 Reingewinn.
- Passt, wenn Sie selbst herstellen oder entwerfen. Beim Verkauf an Verbraucher gelten Impressum, Widerruf, Gewährleistung und Produktsicherheit.
So funktioniert ein Etsy-Shop
Etsy ist ein Marktplatz für Selbstgemachtes, eigene Designs, Vintage und Bastelmaterial. Wenn Sie dort einen Etsy-Shop eröffnen, stellen Sie Angebote mit Fotos, Beschreibung und Preis ein, Käufer finden sie über die Suche von Etsy oder über Werbung. Etsy wickelt die Zahlung ab und zahlt Ihnen den Erlös abzüglich Gebühren aus. Herstellung, Verpackung und Versand übernehmen Sie selbst, bei digitalen Artikeln liefert Etsy die Datei automatisch aus.
Was Sie auf Etsy verkaufen dürfen
Etsy erlaubt nur Artikel, die eine persönliche Leistung des Verkäufers erkennen lassen. Die Kreativitätsstandards unterscheiden vier Gruppen:
- Selbst gemacht: Physische Waren, die Sie von Hand oder mit eigenen Werkzeugen herstellen, auch mit 3D-Drucker oder Lasercutter. Ein fertiger Bausatz, den Sie nur nach Anleitung zusammensetzen, zählt nicht.
- Selbst entworfen: Eigene Designs, die ein Dritter druckt oder herstellt, und digitale Downloads. Pakete mit fremden Werken oder Sammlungen von KI-Prompts sind ausgeschlossen.
- Von Ihnen ausgewählt: Vintage-Artikel, die mindestens 20 Jahre alt sind, Naturfundstücke und zusammengestellte Geschenkkörbe.
- Von Ihnen beschafft: Material, mit dem Käufer selbst kreativ werden, etwa Bastel- und Partybedarf, sowie Artikel, die Sie mit Text oder Bild des Käufers personalisieren.
Massenware weiterzuverkaufen ist nicht erlaubt. Wer fertige Produkte von Händlern oder Großhändlern bezieht, verstößt laut Etsy gegen die Regeln zum Weiterverkauf, die Folgen reichen bis zur Sperre des Kontos. Für gebrauchte Dinge ohne eigenen Beitrag passt eher der Weg aus dem Ratgeber Gebrauchtes online verkaufen.
Produktionspartner und KI
Sie dürfen eigene Designs von einem Produktionspartner herstellen lassen, etwa von einem Print-on-Demand-Dienst, einer Näherei oder einem Laserschneide-Service. Etsy verlangt, dass Sie den Partner im jeweiligen Angebot offenlegen und den richtigen Versandort angeben. Wie Print on Demand mit eigenen Motiven funktioniert, erklärt der Ratgeber Print on Demand. Artikel, die mit KI nach Ihren eigenen Vorgaben entstehen, zählen als selbst entworfen. Die Nutzung von KI müssen Sie in der Beschreibung offenlegen.
Was Sie realistisch verdienen können
Was übrig bleibt, hängt von Preis, Material, Arbeitszeit, Versand und den Etsy-Gebühren ab, ein typisches Einkommen gibt es nicht. Entscheidend ist, dass Sie Ihre Kosten pro Stück kennen und Ihre eigene Arbeitszeit mitrechnen.
Etsy-Gebühren im Überblick
Alle Werte stammen aus den Hilfe- und Richtlinienseiten von Etsy (abgerufen im Oktober 2026), angegeben ohne Mehrwertsteuer. Für Verkäufer in Ländern mit Mehrwertsteuer schlägt Etsy diese auf.
- Einrichtung: Etsy kann bei der Eröffnung eine einmalige, nicht erstattungsfähige Einrichtungsgebühr verlangen. Die Höhe legt Etsy fest, prüfen Sie sie bei der Eröffnung.
- Einstellgebühr: 0,20 US-Dollar je Angebot. Ein Angebot läuft nach vier Monaten ab, jede Verlängerung kostet erneut 0,20 US-Dollar. Verkaufen Sie mehrere Stück aus einem Angebot, fällt die Gebühr für jedes weitere Stück an.
- Transaktionsgebühr: 6,5 Prozent auf den Preis samt Versand und Geschenkverpackung.
- Zahlungsgebühr: für Bankkonten in Österreich und Deutschland 4 Prozent plus 0,30 Euro je Bestellung, in der Schweiz 4 Prozent plus 0,50 Franken.
- Währungsumrechnung: 2,5 Prozent, wenn Ihre Angebotswährung nicht der Währung Ihres Bankkontos entspricht.
- Offsite Ads: Etsy wirbt für Ihre Artikel auf anderen Websites. Kauft jemand innerhalb von 30 Tagen nach einem Klick auf eine solche Anzeige, zahlen Sie 15 Prozent. Hat Ihr Shop schon einmal 10.000 US-Dollar Umsatz in 365 aufeinanderfolgenden Tagen erreicht, sind es 12 Prozent, jeweils höchstens 100 US-Dollar je Bestellung. Hat Ihr Shop diese Grenze nie erreicht, können Sie die Anzeigen abschalten. Wer sie überschreitet, nimmt für die gesamte Lebensdauer des Shops teil.
In einigen Ländern verlangt Etsy zusätzlich eine Regulatory Operating Fee, die Ankündigung vom Juni 2026 nennt etwa Frankreich, Italien und Spanien. Für Shops aus Österreich, Deutschland und der Schweiz fällt sie laut einer Übersicht der aktuellen Sätze (Stand Oktober 2026) nicht an.
Rechenbeispiel
Beispiel mit angenommenen Werten, keine Prognose. Sie verkaufen eine handgemachte Tasse für 36 Euro mit kostenlosem Versand. Material und Herstellung kosten Sie 9 Euro, der Versand 6,50 Euro. Ihr Konto liegt in Österreich oder Deutschland, Sie bieten in Euro an. Die Einstellgebühr von 0,20 US-Dollar ist vereinfacht mit 0,20 Euro angesetzt.
- Transaktionsgebühr 6,5 Prozent: 2,34 Euro
- Zahlungsgebühr 4 Prozent plus 0,30 Euro: 1,74 Euro
- Einstellgebühr: 0,20 Euro
- Gebühren gesamt: 4,28 Euro
- Ergebnis vor Steuer und ohne Arbeitszeit: 16,22 Euro
Kommt die Bestellung über Offsite Ads, fallen weitere 15 Prozent an, also 5,40 Euro. Dann bleiben 10,82 Euro. Bei einem digitalen Download für 8 Euro entfallen Material und Versand: Die Gebühren betragen 0,52 Euro Transaktionsgebühr, 0,62 Euro Zahlungsgebühr und 0,20 Euro Einstellgebühr, es bleiben 6,66 Euro. Etwaige Mehrwertsteuer auf die Gebühren ist nicht eingerechnet. Den Margen-Rechner können Sie mit Ihren eigenen Werten füllen.
Was Sie brauchen
Für den Start brauchen Sie ein Produkt, gute Fotos, ein Konto mit Bankverbindung und einen Überblick über Ihre Pflichten. Konkret:
- Mindestalter: Laut Nutzungsbedingungen müssen Sie mindestens 18 Jahre alt sein. Jugendliche ab 13 Jahren nutzen Etsy nur über das Konto eines Elternteils, mit dessen Erlaubnis und Aufsicht.
- Ausweis und Selfie: Etsy prüft Ihre Identität über den Dienst Persona. Der Ausweis darf nicht abgelaufen sein und muss auf den Namen des Bankkontos lauten.
- Bankkonto und Karte: Neue Verkäufer in Österreich und Deutschland müssen zusätzlich eine Kredit- oder Debitkarte hinterlegen.
- Zwei-Schritt-Verifizierung: Sie muss vor dem Start aktiv sein.
- Shopname: 4 bis 20 Zeichen, ohne Leer- und Sonderzeichen, ohne fremde Markennamen.
- Kalkulation: Eine Tabelle mit Material, Verpackung, Versand, Gebühren und Arbeitszeit je Produkt.
Auszahlung und Etsy Plus
Neue Verkäufer erhalten ihr Guthaben standardmäßig wöchentlich am Montag, umstellen können Sie auf täglich (ab 20 Euro oder 15 Franken), zweiwöchentlich oder monatlich.
Zusätzlich fragt Etsy Verkäuferdaten wie Steuernummer und Anschrift ab, um Gesetze wie den Digital Services Act und DAC7 zu erfüllen. Ohne rechtzeitige Bestätigung gibt es keine Auszahlungen, und Etsy versetzt den Shop in den Urlaubsmodus.
Etsy Plus ist ein freiwilliges Abo für 10 US-Dollar im Monat mit 15 Gutschriften für Einstellgebühren, 5 US-Dollar Guthaben für Etsy Ads und mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Ungenutztes Werbeguthaben verfällt am Monatsende.
So werden Sie in der Etsy-Suche gefunden
Die Etsy-Suche sammelt zuerst alle Angebote, deren Stichwörter zur Anfrage passen, und ordnet sie dann nach Relevanz. Laut Seller Handbook wertet Etsy dabei Titel, Tags, Attribute, Beschreibung, erstes Foto und Bewertungen gemeinsam aus.
- 13 Tags nutzen: Je Angebot sind bis zu 13 Tags mit je höchstens 20 Zeichen möglich. Etsy empfiehlt, alle 13 zu nutzen, mit Wortgruppen statt Einzelwörtern und ohne Wiederholungen.
- Attribute ausfüllen: Nach der Kategorie wählen Sie Attribute wie Farbe oder Material. Sie wirken wie Tags, ihre Begriffe müssen Sie nicht noch einmal als Tag eintragen.
- Klarer Titel: Kurz und verständlich, mit den treffendsten Begriffen vorn. Die Position im Titel wirkt laut Etsy nicht direkt auf das Ranking, kann aber Klicks fördern. Titel und Tags schreiben Sie in der Sprache Ihres Shops.
- Erstes Foto: Es erscheint als Vorschaubild in den Suchergebnissen.
- Bewertungen und Kundenservice: Etsy bevorzugt Shops, die Servicestandards einhalten. Maßgeblich sind durchschnittliche Bewertung, Antwortquote auf Nachrichten und Fallquote der letzten drei Monate.
- Shop-Richtlinien: Hinterlegte Richtlinien verbessern laut Etsy die Platzierung, sie fließen in den Wert für Kunden- und Markterlebnis ein.
Etsy nennt diese Hinweise aktuelle Empfehlungen, die sich ändern können. Überarbeiten Sie Tags und Titel etwa vor einer neuen Saison oder vor Feiertagen.
Pflichten beim Verkauf an Verbraucher
Wer als Unternehmer an Verbraucher in der EU verkauft, muss Rechtspflichten erfüllen, die Etsy Ihnen nicht abnimmt. Die wichtigsten:
- Impressum und Händlerstatus: Laut IHK brauchen auch Händlerseiten auf Verkaufsplattformen ein Impressum mit Name, Anschrift, Telefon und E-Mail. Die WKO bezieht die Pflicht auf jede Form elektronischer Inhalte. Bei Etsy tragen Sie die Angaben in den Verkäuferdaten ein, Käufer in der EU sehen sie auf Ihrer Shopseite.
- Widerrufsrecht: Verbraucher in der EU können 14 Tage lang zurücktreten. Kein Widerrufsrecht besteht bei Waren, die nach Kundenwunsch angefertigt oder eindeutig auf den Kunden zugeschnitten sind, etwa gravierter Schmuck. Eine Auswahl aus Standardoptionen reicht dafür nicht. Bei Downloads gelten eigene Regeln, mehr dazu im Ratgeber Digitale Infoprodukte.
- Gewährleistung: In Österreich und Deutschland haften Sie gegenüber Verbrauchern zwei Jahre für Mängel. In beiden Ländern wird seit 2022 im ersten Jahr vermutet, dass ein Mangel schon bei der Übergabe bestand, in Österreich nach § 11 VGG.
- Produktsicherheit (GPSR): Die EU-Verordnung gilt seit 13. Dezember 2024. Im Angebot müssen Hersteller mit Name, Post- und E-Mail-Adresse, eine Produktkennung, eine Abbildung und etwaige Warnhinweise stehen. Hersteller führen vorher eine Risikoanalyse durch und bewahren die Unterlagen zehn Jahre auf. Welche Regeln für Lebensmittel, Kosmetik oder Kerzen gelten, zeigt der Ratgeber Selbstgemachtes verkaufen.
- Verpackung: Versandverpackungen sind in Deutschland und Österreich lizenzpflichtig. Details stehen in der Länder-Übersicht weiter unten.
3D-Druck auf Etsy verkaufen
3D-gedruckte Artikel sind auf Etsy erlaubt, aber nur nach eigenem Entwurf. Die Kreativitätsstandards zählen Gegenstände, die Sie mit computergestützten Werkzeugen wie einem 3D-Drucker selbst herstellen, zur Gruppe „selbst gemacht“. Sie müssen laut Etsy auf einem eigenen Originaldesign beruhen, und die Fotos müssen das fertige Produkt zeigen. Ein fremdes Modell aus einer Dateisammlung nachzudrucken, erfüllt diese Regel nach dem Wortlaut nicht, selbst wenn die Lizenz den Verkauf erlauben würde.
Für Vorlagen, die Sie als Bauteil nutzen, zählt die Lizenz. CC BY erlaubt die kommerzielle Nutzung mit Namensnennung, Link zur Lizenz und Hinweis auf Änderungen. Lizenzen mit dem Kürzel NC verbieten sie, gedruckte Exemplare dürfen Sie dann nicht verkaufen. Ob ein bearbeitetes Fremdmodell als eigenes Design gilt, regelt Etsy nicht ausdrücklich. Notieren Sie die Lizenz jedes Bauteils.
Bei der Produktsicherheit sind Sie Hersteller, es gelten die GPSR-Pflichten von oben. Für Spielzeug, also Produkte zum Spielen für Kinder unter 14 Jahren, verlangt die Spielzeugrichtlinie 2009/48/EG zusätzlich technische Unterlagen, eine Konformitätsbewertung, eine EG-Konformitätserklärung und die CE-Kennzeichnung, die Unterlagen bewahren Sie zehn Jahre auf. Laut EU-Kommission ist die neue Spielzeugverordnung (EU) 2025/2509 seit 1. Januar 2026 in Kraft und gilt ab 1. August 2030.
Steuer und Anmeldung für Etsy-Verkäufer
Wer regelmäßig über Etsy verkauft, ist in der Regel Unternehmer und braucht je nach Land eine Gewerbeanmeldung. In Österreich hängt die passende Gewerbeart davon ab, ob Sie Waren handeln oder selbst herstellen, manche Handwerke brauchen einen Befähigungsnachweis. In Deutschland zeigen Sie bestimmte Handwerke zusätzlich der Handwerkskammer an.
Bei digitalen Artikeln zieht Etsy die Mehrwertsteuer für Käufer in der EU, im Vereinigten Königreich und in der Schweiz selbst ein. Bei physischer Ware gilt das nur für die Einfuhr-Mehrwertsteuer auf Sendungen unter 150 Euro von außerhalb der EU. Versenden Sie aus Österreich oder Deutschland an Privatkunden in anderen EU-Staaten, gilt über 10.000 Euro netto im Jahr (Vorjahr oder laufendes Jahr) die Steuer des Kundenlandes, gemeldet über den One-Stop-Shop (OSS).
Etsy meldet Verkäufer an die Finanzbehörden. Ausgenommen ist nur, wer weniger als 30 Verkäufe und höchstens 2.000 Euro im Jahr erzielt (in Deutschland: weniger als 2.000 Euro). Eine Meldung bedeutet nicht automatisch Steuerpflicht, Details im DAC7-Ratgeber. Was in Ihrem Land gilt, steht in der Länder-Übersicht weiter unten und ausführlicher in den Grundlagen zum Gewerbe.
Etsy-Shop eröffnen: Schritt für Schritt
- Produkt prüfen: Stellen Sie sicher, dass Ihr Produkt in eine der vier Gruppen der Kreativitätsstandards fällt.
- Kosten kalkulieren: Rechnen Sie Material, Verpackung, Versand, Gebühren und Arbeitszeit je Stück durch, auch mit Offsite Ads.
- Status klären: Klären Sie Gewerbe und Steuer, bevor der erste Verkauf läuft.
- Konto anlegen: Eröffnen Sie den Shop am Computer, wählen Sie Land, Sprache und Euro als Währung.
- Verifizieren: Halten Sie Ausweis, Bankkonto und bei Wohnsitz in Österreich oder Deutschland eine Karte bereit.
- Pflichtangaben hinterlegen: Tragen Sie Verkäuferdaten, Rücknahmebedingungen, Hersteller und Sicherheitshinweise ein.
- Verpackung lizenzieren: Registrieren Sie sich vor dem ersten Paket nach Deutschland bei LUCID und klären Sie die Entpflichtung in Österreich.
- Angebote einstellen: Fotografieren Sie bei Tageslicht und beschreiben Sie Material, Maße und Herstellung ehrlich.
- Auswerten: Beobachten Sie, welche Angebote verkauft werden, und passen Sie Preise und Sortiment an.
Häufige Fehler
Die meisten Probleme entstehen bei Kalkulation und Pflichten, nicht beim Produkt. Typische Fehler:
- Arbeitszeit vergessen: Wer nur Material rechnet, verkauft oft unter dem eigenen Stundensatz.
- Offsite Ads übersehen: 15 Prozent zusätzliche Gebühr können den Gewinn eines Verkaufs stark schmälern.
- Zugekaufte Ware anbieten: Massenware verstößt gegen die Regeln und kann zur Sperre führen.
- Herstellerangaben fehlen: Ohne Hersteller- und Sicherheitsangaben im Angebot verstoßen Sie gegen die GPSR. Ohne Wirtschaftsakteur in der EU darf ein Produkt laut Etsy nicht auf den EU-Markt.
- Widerruf falsch ausschließen: Nur echte Einzelanfertigungen sind ausgenommen, nicht jede Variante.
Etsy im Vergleich
Etsy lohnt sich vor allem, weil der Marktplatz Besucher mitbringt, dafür zahlen Sie Gebühren pro Verkauf.
| Etsy | Eigener Onlineshop | Print on Demand | |
|---|---|---|---|
| Besucher | über Etsy-Suche und Werbung | eigene Vermarktung nötig | je nach Modell |
| Laufende Kosten | 0,20 US-Dollar je Angebot, 6,5 % plus Zahlungsgebühr je Verkauf | Shop-Software und Zahlungsanbieter | Produktion je Bestellung |
| Produkte | selbst gemacht, selbst entworfen, Vintage, Material | frei, im Rahmen des Gewerbes | eigene Motive |
| Herstellung und Versand | Sie selbst oder Produktionspartner | Sie selbst | Druckanbieter |
| Rechtspflichten | Sie als Verkäufer | Sie als Verkäufer | je nach Modell |
Für wen es sich lohnt
Ein Etsy-Shop passt zu Ihnen, wenn Sie etwas selbst herstellen oder entwerfen und Käufer über einen bestehenden Marktplatz erreichen möchten. Rechnen Sie die Gebühren, die Offsite Ads und Ihre Arbeitszeit ehrlich ein, bevor Sie Preise festlegen. Bei physischer Ware kommen Versand, Verpackungslizenz und Produktsicherheit dazu. Klären Sie Gewerbe und Steuer vor dem ersten Verkauf.
Länder-Übersicht: Steuer und Anmeldung in Ihrem Land
Österreich
- Gewerbe
- Für den Verkauf von Waren brauchen Sie laut WKO in der Regel das freie Handelsgewerbe, und zwar schon ab dem ersten Angebot, wenn Sie selbständig, regelmäßig und mit Ertragsabsicht verkaufen. Stellen Sie selbst her, kann ein reglementiertes Gewerbe mit Befähigungsnachweis nötig sein, etwa Tischler oder Keramiker. Die Ausübung der schönen Künste ist von der Gewerbeordnung ausgenommen. Die passende Einordnung klärt das Gründerservice der WKO.
- Sozialversicherung
- Mit Gewerbeschein sind Sie nach GSVG grundsätzlich ab dem ersten Euro bei der SVS versichert. Auf Antrag gibt es die Kleinunternehmerausnahme (2026: höchstens 6.613,20 Euro Einkünfte und 55.000 Euro Umsatz), die Unfallversicherung bleibt. Ob Sie die Ausnahme nutzen können, hängt auch von Alter und früheren Versicherungszeiten ab. Als Neue Selbständige sind Sie 2026 erst ab Einkünften über 6.613,20 Euro versichert.
- Einkommensteuer
- Neben dem Gehalt müssen Sie eine Veranlagung abgeben, wenn Ihre Nebeneinkünfte über 730 Euro im Jahr liegen.
- Umsatzsteuer
- Bis 55.000 Euro Umsatz im Jahr gilt die Kleinunternehmerregelung. Liegen Ihre Fernverkäufe an Privatkunden in anderen EU-Staaten zusammen mit elektronischen Leistungen im Vorjahr oder im laufenden Jahr über 10.000 Euro netto, gilt die Steuer des Kundenlandes, gemeldet über den EU-OSS. Für solche Umsätze greift die österreichische Kleinunternehmerbefreiung laut WKO nicht, seit 2025 gibt es aber die EU-Kleinunternehmerregelung bis 100.000 Euro EU-Umsatz. Bei digitalen Artikeln zieht Etsy die Mehrwertsteuer für Käufer in der EU selbst ein.
- Verpackung
- Versandverpackungen an Endkunden in Österreich sind bei einem zugelassenen Sammel- und Verwertungssystem zu entpflichten. Bei höchstens 1.500 kg Haushaltsverpackungen im Jahr gibt es eine vereinfachte Entpflichtung über einen jährlichen Pauschalbetrag.
Deutschland
- Gewerbe
- Wer planvoll und dauerhaft online verkauft, gilt als Unternehmer und meldet ein Gewerbe beim Gewerbeamt an, auch im Nebenerwerb. Wer ein zulassungsfreies Handwerk oder ein handwerksähnliches Gewerbe betreibt, zeigt das zusätzlich der Handwerkskammer an, ein Meistertitel ist dafür nicht nötig. Gewerbesteuer fällt erst ab einem Gewerbeertrag über 24.500 Euro im Jahr an.
- Einkommensteuer
- Liegen Ihre Nebeneinkünfte über 410 Euro im Jahr, müssen Sie eine Steuererklärung abgeben.
- Umsatzsteuer
- Kleinunternehmer sind Sie, wenn der Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betrug und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht überschreitet. Fernverkäufe und elektronische Leistungen an Privatkunden in anderen EU-Staaten über 10.000 Euro netto im Jahr melden Sie über den OSS beim Bundeszentralamt für Steuern. Bei digitalen Artikeln zieht Etsy die Mehrwertsteuer für Käufer in der EU selbst ein.
- Verpackung
- Wer Ware in Versandverpackungen an Kunden in Deutschland schickt, registriert sich im Verpackungsregister LUCID und beteiligt die Verpackung an einem System. Eine Kleinmengenregelung gibt es dafür nicht. Auch Händler aus dem EU-Ausland gelten als Importeur.
- Krankenversicherung
- Sind Sie mehr als 20 Stunden pro Woche angestellt und verdienen dort mehr als die Hälfte der Bezugsgröße (2026: 1.977,50 Euro im Monat), gilt die Selbständigkeit in der Regel als nebenberuflich.
Schweiz
- Anmeldung
- Eine Gewerbeanmeldung wie in Österreich oder Deutschland gibt es nicht. Liegt der Reingewinn aus dem Nebenerwerb über CHF 2.500 im Jahr, melden Sie sich bei einer AHV-Ausgleichskasse als selbständigerwerbend an.
- Mehrwertsteuer
- MWST-pflichtig werden Sie erst ab einem weltweiten Jahresumsatz von CHF 100.000.
- Versand in die EU
- Bei Waren unter 150 Euro, die von außerhalb der EU an Käufer in der EU gehen, zieht Etsy die Einfuhr-Mehrwertsteuer beim Kauf ein. Die IOSS-Nummer von Etsy geben Sie nur an Ihren Versanddienst weiter, nicht auf das Paket.
- Rückgabe und Garantie
- Ein gesetzliches Rückgaberecht für Online-Käufe gibt es nicht. Bei neuen Produkten gelten zwei Jahre Garantie, Anbieter dürfen sie aber vertraglich ganz ausschließen.
- Impressum
- Wer online Waren anbietet, muss nach Art. 3 Abs. 1 lit. s UWG klare und vollständige Angaben zu Identität und Kontaktadresse machen, einschließlich E-Mail.
Passt das zu Ihnen?
- selbst etwas herstellen oder entwerfen
- Fotos und Beschreibungen sorgfältig pflegen
- Kosten pro Stück genau kennen
- Ware zukaufen und weiterverkaufen möchten
- Versand und Kundenfragen ungern übernehmen
- Rechtspflichten wie Impressum und Produktsicherheit scheuen
Häufige Fragen
Was kostet es, einen Etsy-Shop zu eröffnen?
Etsy kann bei der Eröffnung eine einmalige, nicht erstattungsfähige Einrichtungsgebühr verlangen, deren Höhe Etsy festlegt. Danach zahlen Sie 0,20 US-Dollar je Angebot, eine Monatsgebühr gibt es im Grundmodell nicht. Das freiwillige Abo Etsy Plus kostet 10 US-Dollar im Monat.
Wie hoch sind die Etsy-Gebühren pro Verkauf?
Etsy berechnet 6,5 Prozent Transaktionsgebühr auf den Artikelpreis samt Versand und Geschenkverpackung. Dazu kommt die Zahlungsgebühr, die für Bankkonten in Deutschland und Österreich 4 Prozent plus 0,30 Euro beträgt, in der Schweiz 4 Prozent plus 0,50 Franken. Für Verkäufer in Ländern mit Mehrwertsteuer schlägt Etsy diese auf die Gebühren auf.
Kann ich die Offsite Ads von Etsy abschalten?
Ja, solange Ihr Shop in keinem Zeitraum von 365 aufeinanderfolgenden Tagen 10.000 US-Dollar Umsatz erreicht hat. Sie schalten sie im Shop-Manager unter Einstellungen und Offsite Ads ab. Wer die Grenze einmal überschritten hat, nimmt laut Etsy für die gesamte Lebensdauer des Shops teil, dann zu 12 statt 15 Prozent.
Darf ich 3D-Drucke auf Etsy verkaufen?
Ja, wenn der Druck auf Ihrem eigenen Originaldesign beruht. Etsy ordnet solche Artikel als selbst gemacht ein. Fremde Modelle nachzudrucken, erfüllt die Kreativitätsstandards nicht, und Vorlagen mit NC-Lizenz dürfen Sie ohnehin nicht kommerziell nutzen. Spielzeug für Kinder unter 14 Jahren braucht zusätzlich eine CE-Kennzeichnung.
Darf ich auf Etsy Ware verkaufen, die ich im Großhandel gekauft habe?
Nein. Massenware weiterzuverkaufen erlaubt Etsy nicht, und wer fertige Produkte von Händlern oder Großhändlern bezieht, verstößt laut Etsy gegen die Regeln zum Weiterverkauf. Erlaubt sind unter anderem Vintage-Artikel ab 20 Jahren und Material, mit dem Käufer selbst kreativ werden.
Darf ich KI-Designs auf Etsy verkaufen?
Ja, wenn das Design auf Ihren eigenen Vorgaben beruht. Etsy ordnet solche Artikel als selbst entworfen ein und verlangt, dass Sie die Nutzung von KI in der Beschreibung offenlegen. Reine Sammlungen von KI-Prompts lässt Etsy nicht zu.
Muss ich bei personalisierten Produkten ein Widerrufsrecht gewähren?
Bei Waren, die nach Kundenwunsch angefertigt oder eindeutig auf den Kunden zugeschnitten sind, besteht in Österreich und Deutschland kein Widerrufsrecht. Beispiele sind gravierter Schmuck oder ein T-Shirt mit eigenem Aufdruck. Eine Auswahl aus Standardoptionen reicht dafür nicht, die Ausnahme wird eng ausgelegt.
Brauche ich als Etsy-Verkäufer ein Impressum?
Wer gewerblich verkauft, ja. Laut IHK brauchen auch Händlerseiten auf Verkaufsplattformen ein Impressum, und die WKO bezieht die Pflicht auf jede Form elektronischer Inhalte. Bei Etsy tragen Sie die Angaben in den Verkäuferdaten Ihres Shops ein, Käufer in der EU sehen sie auf Ihrer Shopseite.
Was bedeutet die Produktsicherheitsverordnung für meinen Etsy-Shop?
Die EU-Verordnung über die allgemeine Produktsicherheit (GPSR) gilt seit 13. Dezember 2024. Im Angebot müssen Hersteller mit Name und Kontaktdaten, eine Produktkennung, eine Abbildung und etwaige Warnhinweise stehen. Etsy bietet dafür in den Angeboten die Felder für Hersteller und Produktsicherheitsinformationen.
Muss ich mich bei LUCID registrieren, wenn ich über Etsy nach Deutschland verkaufe?
Wenn Sie Ware in Versandverpackungen an Kunden in Deutschland schicken, in der Regel ja. Laut Zentraler Stelle Verpackungsregister gibt es für Registrierung, Systembeteiligung und Datenmeldung keine Kleinmengenregelung, und auch Händler aus anderen EU-Staaten gelten als Importeur. Für reine Downloads fällt keine Verpackung an.
- Etsy: Gebühren im Überblick
- Etsy: Gebühren- und Zahlungsrichtlinie
- Etsy: Nutzungsbedingungen
- WKO: VGG, Fristen und Beweislast beim Warenkauf
- Etsy: Zahlungsgebühren nach Land
- Etsy: So funktionieren Offsite Ads
- Etsy: Ankündigung Regulatory Operating Fee (Juni 2026)
- Growtsy: Etsy Regulatory Operating Fee, alle Sätze 2026 (Oktober 2026)
- Alura: Regulatory Operating Fee ab Juni 2026
- Etsy: Eröffnen eines Etsy-Shops
- Etsy: Auszahlungen über Etsy Payments
- Etsy: Was ist Etsy Plus?
- Etsy: Verkäuferdaten bestätigen
- Etsy: Kreativitätsstandards
- Etsy: Was kann ich auf Etsy verkaufen?
- Etsy: Produktionspartner
- Etsy: Was ist die GPSR?
- Etsy: Neue Anforderungen für Verkäufer mit Versand in die EU
- Etsy: Mehrwertsteuer auf digitale Artikel
- Etsy Seller Handbook: EU-Einfuhrmehrwertsteuer
- IHK Köln: Produktsicherheit
- Zentrale Stelle Verpackungsregister: Information für Versand- und Onlinehandel
- WKO NÖ: Umweltrechtliche Aspekte im Versandhandel
- WKO NÖ: E-Commerce-Recht, Rücktrittsrecht
- IT-Recht Kanzlei: Ausnahmen vom Widerrufsrecht
- IHK Rheinhessen: Impressumspflicht
- WKO: Das korrekte Website-Impressum (Einzelunternehmen)
- oesterreich.gv.at: Gewährleistung
- Verbraucherzentrale Baden-Württemberg: Gewährleistung
- Verbraucherzentrale NRW: Änderungen 2022
- BZSt: FAQ DAC7
- WKO: FAQ EU-OSS für den Handel
- USP: Kleinunternehmerbefreiung in anderen EU-Mitgliedstaaten
- Creative Commons: CC BY 4.0
- Creative Commons: CC BY-NC 4.0
- EUR-Lex: Richtlinie 2009/48/EG über die Sicherheit von Spielzeug
- EU-Kommission: Toy safety
- EU-Kommission: Stronger toy safety rules enter into force
- EUR-Lex: Verordnung (EU) 2025/2509
- Etsy Seller Handbook: So wird Ihr Shop in der Suche gefunden
- Etsy Seller Handbook: Keywords 101
- Etsy: Mit Tags in der Suche gefunden werden

Gründer von Finanzbaron, lebt in Graz. Schreibt hier, wie man online Geld verdient und was dabei in Österreich, Deutschland und der Schweiz gilt.
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