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Sammelkarten und Retro-Spiele verkaufen: Gebühren, Fälschungen, Steuer

Foto von Mathias GallerMathias GallerGeprüft am
Das Wichtigste in Kürze

Sie verkaufen Karten oder Spiele aus Ihrer eigenen Sammlung über Marktplätze wie Cardmarket, eBay oder Vinted. Das ist Handel mit Gebrauchtem, keine Geldanlage. Steuerlich zählt vor allem, wie lange Sie eine Karte besessen haben, und ob Sie nur Ihre Sammlung auflösen oder gezielt zum Weiterverkauf zukaufen.

  • Bei Cardmarket kostet ein Verkauf laut Gebührentabelle 5 Prozent je Artikel (höchstens 100 Euro), dazu kommt ab 25 Euro Bestellwert der Treuhandservice.
  • Private Verkäufe sind auf eBay.de innerhalb Deutschlands provisionsfrei, Vinted berechnet Verkäufern keine Gebühr.
  • Nicht autorisierte Nachdrucke von Sammelkarten sind bei eBay verboten. Prüfen Sie Ware aus unklaren Quellen, bevor Sie sie weiterverkaufen.
  • Gewinne binnen eines Jahres: AT steuerfrei bis 440 Euro, DE unter 1.000 Euro im Jahr. CH: Privatvermögen steuerfrei. Länger gehalten bleibt es in AT und DE privat steuerfrei.
  • Wer regelmäßig Karten oder Spiele zukauft, um sie teurer weiterzuverkaufen, handelt in der Regel gewerblich.

Verkauf statt Geldanlage: worum es geht

Dieser Ratgeber behandelt den Verkauf von Sammelkarten und alten Videospielen, die Sie bereits besitzen. Gemeint sind Pokémon- und Magic-Karten, Sportkarten wie Fußball- oder Basketballkarten und Spiele samt Konsolen aus früheren Jahrzehnten. Sie verkaufen gebrauchte Ware über einen Marktplatz, so wie Kleidung oder Bücher.

Sammelkarten sind keine Geldanlage im Sinne eines Sparplans. Es gibt keinen geregelten Markt, keine Einlagensicherung und keine Garantie, dass eine Karte später mehr wert ist. Preise entstehen aus Angebot und Nachfrage einer Sammlerszene und können stark schwanken. Wer gezielt Karten kauft, um später mit Gewinn zu verkaufen, betreibt Handel mit allen Pflichten, die dazugehören. Für den Verkauf von Alltagsdingen wie Kleidung oder Möbeln gibt es den Ratgeber Gebrauchtes online verkaufen.

So funktioniert der Verkauf

Sie listen jede Karte oder jedes Spiel mit Ausgabe, Sprache und Zustand, ein Käufer bestellt, und Sie verschicken. Welcher Marktplatz passt, hängt davon ab, was Sie verkaufen.

Cardmarket für Einzelkarten

Cardmarket ist ein europäischer Marktplatz, auf dem viele Händler und Privatleute Einzelkarten für Magic, Pokémon und andere Kartenspiele anbieten. Jede Karte hat eine eigene Produktseite, auf der Sie Ihr Angebot mit Zustand und Preis einstellen. Um zu verkaufen, wählen Sie im Verkaufsbereich die Option, Verkäufer zu werden.

Ein wichtiger Baustein ist der Treuhandservice. Laut Cardmarket-Leitfaden für neue Nutzer greift er bei Bestellungen über 25 Euro und bei den ersten fünf Verkäufen jedes neuen Verkäufers. Die genauen Regeln prüfen Sie vor dem Verkauf in Ihrem Konto. Cardmarket hält das Geld dann zurück, bis der Käufer die Ankunft bestätigt. Dafür müssen Sie mit Sendungsverfolgung verschicken. Reagiert der Käufer nicht, können Sie sich mit der Sendungsnummer an den Support wenden. Liegt keine Beschwerde vor, bestätigt Cardmarket die Ankunft nach 7 Tagen. Meldet der Käufer ein Problem, kann die Prüfung bis zu 3 Monate dauern.

Private Verkäufer haben auf Cardmarket Einschränkungen. So dürfen sie für ein bestimmtes versiegeltes Produkt, etwa ein Display, höchstens zwei Angebote einstellen. Ein gewerbliches Konto setzt laut Cardmarket eine Gewerbeanmeldung voraus, gewerbliche Verkäufer aus Deutschland brauchen zudem eine gültige Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.

eBay und Vinted für Sammlungen und Spiele

eBay eignet sich für einzelne wertvolle Karten, ganze Sammlungen und Retro-Spiele. Für private Verkäufer ist der Verkauf innerhalb Deutschlands kostenlos, 320 Angebote im Monat sind gebührenfrei, jedes weitere kostet 0,50 Euro. Organisieren Sie den Versand ins Ausland selbst, fällt eine internationale Gebühr von 5 Prozent an. eBay empfiehlt für Sammelkarten Fotos von Vorder- und Rückseite, von allen wichtigen Mängeln und bei gegradeten Karten vom Etikett. Bei gegradeten Karten geben Sie den Grading-Dienst, die Note und am besten die Zertifikatsnummer an.

Vinted ist nicht mehr nur für Kleidung da. Es gibt eine Kategorie Elektronik, die vor allem Videospiele und Konsolen umfasst, und seit 2025 eine Kategorie für Hobby- und Sammlerartikel. Verkäufer zahlen bei Vinted keine Verkaufsgebühr, die Vinted-Gebühr trägt der Käufer. Wer auf Vinted große Mengen verkauft, muss sich laut Vinted bei Vinted Pro als professioneller Verkäufer registrieren.

Was Sie realistisch erlösen

Wie viel Sie bekommen, bestimmen Nachfrage, Zustand und Gebühren, nicht der Preis, den Sie irgendwo gelesen haben. Eine verlässliche Wertentwicklung gibt es nicht. Diese Faktoren entscheiden:

  • Ausgabe und Sprache: Dieselbe Karte kann je nach Erstauflage, Sprache oder Druckvariante sehr unterschiedlich gehandelt werden.
  • Zustand: Ecken, Kanten, Oberfläche und Knicke bestimmen den Preis. Schon kleine Kratzer können eine Karte in eine schlechtere Zustandsstufe rutschen lassen.
  • Spielrelevanz: Bei Spielkarten wie Magic hängt der Preis oft daran, ob eine Karte in beliebten Turnierformaten gespielt wird. Ändern sich Regeln oder erscheint ein Nachdruck, kann der Preis fallen.
  • Hype und Neuerscheinungen: Bei Pokémon und Sportkarten reagieren Preise stark auf Trends. Was heute gefragt ist, kann in einigen Monaten deutlich weniger bringen.
  • Vollständigkeit: Bei Retro-Spielen sind Originalverpackung und Anleitung in der Regel ein großer Teil des Werts. Ein lose verkauftes Modul bringt meist weniger.

Gebühren bei Cardmarket

Laut Gebührentabelle von Cardmarket (abgerufen 30.10.2026) kostet ein Verkauf 5 Prozent des Artikelwerts, höchstens 100 Euro je Artikel. Der Treuhandservice kostet 0,5 bis 1 Prozent des Warenwerts, abhängig von der Versandart, die Währungsumrechnung 3 Prozent. Kontoeröffnung, Einstellen und Auszahlung in Euro sind kostenlos. Alle Gebühren enthalten die Mehrwertsteuer und gelten für private wie gewerbliche Verkäufer gleich. Prüfen Sie vor dem Verkauf die aktuelle Tabelle auf Cardmarket.

Rechenbeispiel mit angenommenen Werten

Die Werte sind angenommen und dienen nur zur Veranschaulichung. Sie verkaufen eine Einzelkarte über Cardmarket für 80 Euro. Sie stammt aus einem Booster, den Sie vor drei Jahren gekauft haben, als Anteil am Kaufpreis setzen Sie 10 Euro an. Das Porto zahlt der Käufer.

  • Provision 5 Prozent: 4,00 Euro
  • Treuhandservice, höchstens 1 Prozent: 0,80 Euro
  • Versandmaterial: 1,50 Euro
  • Ergebnis vor Steuer: 80,00 minus 10,00 minus 4,00 minus 0,80 minus 1,50 = 63,70 Euro

Weil die Karte länger als ein Jahr in Ihrem Besitz war, ist dieser private Verkauf in Österreich und Deutschland nicht steuerbar. Hätten Sie die Karte erst vor acht Monaten für 40 Euro gekauft, läge der Gewinn bei 33,70 Euro und würde auf die Freigrenze des Jahres angerechnet. Den Margen-Rechner auf dieser Seite können Sie mit Ihren eigenen Werten füllen.

Grading: das Prinzip

Beim Grading schicken Sie eine Karte an einen Bewertungsdienst wie PSA. Der Dienst prüft die Echtheit, bewertet den Zustand mit einer Note und versiegelt die Karte in einer Kunststoffhülle mit Etikett und Zertifikatsnummer. Käufer können die Note so nachvollziehen, ohne die Karte selbst zu sehen.

Ob sich das lohnt, hängt vom Einzelfall ab. Grading kostet Geld und Zeit, die Karte ist eine Weile unterwegs, und das Ergebnis steht vorher nicht fest. Bei Karten mit geringem Wert übersteigen die Kosten den möglichen Aufschlag in der Regel. Sinnvoll ist es eher bei Karten, deren Preis stark vom Zustand abhängt und die in sehr gutem Zustand sind.

Fälschungen und Repros erkennen

Gefälschte Karten und nachgebaute Spielmodule sind im Sammlermarkt verbreitet. Für Sie als Verkäufer ist das doppelt wichtig: Sie wollen beim Zukauf nicht hereinfallen und keine Fälschung weiterverkaufen.

  • Die Regeln der Plattformen: eBay erlaubt keine gefälschten Artikel und nennt nicht autorisierte Nachdrucke von Sammelkarten ausdrücklich als verbotene Kopien.
  • Proxys und Testkarten: Wizards of the Coast, der Hersteller von Magic, duldet selbst gemachte Testkarten nur für den persönlichen, nicht kommerziellen Gebrauch. Gegen Fälscher arbeitet Wizards nach eigenen Angaben mit Behörden zusammen.
  • Typische Prüfpunkte bei Karten: Vergleichen Sie Druckbild, Farben, Schrift und Rückseite mit einer sicher echten Karte derselben Ausgabe. Auffällig sind verschwommener Druck, falsche Schriftarten, eine ungewöhnliche Oberfläche und Preise weit unter dem Marktniveau.
  • Typische Prüfpunkte bei Retro-Spielen: Nachgebaute Module (Repros) können durch abweichende Etiketten, ein anderes Innenleben oder fehlende Herstellerprägungen auffallen. Prüfen Sie bei wertvollen Spielen, ob Sie das Modul öffnen dürfen, ohne den Wert zu mindern.

Bleibt ein Zweifel, verkaufen Sie das Stück nicht als echt. Wie Sie sich als Verkäufer gegen Betrugsmaschen wie gefälschte Zahlungslinks schützen, erklärt der Ratgeber Betrug erkennen.

Was Sie brauchen

Für den Start reichen Ihre Sammlung, ein Konto auf der Plattform und sorgfältiges Arbeiten. Konkret:

  • Bestandsliste: Ausgabe, Sprache, Zustand und, soweit bekannt, Kaufdatum und Kaufpreis je Karte oder Spiel.
  • Schutzmaterial: Kartenhüllen, feste Versandtaschen und für wertvolle Karten stabile Hüllen, damit nichts knickt.
  • Gute Fotos: Vorder- und Rückseite, Mängel aus der Nähe, bei Spielen auch Verpackung und Anleitung.
  • Versand mit Sendungsverfolgung: Bei Cardmarket ist das für den Treuhandservice nötig, bei eBay schützt es Sie im Streitfall.
  • Aufzeichnungen: Eine Tabelle mit Verkaufsdatum, Preis, Gebühren und Plattform. Sie brauchen sie für die Haltedauer und, falls Sie gemeldet werden, für Rückfragen des Finanzamts.

Schritt für Schritt verkaufen

  1. Sammlung sichten: Sortieren Sie aus, was Sie behalten wollen, und erfassen Sie den Rest mit Ausgabe, Sprache und Zustand.
  2. Kaufdaten notieren: Schreiben Sie auf, wann und zu welchem Preis Sie Karten gekauft haben, soweit Belege oder Bestellungen vorhanden sind.
  3. Preise vergleichen: Schauen Sie sich bei mehreren Plattformen an, zu welchen Preisen vergleichbare Stücke angeboten und verkauft werden.
  4. Plattform wählen: Einzelkarten passen gut zu Cardmarket, ganze Sammlungen und Spiele eher zu eBay oder Vinted.
  5. Zustand ehrlich angeben: Wählen Sie im Zweifel die schlechtere Zustandsstufe. Das vermeidet Rücksendungen und schlechte Bewertungen.
  6. Gebühren einrechnen: Rechnen Sie Provision, Treuhandgebühr und Versandmaterial vor dem Einstellen durch.
  7. Sicher verschicken: Verpacken Sie Karten knickfest und verschicken Sie wertvolle Stücke mit Sendungsverfolgung.
  8. Status prüfen: Kaufen Sie Ware zu, um sie weiterzuverkaufen, klären Sie früh, ob Sie schon gewerblich handeln.

Häufige Fehler

Die meisten Probleme entstehen durch falsche Zustandsangaben, fehlende Belege und unterschätzte Regeln. Typische Fehler:

  • Zustand zu gut angeben: Käufer von Sammelkarten prüfen genau. Eine zu optimistische Angabe führt zu Rückgaben und schlechten Bewertungen.
  • Preise aus dem Bauch: Wer sich an Höchstpreisen orientiert statt an tatsächlichen Verkäufen, bleibt auf der Ware sitzen.
  • Gebühren vergessen: Bei günstigen Einzelkarten fressen Provision und Versandmaterial einen großen Teil des Erlöses.
  • Ohne Sendungsverfolgung verschicken: Bei Cardmarket läuft der Treuhandservice nur mit Sendungsverfolgung, bei Verlust stehen Sie sonst ohne Nachweis da.
  • Fälschungen ungeprüft weitergeben: Wer zugekaufte Karten nicht prüft, riskiert gesperrte Konten und Ärger mit Käufern.
  • Ausmisten und Handel vermischen: Wer nebenbei laufend Ware zukauft, verliert leicht den Überblick, was privat ist und was schon Handel.

Steuer und Anmeldung

Verkaufen Sie nur Ihre eigene Sammlung, bleibt das in der Regel privat. Steuerlich zählt dann vor allem die Haltedauer: In Österreich und Deutschland sind private Gewinne nur steuerbar, wenn zwischen Kauf und Verkauf höchstens ein Jahr liegt, und auch dann gelten Freigrenzen. In der Schweiz sind Gewinne aus Privatvermögen steuerfrei. Wie diese Regeln bei Gebrauchtverkäufen greifen, zeigt der Ratgeber Vinted und Steuern mit Beispielen.

Kaufen Sie gezielt zu, um teurer weiterzuverkaufen, handeln Sie in der Regel gewerblich. Dann brauchen Sie in Österreich und Deutschland eine Anmeldung, und die Gewinne sind unabhängig von der Haltedauer steuerpflichtig. Gewerbliche Händler können für Sammlungsstücke die Differenzbesteuerung nutzen: Umsatzsteuer fällt dann nur auf die Differenz zwischen Verkaufs- und Einkaufspreis an. Das betrifft Sie erst, wenn Sie nicht unter die Kleinunternehmerregelung fallen.

Plattformen melden aktive Verkäufer nach DAC7 an die Finanzbehörden. Ausgenommen ist nur, wer weniger als 30 Verkäufe und höchstens 2.000 Euro erzielt. Wer viele günstige Einzelkarten verkauft, erreicht die 30 Verkäufe schnell. Eine Meldung bedeutet nicht automatisch Steuerpflicht, mehr dazu im Ratgeber Plattformen melden ans Finanzamt. Die Details für Österreich, Deutschland und die Schweiz finden Sie weiter unten in der Länder-Übersicht, die allgemeinen Regeln in den Grundlagen.

Plattformen im Vergleich

Jede Plattform hat andere Gebühren und eine andere Absicherung. Die Tabelle fasst die Angaben aus diesem Ratgeber zusammen.

Cardmarket eBay.de (privat) Vinted
Geeignet für Einzelkarten, versiegelte Produkte wertvolle Einzelstücke, Sammlungen, Spiele Spiele, Konsolen, Sammlerartikel
Verkaufsgebühr 5 % je Artikel, höchstens 100 € innerhalb Deutschlands keine, Auslandsversand selbst organisiert 5 % keine, Käufer zahlt die Vinted-Gebühr
Absicherung Treuhandservice ab 25 € und bei den ersten fünf Verkäufen eBay-Grundsätze, Fälschungen verboten Geld nach Bestätigung durch den Käufer
Gewerbliche Verkäufer eigenes Konto mit Gewerbenachweis eigene Gebührenseite nur über Vinted Pro, wo verfügbar

Wer Sammelkarten live per Video verkaufen will, findet Gebühren und Ablauf von Whatnot im Ratgeber zu Gebrauchtverkäufen. Wer ähnlich mit limitierter Ware handelt, aber mit Schuhen, findet im Ratgeber Sneakerhandel die Gebühren von StockX und GOAT.

Für wen es sich lohnt

Der Verkauf von Sammelkarten und Retro-Spielen lohnt sich vor allem, wenn Sie eine vorhandene Sammlung auflösen oder verkleinern wollen. Mit ehrlicher Zustandsangabe, guten Fotos und durchgerechneten Gebühren erzielen Sie faire Preise. Ein planbares Einkommen oder eine sichere Wertanlage ist es nicht, weil Preise schwanken und Fälschungen im Umlauf sind. Notieren Sie Kaufdaten und Verkäufe, dann behalten Sie Haltedauer und Freigrenzen im Blick. Sobald Sie gezielt zukaufen, um weiterzuverkaufen, klären Sie die Anmeldung.

Länder-Übersicht: Steuer und Anmeldung in Ihrem Land

Österreich

Steuer privat
Liegt zwischen Kauf und Verkauf höchstens ein Jahr, ist der Gewinn ein Spekulationsgeschäft (§ 31 EStG). Er bleibt steuerfrei, solange alle Spekulationseinkünfte im Kalenderjahr zusammen 440 Euro nicht übersteigen. Das ist eine Freigrenze: Darüber ist der gesamte Betrag steuerpflichtig. Ein Verlust ist nicht ausgleichsfähig.
Gewerblich
Verkaufen Sie nachhaltig, selbständig und mit Gewinnabsicht, etwa weil Sie gezielt für den Weiterverkauf einkaufen, ist das gewerblich (§ 23 EStG). Dann brauchen Sie das freie Handelsgewerbe. Die Einordnung klärt das Gründerservice Ihrer Landeskammer.
DAC7
Plattformen melden Verkäufer an das Finanzamt. Ausgenommen ist nur, wer weniger als 30 Verkäufe und höchstens 2.000 Euro erzielt. Eine Meldung bedeutet nicht automatisch Steuerpflicht.
Neben dem Gehalt
Liegen Ihre Nebeneinkünfte über 730 Euro im Jahr, müssen Sie eine Veranlagung abgeben (§ 41 EStG).
Gewerblicher Handel
Mit Gewerbeschein sind Sie nach GSVG grundsätzlich ab dem ersten Euro bei der SVS versichert. Auf Antrag gibt es die Kleinunternehmerausnahme (2026: höchstens 6.613,20 Euro Einkünfte und 55.000 Euro Umsatz), die Unfallversicherung bleibt. Händler können für Sammlungsstücke die Differenzbesteuerung nach § 24 UStG nutzen.

Deutschland

Steuer privat
Liegt zwischen Kauf und Verkauf höchstens ein Jahr, ist der Gewinn ein privates Veräußerungsgeschäft (§ 23 EStG). Er bleibt steuerfrei, wenn alle solchen Gewinne im Kalenderjahr zusammen weniger als 1.000 Euro betragen. Gegenstände des täglichen Gebrauchs sind ausgenommen. Gegenstände mit Wertsteigerungspotenzial zählen laut BFH nicht dazu (IX R 4/25, IX R 10/18).
Gewerblich
Gewerbebetrieb ist eine selbständige, nachhaltige Betätigung mit Gewinnabsicht, die sich als Beteiligung am allgemeinen wirtschaftlichen Verkehr darstellt (§ 15 Abs. 2 EStG). Dann melden Sie ein Gewerbe an und informieren das Finanzamt innerhalb eines Monats (§ 138 AO).
DAC7
Ausgenommen ist nur, wer über dieselbe Plattform in weniger als 30 Fällen Waren verkauft und dafür insgesamt weniger als 2.000 Euro erhalten hat (§ 4 Abs. 5 PStTG). Eine Meldung bedeutet nicht automatisch Steuerpflicht.
Neben dem Gehalt
Liegen Ihre Nebeneinkünfte über 410 Euro im Jahr, müssen Sie eine Steuererklärung abgeben (§ 46 EStG). Gewerbesteuer fällt erst ab 24.500 Euro Gewerbeertrag an.
Umsatzsteuer
Kleinunternehmer sind Sie, wenn der Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 Euro betrug und im laufenden Jahr 100.000 Euro nicht überschreitet. Darüber können Wiederverkäufer für Sammlungsstücke die Differenzbesteuerung nach § 25a UStG nutzen.

Schweiz

Steuer privat
Kapitalgewinne aus der Veräußerung von Privatvermögen sind bei der direkten Bundessteuer steuerfrei (Art. 16 Abs. 3 DBG). Für die Kantone gilt dasselbe für bewegliches Privatvermögen (Art. 7 Abs. 4 Bst. b StHG).
Gewerbsmäßig
Steuerbar wird es, wenn Sie über die private Vermögensverwaltung hinausgehen. Hinweise sind planmäßiges Vorgehen, viele Transaktionen, kurze Haltedauer oder Fremdfinanzierung. Das beurteilen Steuerverwaltung und AHV-Ausgleichskasse im Einzelfall.
DAC7
DAC7 ist eine EU-Regel. Die vergleichbaren OECD-Musterregeln hält das SIF für die Schweiz derzeit für verfrüht, sie sind hier nicht eingeführt.
AHV und MWST
Liegt der Reingewinn aus dem Nebenerwerb über CHF 2.500 im Jahr, melden Sie sich bei einer AHV-Ausgleichskasse an. MWST-pflichtig werden Sie ab einem weltweiten Jahresumsatz von CHF 100.000.

Passt das zu Ihnen?

Gute Wahl, wenn Sie
  • eine Sammlung auflösen oder verkleinern wollen
  • Zustand und Ausgabe von Karten genau bestimmen können
  • Preise vergleichen und sorgfältig verpacken
Eher nichts, wenn Sie
  • Sammelkarten als sichere Geldanlage sehen
  • ohne Belege laufend zukaufen und weiterverkaufen wollen
  • Ware aus unklaren Quellen ungeprüft anbieten

Häufige Fragen

Was kostet das Verkaufen auf Cardmarket?

Laut Gebührentabelle von Cardmarket sind es 5 Prozent des Artikelwerts, höchstens 100 Euro je Artikel, inklusive Mehrwertsteuer. Bei Bestellungen über 25 Euro und bei Ihren ersten fünf Verkäufen läuft die Bestellung über den Treuhandservice, der laut dieser Übersicht 0,5 bis 1 Prozent kostet. Maßgeblich ist die aktuelle Gebührentabelle auf Cardmarket.

Wann bekomme ich bei Cardmarket mein Geld?

Bei Bestellungen mit Treuhandservice gibt Cardmarket die Zahlung frei, sobald der Käufer die Ankunft bestätigt. Reagiert der Käufer nicht, wenden Sie sich mit der Sendungsnummer an den Support. Gibt es keine Beschwerde, bestätigt Cardmarket die Ankunft nach 7 Tagen.

Muss ich Gewinne aus dem Verkauf von Pokémon-Karten versteuern?

Das hängt von Haltedauer und Höhe ab. Liegt zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr, bleibt der private Verkauf in Österreich und Deutschland steuerfrei. Sonst gelten Freigrenzen von 440 Euro (AT) und unter 1.000 Euro (DE) für alle solchen Gewinne im Jahr, die Details stehen in der Länder-Übersicht oberhalb dieser Fragen.

Sind Sammelkarten Gegenstände des täglichen Gebrauchs?

Das Gesetz definiert den Begriff nicht. Laut BFH ist ein Gegenstand des täglichen Gebrauchs vor allem zur Nutzung angeschafft und verliert durch Gebrauch an Wert. Gegenstände mit Wertsteigerungspotenzial fallen nicht darunter (IX R 4/25, IX R 10/18). Sammlungen sind deshalb in der Regel nicht ausgenommen. Ob gespielte Karten aus einem Deck anders zu beurteilen sind, ist nicht geklärt.

Ab wann handle ich mit Sammelkarten gewerblich?

Eine feste Zahl an Verkäufen gibt es nicht. Entscheidend ist, ob Sie nachhaltig und mit Gewinnabsicht handeln, typisch ist der gezielte Zukauf zum Weiterverkauf. Wer nur die eigene Sammlung auflöst, verkauft in der Regel privat.

Meldet Cardmarket meine Verkäufe an das Finanzamt?

Plattformen in der EU melden Verkäufer nach DAC7, ausgenommen ist nur, wer weniger als 30 Verkäufe und höchstens 2.000 Euro erzielt. Wer viele günstige Einzelkarten verkauft, erreicht die 30 Verkäufe schnell. Eine Meldung bedeutet nicht automatisch Steuerpflicht, Details stehen im DAC7-Ratgeber.

Darf ich Proxys oder Nachdrucke verkaufen?

Nein. eBay nennt nicht autorisierte Nachdrucke von Sammelkarten ausdrücklich als verbotene Kopien. Wizards of the Coast duldet selbst gemachte Testkarten nur für den persönlichen, nicht kommerziellen Gebrauch.

Lohnt es sich, Karten vor dem Verkauf graden zu lassen?

Nur bei Karten, deren Wert die Kosten und die Wartezeit klar übersteigt. Beim Grading prüft ein Dienst Echtheit und Zustand, vergibt eine Note und versiegelt die Karte. Fällt die Note schlechter aus als erwartet, kann der Erlös unter dem Preis der ungegradeten Karte liegen.

Kann ich alte Videospiele auf Vinted verkaufen?

Ja, Vinted hat neben Kleidung auch eine Kategorie Elektronik, die vor allem Videospiele und Konsolen umfasst, und eine Kategorie für Hobby- und Sammlerartikel. Verkäufer zahlen laut Vinted keine Verkaufsgebühr. Wer große Mengen verkauft, muss sich laut Vinted bei Vinted Pro registrieren.

Foto von Mathias Galler
Mathias Galler

Gründer von Finanzbaron, lebt in Graz. Schreibt hier, wie man online Geld verdient und was dabei in Österreich, Deutschland und der Schweiz gilt.

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